Sterbehilfe: Beitrittsrekord für Exit

Im letzten Jahr sind rund 13'500 Menschen der Sterbehilfe-Organisation Exit beigetreten, so viele wie noch nie. Zugenommen hat auch die Zahl der Freitodbegleitungen.

Eine Frau hält die Hand einer alten Frau.

Bildlegende: Neben der Schweiz lassen in Europa die Niederlande, Belgien und Luxemburg Sterbehilfe legal zu. Keystone

Noch nie sind so viele Menschen der Sterbehilfeorganisation Exit in der Deutschschweiz beigetreten wie im vergangenen Jahr. Der Verein verzeichnete die rekordhohe Zahl von 13'413 Neubeitritten. Damit zähle die Organisation derzeit über 86'000 Mitglieder.

Angestiegen ist auch die Zahl der Freitodbegleitungen. Insgesamt haben sich im vergangenen Jahr 583 Menschen entschieden, mit Hilfe von Exit aus dem Leben zu scheiden, 25 Prozent mehr als 2013. Das Durchschnittsalter lag bei 77,5 Jahren.

Insgesamt hat Exit rund 2500 Anfragen von Sterbewilligen erhalten. In rund 900 Fällen sind Abklärungen für eine Freitodbegleitung getroffen worden. Das seien 21 Prozent mehr als im Vorjahr, schreibt der Verein.

Die häufigsten Gründe für einen begleiteten Freitod bleiben Krebs im Endstadium, Alterskrankheiten sowie chronische Schmerzerkrankungen. Die meisten Sterbebegleitungen erfolgten in den Kantonen Zürich (210), Bern (86), Aargau (49), St. Gallen (38), Basel-Stadt (25) und Baselland (29).

«Selbstbestimmtere Generation»

Exit führt den starken Zuwachs unter anderem auf das grosse Medieninteresse der vergangenen Jahre zurück. Weiter verweist der Verein auf die steigenden Einwohnerzahlen, auf die alternde Bevölkerung sowie auf die Zunahme der Demenzdiagnosen. Dazu komme, dass eine «stetig selbstbestimmtere Generation ins Alter kommt».

Die Beitritte erfolgen laut Exit typischerweise im Alter um die 50 Jahre, das Durchschnittsalter beträgt über 65 Jahre. Drei Fünftel der Mitglieder sind Frauen.

Auch in der Romandie verzeichnet Exit steigende Mitgliederzahlen. Die genauen Zahlen für die Westschweiz werden am 25. April in bekannt gegeben.