Zum Inhalt springen

Schweiz Steuerdeal mit USA: Nachverhandlung gefordert

Treuhand Suisse fordert von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf Nachverhandlungen im Steuerdeal mit den USA. In einem offenen Brief kritisiert der Verband die Vereinbarung mit dem US-Justizministerium, «also einer untergeordneten Behörde, die keine verbindlichen Ergebnisse aushandeln kann».

Bundesrätin Widmer-Schlumpf
Legende: Soll die Akten für Nachverhandlungen mit den USA nochmals öffnen: Bundesrätin Widmer-Schlumpf. Reuters/Archiv

Weder die amerikanische Steuerbehörde IRS noch die lokalen Staatsanwaltschaften seien in die Verhandlungen einbezogen worden, schreibt Direktor Patrik Kneubühl. Er fürchtet, dass diese sich «entsprechend nicht an die Ergebnisse gebunden» fühlten.

Legende: Video Schlussstrich unter langjährigen Streit abspielen. Laufzeit 1:22 Minuten.
Vom 30.08.2013.

Am Donnerstag hatten sich die Schweiz und die USA nach jahrelangen Verhandlungen im Steuerstreit um unversteuerte Gelder auf Schweizer Bankkonten geeinigt. Das Programm, an dem sich die Banken beteiligen können, sieht nicht nur vor, dass ein Teil der Banken hohe Bussen bezahlen müssen. Sie müssen den US-Behörden auch umfangreiche Unterlagen aushändigen - inklusive Namen und Funktionen jener Personen, die für Gesetzesverstösse verantwortlich waren. Die betroffenen Mitarbeitenden, Anwälte und Treuhänder müssen vorab informiert werden und können die Datenlieferungen vor Gericht anfechten.

Undenkbar in der Schweiz

Im offenen Brief gehen die Treuhänder davon aus, dass das Widerspruchsrecht nicht funktioniert und daher die «faktische Beweislastumkehr» ausgelöst ist. Mit anderen Worten: Die Treuhänder müssten ihre Unschuld belegen - «im schweizerischen Rechtsverständnis undenkbar», hält Treuhand Suisse fest.

Der Verband fordert von Finanzministerin Widmer-Schlumpf nun Nachverhandlungen. «Aus unserer Sicht ist es angezeigt, dafür zu sorgen, dass die Begrifflichkeit in den Verhandlungen mit den USA berichtigt werden.»

Schon nach dem Bekanntwerden des Deals kritisierten die Treuhänder die Weitergabe ihrer Namen als «nicht akzeptabel». Der Verband behält sich rechtliche Schritt vor, um seine Mitglieder zu schützen.

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Walter Kathriner, Sarnen
    Der Treuhänder-Verband behält sich rechtliche Schritt vor:...richtig so, sollen die mit den USA Richtern streiten. Bei den Lemmingen ist es auch so, wenn sie zuviele sind, fressen sie sich gegenseitig auf.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Neuverhandlungen? EWS hat ja gar nichts ausgehandelt - sie hat eins zu eins die Forderungen übernohmen und als diese vom - natürlich geheim gehalten - vom Parlament abgelehnt wurde hat sie es trotztdem getan! Neuverhandlungen ist der falsche Begriff! EWS müsste endlich mal beginnen zu verhandeln!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Keller, Thurgau
    Ich verlange den Rücktritt von EWS: ihre Verträge sind rechtstaatlich Bedenklich, die Ergebnisse besagen "die CH macht, aber es beendet den Streit nicht", schaffen Rechts-Unsicherheit für CH-Bürger, ganze Berufsstände, und Ausländer. Ferner schliesst EWS in vollem Bewusstsein Verträge mit der IRS, welche überhaupt nicht befugt ist, ausl. Behörden unter Druck zu sezten od. Verträge mit anderen Staaten zu schliessen (IRS != DFA). Das wird einen Rattenschwanz an ernsten Problemen nach sichziehen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von H. Frühling, Bern / Zürich
      Verlangen können Sie viel, erreichen werden Sie mit Ihrer Art, Forderungen zu stellen, gar nichts. Zumal Sie jeweils zu einem Thema nichts, aber auch gar nichts sinnvolles beitragen. Ihre Sprüche gegen EWS lassen sich auch im Stundentakt automatisch vorbringen: Sie werden trotzdem nicht besser. (Kleine Anfrage: Wann verklagen Sie jetzt Delaware ;-)) ). Oder müssen wieder andere vor, damit Sie dann Ihre unsachliche Kritik anbringen können?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen