Steuerabzüge für Weiterbildungen neu mit Obergrenze

Fast alle beruflichen Aus- und Weiterbildungskosten dürfen in der Schweiz künftig von den Steuern abgezogen werden. Dafür gilt eine neue Obergrenze. Ausnahme bleibt weiterhin die Erstausbildung. Das Gesetz gilt ab 2016.

Erwachsene an einem langen Tisch, einer blättert im Ordner.

Bildlegende: Weiterbildungen können ab 2016 von den Steuern abgezogen werden – allerdings mit Kostendeckel. Keystone

Wer eine berufsorientierte Aus- oder Weiterbildung absolviert, kann ab Anfang 2016 maximal noch 12'000 Franken pro Jahr von den Steuern abziehen. Das entsprechende Gesetz hatte das Parlament im vergangenen Jahr verabschiedet.

Nach Ablauf der Referendumsfrist beschloss nun der Bundesrat, das Gesetz auf den 1. Januar 2016 in Kraft zu setzen. Dies teilte das Eidgenössische Finanzdepartement mit.

Das Gesetz betrifft die Bundessteuern. Dort sind heute unbegrenzte Abzüge für Weiterbildungen möglich, mit denen der berufliche Stand gehalten werden kann. Für Ausbildungen, die zu einem besseren Job führen, gibt es aktuell dagegen keine Abzüge.

Acht Prozent müssen draufzahlen

Für den Abzug der Kosten gilt allerdings eine Obergrenze. Und Kosten für eine Erstausbildung können nach wie vor nicht abgezogen werden.

Die Kantone können weiterhin selber festlegen, wie weit diese Kosten von den kantonalen Steuern abgezogen werden können.

Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf hatte bei der Debatte im Parlament gesagt, die Obergrenze sei so hoch angesetzt, dass weiterhin 92 der Steuerpflichtigen ihre vollen Aus- und Weiterbildungskosten abziehen könnten.

Kantone müssen Gesetze anpassen

Der Bund erwartet durch die Neuregelung Steuerausfälle in der Höhe von zehn Millionen Franken. Bei den Kantonen und Gemeinden wird mit Einbussen von 50 Millionen Franken gerechnet.

Gemäss der Mitteilung des Finanzdepartements haben die Kantone nun bis Anfang 2016 Zeit, ihre Gesetzgebung anzupassen. Damit werde ein gleichzeitiges Inkrafttreten von Bundesrecht und kantonalem Recht gewährleistet.