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Schweiz Starker Einbruch bei der direkten Bundessteuer

2014 war für die Wirtschaft ein gutes Jahr. Trotzdem fallen die Steuereinnahmen des Bundes tiefer aus als budgetiert. Mit ein Grund dafür ist, dass die Finanzbranche weniger Steuern zahlte als erhofft.

Bundeshaus in Bern
Legende: Der starke Franken ist mit ein Grund, warum der Bund weniger Steuern eingenommen hat. Keystone

Die Wirtschaft lief gut im letzten Jahr. Der Bundesrat war deshalb davon ausgegangen, dass auch die Steuereinnahmen wachsen würden. Doch tatsächlich fielen die direkten Bundessteuern 2014 um 2,1 Milliarden Franken tiefer aus als budgetiert.

Diverse Gründe für die Mindereinnahmen

Für die ausgebliebene Zunahme der Steuereinnahmen gibt es verschiedene Gründe, wie einem Bericht des Finanzdepartements zu entnehmen ist. Einerseits bekommt die Schweiz noch immer die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu spüren; aus dem Finanzsektor flossen weniger Gewinnsteuern als erwartet.

Ein weiterer Grund sind die Einnahmeausfälle im Zuge der Unternehmenssteuerreform II. Sie beschert dem Bund viel höhere Steuerausfälle als ursprünglich vom damaligen Finanzmninister Hans-Rudolf Merz angenommen. Zudem haben die Steuererleichterungen für Familien zu Einnahmeausfällen geführt.

Auffallend ist auch, dass sich in den letzten beiden Jahren 20 Prozent weniger internationale Firmen in der Schweiz ansiedelten als in den beiden Vorjahren. Auf neu geschaffene Arbeitsplätze umgerechnet bedeutet das 40 bis 60 Prozent weniger neue Stellen als in früheren Jahren. Das schlägt sich auf die Steuereinnahmen aus.

Starker Franken ist mit Schuld

Auch der starke Franken hatte einen negativen Einfluss auf die Einnahmen. Nicht nur liess er die Gewinne im Ausland schwinden; er drückte auch auf die Margen.

Ein weiterer Punkt ist die seit dem Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise fast ganz ausgebliebene Teuerung, denn auch das Steuersubstrat unterliegt der Teuerung. Seit 2008 stagnierte die Teuerung meist oder war sogar rückläufig. Auch die Löhne stiegen seit 2010 weniger stark.

Schon die zweite schlechte Nachricht

Bisher seien die Einnahmen aus direkten Bundessteuern – sowohl bei der Gewinnsteuer als auch bei der Einkommenssteuer – jeweils der Entwicklung der Konjunktur gefolgt, schreibt die Eidgenössische Steuerverwaltung. Deshalb hatte sie angenommen, dass die Einnahmen ab 2009 wieder steigen würden.

Der Bund schrieb 2014 zum ersten Mal seit fast zehn Jahren wieder rote Zahlen. Die im Februar präsentierte Rechnung weist ein Minus von 124 Millionen Franken aus. Budgetiert war ein Überschusses von 121 Millionen Franken.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Einbruch bei der direkten Bundessteuer? Who cares! War ja sowieso eine provisorische Steuer (welche durch Slaamitaktik immer wieder umbenannt und auf fragwürdigen Grundlagen legitimiert wurde)! 2020 läuft sie (mal wieder) aus. Mal sehen……
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Liebe Frau Widmer-Schlumpf,die Leute in der Wirtschaft sind nicht ganz dumm und die Gewinnsteuer lässt sich heute leider meines Erachtens mit einfachen Mitteln umgehen wenn man weis wie.Daher sollten man mit den Einnahmen aus der Gewinnsteuer nicht planen. Erstrecht nicht heute wo Europa mitten in der Wirtschaftskriese steckt. In dem Zusammenhang darf man auch nicht mit rosigen Zahlen bei der Einkommenssteuer planen.Im Gegenteil.Der Einkaufstourismus nach D wird die Finanzen nachhaltig belasten.
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    1. Antwort von R. Bünzli, Bern
      @Hans Knecht, Torny: Ich bin sicher kein Fan von BR Widmer-Schlumpf. Bin mir ganz sicher, dass solche Aspekte bei der Planung der Einnahmen beim Bund berücksichtigt werden. Die andere Seite (Ausgaben) der Erfolgsrechnung ist auch ein Problem, dass die Bundesfinanzen aus dem Lot geraten. Immer höhere Sozialausgaben, Asylkosten, usw. Zudem schaffen neue Gesetze neue teure Stellen beim Bund. Dort sollte vielleicht auch mal reorganisiert werden, um die Kosten zu senken.
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    2. Antwort von Hans Knecht, Torny
      R. Bünzli, wenn ich den Text lese habe ich leider nicht den Eindruck dass diese Aspekte berücksichtigt wurden. Und die immer höheren Sozialausgaben, Asylkosten, usw. sind gesetzt/vorprogrammiert. Mit jedem MWST-Prozent oder höheren Krankenkassenprämien hat man z.B.automatisch mehr Ausgaben im Sozialsystem. Es gibt da m.E. noch weitere Effekte. Was unternimmt der Bund dagegen?Und die ausufernde Bürokratie ist scheinbar ein europäisch-kulturelles Problem. Grossen Löhne ziehen bestimmte Geister an.
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  • Kommentar von Beat Schärer, Engadin
    Da werden Milliardengeschenke an die Wirtschaft gemacht und dann wundert man sich, dass ein Minus in der Rechnung entsteht. Da wundere ich mich aber schon ein wenig über unsere Landesregierung.
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