Zum Inhalt springen

Steuer-Kompromiss gefordert «Trump will in Davos auch Firmen in die USA locken»

Die Steuerreform von Donald Trump macht den kantonalen Finanzdirektoren Sorgen. Sie befürchten einen Firmen-Exodus.

Legende: Video Steuervorlage 17 abspielen. Laufzeit 2:11 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 14.01.2018.

«Ich glaube, Donald Trump kommt nicht nach Davos, um Ski zu fahren und Bergluft zu schnuppern – und auch nicht nur, um politische Gespräche zu führen», sagt der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler. «Ich glaube, er kommt auch nach Davos, um Firmen in die USA zu locken.» Diese Entwicklung mache ihm Sorgen.

Dazu kommt Druck aus der EU. Sie hat die Schweiz auf eine graue Liste gesetzt. Dies ermächtigt EU-Länder, von ihren Firmen in der Schweiz mehr Steuern zu verlangen. «Diese graue Liste sowie die Steuerreform in den USA haben den Druck auf die Schweiz nochmals enorm verschärft, vorwärts zu machen mit einer neuen Unternehmensbesteuerung», stellt Eva Herzog, Vizepräsidentin der kantonalen Finanzdirektoren, gegenüber der «Tagesschau» fest.

Internationale Firmen wollten nun vermehrt wissen, ob es sich lohne, in der Schweiz zu bleiben. Dazu bräuchten sie Klarheit über die künftigen Unternehmenssteuern in der Schweiz. «Wir besprechen mit den Firmen Szenarien, versuchen Sicherheit zu vermitteln und zu sagen, dass sie nicht überhastet irgendwelche Entscheide fällen sollen», so die Basler Finanzdirektorin. «Aber das braucht immer wieder ziemlich Überzeugungskraft.»

Rasche Umsetzung gefordert

Zurzeit geniessen noch 24'000 internationalen Unternehmen in der Schweiz Steuerprivilegien, verglichen mit anderen Firmen. Wegen internationalen Drucks sollen diese Privilegien aufgehoben und durch neue Vergünstigungen für alle Firmen ersetzt werden. Ein erster Anlauf – die Unternehmenssteuerreform 3 – wurde vom Volk vor knapp einem Jahr aber abgelehnt. Unterdessen hat der Bundesrat unter dem Titel «Steuervorlage 17» einen neuen Vorschlag präsentiert. Er ist auf kontroverses Echo gestossen. Im März folgt die Botschaft.

Sowohl Herzog als auch Tännler appellieren nun ans Parlament, sich noch dieses Jahr zu einigen. «Das Parlament und einzelne Parteiexponenten müssen halt gewisse Interessen hintanstellen, sonst gibt es keinen Kompromiss», so Tännler.

34 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Fürer (Hans F.)
    Hoffentlich lesen diesen Beitrag alle unsere Politiker inkl. dem Alt-Bundesrat Ogi, damit sie aus ihren Träumen herausgerissen werden, was alles sie bei einem allfälligen Handshake bei Trump vermeintlich bewirken können.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Edi Steinlin (stoni)
    Entweder wird über Trump gejammert oder er wird kritisiert. Lasst ihn doch mit seiner Steuerreform und sicher kommt er nicht in die Schweiz um unsere Wirtschaft anzukurbeln. Er muss für sein Land schauen, wenn die eine oder andere amerikanische Firma heimgeht, so ist das halt so. Die bürgerlichen jammern und die linken machen Demos mit Sachbeschädigungen die mit den Polizeieinsätzen eine Unmenge Geld kosten. Kümmern wir uns um die Schweiz und unsere Politiker/innen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Wenn die Firmen der Steuern wegen in die USA ziehen, könnte man ja hier in Europa und der Schweiz Zölle einführen, wen die USA nach Europa liefern will. Statt Amerika first, Europa first. Gleich lange Spiesse für alle.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen