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Stalking-Vorwürfe «Dieses Verhalten ist für mich inakzeptabel»

Die CVP Schweiz hat Vizepräsident Yannick Buttet suspendiert. Jetzt nimmt Parteipräsident Gerhard Pfister Stellung.

Legende: Video CVP-Chef Gerhard Pfister äussert sich zu Buttet abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
Aus News-Clip vom 30.11.2017.
  • Die CVP Schweiz hat Nationalrat Yannick Buttet (VS) per sofort als Vize-Präsidenten suspendiert.
  • Buttet hatte die Partei am Mittwoch über ein gegen ihn eingeleitetes Strafverfahren informiert. Daraufhin hat die CVP den Suspendierungsentscheid gefasst.
  • Auslöser des Strafverfahrens ist gemäss Westschweizer Medien ein Polizeieinsatz in Siders VS am 19. November um 2 Uhr nachts. Buttet soll eine Frau gestalkt und damit den Polizeieinsatz ausgelöst haben.

SRF News: Herr Pfister, wie ist es zur Suspendierung von Vizepräsident Yannick Buttet gekommen?

Gerhard Pfister: Ich wurde gestern von ihm über den Sachverhalt informiert. Wir haben dann vereinbart, dass wir uns heute morgen treffen. An dieser Stelle hat er seine Suspendierung als Vizepräsident der CVP Schweiz angeboten. Ich habe diesen Entscheid akzeptiert.

Hat Buttet sämtliche Vorwürfe zugegeben?

Wir haben über die Vorwürfe gesprochen und er hat dazu bereits gestern seine Position dargelegt.

Das bedeutet, dass er die Vorwürfe gegen seine Person eingeräumt hat?

Er hat das, was er in der Zeitung zugegeben und bestätigt hat, mir gegenüber nochmals bestätigt.

Er hat das, was er in der Zeitung zugegeben und bestätigt hat, mir gegenüber nochmals bestätigt.
Autor: Gerhard PfisterPräsident CVP Schweiz

Yannick Buttet ist jetzt als CVP-Vizepräsident suspendiert. Wie geht es mit seinem Nationalratsmandat weiter?

Weitere Schritte werde ich nicht alleine entscheiden, sondern zusammen mit dem Präsidium, seiner Kantonalpartei und selbstverständlich auch mit Yannick Buttet selbst zum gegebenen Zeitpunkt besprechen.

Parlamentarier sprachen gegenüber einer Zeitung anonym davon, dass Yannick Buttet bereits in der Vergangenheit ein unangebrachtes, ein übergriffiges Verhalten gezeigt hat. Ist Ihnen nie so etwas aufgefallen – beispielsweise auf einem Fraktionsanlass?

Sie können davon ausgehen, dass ich – wenn mir das aufgefallen wäre – interveniert hätte.

Es ist bereits der zweite Fall von unangebrachtem Verhalten innerhalb der Partei – dies, nachdem der ehemalige CVP-Präsident Christophe Darbellay mit einem unehelichen Kind auf sich aufmerksam gemacht hat. Das muss Sie als Chef der Partei, die als Wertepartei gilt und sich auch so vermarkten möchte, besonders hart treffen.

In unserer Partei gelten diejenigen Regeln, die für jede Zivilgesellschaft gelten, und ich erwarte, dass sich die Leute daran halten.
Autor: Gerhard PfisterPräsident CVP

Solche Fälle machen mich zuerst einmal betroffen. Es sind aber Fälle, die Personen betreffen und nicht die Partei.

Was können Sie tun, damit solche Dinge in Ihrer Partei nicht mehr vorkommen?

Ich finde, in unserer Partei gelten diejenigen Regeln, die für jede Zivilgesellschaft gelten, und ich erwarte, dass sich die Leute daran halten. Dieses Verhalten ist für mich inakzeptabel.

Schock bei der Kantonalpartei

Der Präsident der CVP Unterwallis, Serge Métrailler, zeigt sich «zutiefst schockiert» über die Enthüllungen. «Das im Artikel beschriebene Verhalten passt nicht zum Eindruck, den ich von Yannick Buttet habe und ich kenne ihn seit langem», sagte Métrailler.
Sollte das im Zeitungsartikel beschriebene unangemessene Verhalten gegenüber Frauen zutreffen, so sei dies «unentschuldbar», sagte Métrailler. Derzeit sei ein Ausschluss von Yannick Buttet aus der CVP aber kein Thema, das habe sich auch nach der Suspendierung aus dem Vizepräsidium der CVP Schweiz nicht geändert. Métrailler betonte zudem, dass für Buttet die Unschuldsvermutung gelte.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Margrit Kappeler (margritkappeler)
    Liebe hört auf keine Lehre, weiss im Leben ein noch aus, und wenn es nicht die Liebe wäre, man sperrte sie ins Irrenhaus. Sie gehört auch keiner Partei an!!!
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  • Kommentar von Karl Paul (Karl Paul)
    So eine starke Reaktion, trotz des C's im Parteinamen. Da könnten sich die Kirchen mal eine Scheibe abschneiden. Doch wenn die Kirchen bei den Missbrauchsskandalen gleich stark reagieren würden, dann würde die Kirche wohl nicht nur von unten her, sondern auch von oben her schrumpfen. Deshalb bleibt die Kirche bei ihrem schützenden Motto: Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein.
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Dieses Verhalten hat weder mit der CVP noch mit dem Katholizismus etwas zu tun, sondern ausschliesslich mit der genannten Person. Hätten bestimmte Kommentatoren ähnlich geschrieben wenn es ein Mitglied einer anderen Partei gewesen wäre, z.B. SVP oder SP?
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