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Schweiz Steuererleichterungen für Widmer-Schlumpf kein Tabu

Die Schweizer Wirtschaft könne die Aufhebung der Euro-Untergrenze verkraften. Davon zeigt sich Finanzministerin Widmer-Schlumpf in der Sonntagspresse überzeugt. Sie sei auch bereit, später über allfällige steuerliche Erleichterungen zu sprechen.

Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf spricht an der BDP-Delegiertenversammlung.
Legende: Die Finanzministerin zeigt sich zuversichtlich. Keystone

Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf geht davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft die Aufhebung des Euro-Mindestkurses verkraften kann, da die Firmen besser aufgestellt sind als 2011 bei dessen Einführung.

Dennoch zeigte sie sich offen, über Forderungen nach steuerlichen Entlastungen oder Konjunkturprogrammen zu sprechen. Noch sei es aber zu früh, sagte Widmer-Schlumpf in mehreren Interviews der Sonntagspresse.

Doch die angestossene Unternehmenssteuerreform III sei schon ein Entlastungspaket, sagte sie der Zeitung «Schweiz am Sonntag». Im Rahmen dieser Reform sei sie zu Diskussionen bereit. Ansonsten müsse man die Lage jetzt beobachten, erklärte sie in der «SonntagsZeitung». «Sollten wir in einem halben Jahr sehen, dass es weitere Massnahmen braucht, wird man dann darüber diskutieren müssen.» Konjunkturpakete seien bei Wechselkursproblemen aber «wenig zielführend».

Legende: Video Jordan glaubt an Franken-Abschwächung abspielen. Laufzeit 00:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.01.2015.

Hoffnung auf Euro-Kurs von 1.10 Franken

Mit einem Kurs von 1.10 Franken pro Euro könnten sich die Schweizer Unternehmen arrangieren, sagte die Finanzministerin dem «SonntagsBlick». Sie sei zuversichtlich, dass er sich dort einpendeln werde. Am Wochenende lag der Kurs leicht über Parität bei ungefähr 1.02 Franken pro Euro. Die Untergrenze lag bei 1.20 Franken pro Euro.

Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann rechnet bei einem Kurs von 1.10 Franken mit einer «starken Bremsung» der Wirtschaft, wie er im Interview mit dem «SonntagsBlick» ausführt. «Fällt der Kurs unter 1.10, erwarte ich eine Rezession.»

Widmer-Schlumpf stärkte ausserdem der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und ihrem Präsidenten Thomas Jordan den Rücken: Jordan geniesse im Bundesrat vollstes Vertrauen. «Den Entscheid der Nationalbank beurteile ich als konsequent, und er wird von mir nicht in Frage gestellt.» Es sei eine «gute Entwicklung», dass die SNB nun wieder über mehr Handlungsspielraum verfüge.

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stand
    Wenn schon Steuererleichterungen, dann besonders für die Büezer, welche jeden Rappen in der Steuererklärung angeben müssen. Und nicht schon wieder die Grossen beschenken.
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  • Kommentar von Peter Plan, Sevelen
    Steuern zahlt nur wer Gewinne macht. Was soll das? Die Firmen welche Substanzabbau betreiben müssen und somit rote Zahlen schreiben wären das Problem... bzw. einige haben dort eben wirklich auch nicht die Hausaufgaben gemacht und andere können gar nicht anders. Blödsinnige Idee
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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Solche Aussagen wie von Frau Widmer-Schlumpf bereiten mir Schlaflosenächte... Die SNB hatte den EURO auf 1.20 verteitigt obwohl bekannt ist, dass die EU Geld druckt um den EURO zu Schwächen. Hinweise von verschiedenen Seiten wurden Ignoriert. Nun ist auch die SNB Aufgewachen und hat das richtige getan, doch WARUM! Sollen wir Steuerzahler nun für den Mist von der SNB geradestehen? Nein, so nicht Frau Widmer-Schlumpf... Das soll die SNB Selbst verantworten...
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