Zum Inhalt springen

Stalking-Affäre Grosser Druck auf CVP-Nationalrat Buttet

Legende: Video Sexismus-Problem im Bundeshaus? abspielen. Laufzeit 2:03 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.12.2017.

Wie positioniert sich die CVP im Fall Yannick Buttet? Innerhalb der CVP steigt der Druck auf Yannick Buttet, von seinem Nationalratsmandat zurückzutreten. «Persönlich bin ich der Meinung, dass Yannick Buttet sein Amt niederlegen muss», sagt Elisabeth Schneider-Schneiter zur «NZZ am Sonntag». Die Baselbieter CVP-Nationalrätin sitzt im Präsidium der Partei.

Zudem ermahnt CVP-Präsident Gerhard Pfister seine Partei- und Ratskollegen, sich an die gängigen Benimmregeln zu halten. «Nur weil wir ein Milizparlament sind, dürfen wir diesen Job nicht wie Amateure ausüben», sagt der Zuger Nationalrat im Interview mit dem «Sonntagsblick». Und: «Als Parlamentarier ist man eine öffentliche Person und kann nicht einfach alles tun, was man als Privatperson tun kann».

Alle diese Herren, die sich nicht zu benehmen wissen, nerven mich.
Autor: Doris LeuthardBundesrätin

Darüber hinaus nimmt CVP-Bundesrätin Doris Leuthard in der Affäre eine klare Haltung ein: «Alle diese Herren, die sich nicht zu benehmen wissen, nerven mich», sagte die Magistratin dem Westschweizer Fernsehen RTS. Nun will sich die Parteispitze laut der «NZZ am Sonntag» am Montag treffen, um eine gemeinsame Haltung festzulegen.

Was wird Yannick Buttet vorgeworfen? Gegen den Walliser CVP-Nationalrat läuft ein Strafverfahren wegen Stalking. Das Verfahren soll auf einen Polizeieinsatz in der Nacht auf den 19. November in Siders (VS) zurückgehen. In dieser Nacht soll Buttet mehrfach an der Tür des Hauses seiner ehemaligen Geliebten geklingelt haben. Als die Frau daraufhin die Polizei verständigte, soll sich Buttet im Garten versteckt haben. Zuvor soll er die Frau mit SMS und Telefonanrufen belästigt haben. Buttet bestätigt den Kontakt, weist den Stalking-Vorwurf aber zurück. Vergangenen Donnerstag wurde der 40-Jährige auf eigenen Antrag als CVP-Vizepräsident suspendiert.

Gibt es neue Anschuldigungen? Wie der «Blick, Link öffnet in einem neuen Fenster» berichtete, soll Buttet die SVP-Nationalrätin Barbara Steinemann im Restaurant Galerie des Alpes im Bundeshaus unangebracht angetanzt haben. Steinemann hat sich aber laut eigener Aussage nie belästigt gefühlt und ihn einfach stehen gelassen. (In einer früheren Version wurde dies falsch dargestellt. Anm. d. R.) Der 40-Jährige soll sich auch gegenüber der Genfer SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz unangemessen verhalten haben. Das berichtet «Le Matin Dimanche» in ihrer jüngsten Ausgabe unter Berufung auf mehrere Augenzeugen.

Beide Vorfälle sollen sich während einem Apéro nach der Wahl von Ignazio Cassis zum Bundesrat ereignet haben. «Le Matin Dimanche» zitiert zwei weitere Zeuginnen aus dem Wallis. Dort soll er Frauen mehrmals unsittlich berührt haben.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

Sexuelle Belästigung

Eine Umfrage bei 73 Politikerinnen im Bundeshaus durch «Le Matin Dimanche» ergab, dass von 23 Antwortenden deren 5 sagten, sie seien während ihrer parlamentarischen Tätigkeit Opfer von sexueller Belästigung geworden. 15 erklärten, sie hätten sich schon einmal wegen unangemessener Äusserungen von Ratskollegen unwohl gefühlt.

32 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christoph Lorenz Aeberhard (Kuli)
    Zuerst waren es die Menschen der verschiedenen Religionen die einen körperfeindlichen Kurs fuhren unter dem Deckmantel der Kirche sie waren über jeden Verdacht erhaben sie hatten die uneingeschränkte Macht der Mensch braucht von Natur aus um zu gedeihen, entwickeln Streicheleinheiten und Zuneigung wird im dass nicht gewährt laufen wir in ein psychisches Disaster mit tiefen Wunden in den Seelen die nur schwer zu reparieren sind es lebe die Depression !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Ok, dem feinen Herrn fehlt es an der Einsicht das einzig noch mögliche zu tun. Das ist in unseren Breitengraden das Hauptproblem. So einer wäre in Deutschland als Parlamentarier schlicht nicht mehr tragbar und, er wäre dort auch sofort zurückgetreten. Deshalb: unverzüglich die Immunität entziehen und tschüss!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Der "feine Herr" ist in der Schweiz vom Volk gewaehlt, und koennte nur durch Haft daran gehindert werden, sein ihm vom Volk und nicht von einem Lynchmob erteiltes Mandat weiter auszuueben. Aber der Missbrauch einer Tuerglocke duerfte sogar in Bigottistan nicht fuer den Wurf in den Politterrorkerker reichen....
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Sind sie sich da sicher, dass er in D. als Parlamentarier nicht mehr tragbar wäre? Und wenn er unter Alkoholeinfluss schon immer so gewesen ist, hat sich bisher aber niemand daran wirklich gestört. Die Ausreden der Kolleginnen, sie hätten sich nicht getraut, ihn zurecht zu weisen, ist doch ziemlich lau. Also von gewählten Politikerinnen darf man doch mehr Selbstbewusstsein erwarten & sie sich gegen solche Kollegen zu wehren wissen. Meine, auch hier gibt es viele Trittbrettfahrerinnen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Diana Kläntschi (WasWäreWenn)
    Parlamentarier sind ja auch nur Menschen und Menschen machen nun mal Fehler oder treffen falsche Entscheidungen, ja ist auch ok. Aber wie doof muss man denn sein, an der Tür klingeln geht ja noch, vielleicht kann man gemeinsam über die Sache reden aber sich im Garten verstecken in der Hoffnung, dass was?! Man stelle sich einmal vor, wie sich das anfühlen muss egal ob Mann oder Frau. Eine solche Person, darf nie wieder ein öffentliches Amt inne haben dürfen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen