Stellwerkstörungen: SBB muss Rekordstrafe zahlen

Die SBB zahlt dem Zürcher Verkehrsverbund eine Entschädigung von 1,8 Millionen Franken. Grund sind die vielen Verspätungen im Zürcher S-Bahn-Verkehr wegen der Stellwerkstörungen im letzten Jahr.

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SBB muss Zürcher Verkehrsbund 1,8 Mio. zahlen

1:33 min, aus Schweiz aktuell vom 12.2.2014

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) ist mit den Leistungen der SBB nicht zufrieden: Die Zürcher S-Bahnen, die von der SBB betrieben werden, waren im vergangenen Jahr viel zu unpünktlich. Die SBB muss dem ZVV deshalb 1,8 Millionen Franken Malus zahlen.

Die SBB erreichte in Sachen Pünktlichkeit nur 95 von 144 möglichen Punkten. Damit liege sie klar unter dem vorgegebenen Zielwert von 117 Punkten, teilten SBB und ZVV gemeinsam mit. Die SBB müsse deshalb den maximalen Malus von 1,8 Millionen Franken zahlen.

Ausschlaggebend für diese Maximal-Strafe waren unter anderem die zahlreichen Stellwerkstörungen während der Sommermonate. Sie führten im Raum Zürich teilweise zu grossen Verspätungen und viel Ärger bei den Passagieren.

Blick in die Betriebsleitzentrale Ost mit zahlreichen Arbeitspläzten mit PC.

Bildlegende: Die Betriebsleitzentrale Ost: Von hier aus wird unter anderem das S-Bahn-Netz Zürich gesteuert. Keystone

S-Bahnen wieder pünktlicher

Um solche Störungen zu vermeiden, nimmt die SBB mittlerweile keine Stellwerkanpassungen während der Hauptverkehrszeiten mehr vor. Seit September fahren die S-Bahnen denn auch wieder deutlich pünktlicher. Nicht zufrieden ist der ZVV auch mit der Information der Passagiere, wenn es zu solchen Störungsfällen kommt.

Das Geld fliesst in die Kasse des ZVV und reduziert dort das Defizit. ZVV und SBB sind trotz des hohen Malus für das Jahr 2013 überzeugt, dass das Bonus-Malus-System sinnvoll ist. So würden Schwachstellen identifiziert und Anreize für Verbesserungen gegeben. Im Jahr 2012 musste die SBB nur 87'000 Franken Strafe zahlen.