Zum Inhalt springen

Schweiz Steuergeschenk für die Bauern in der Warteschlaufe

Die Wirtschaftskommission des Ständerats hat ihren Entscheid zu den umstrittenen Steuerprivilegien beim Verkauf landwirtschaftlicher Grundstücke verschoben. Sie will zuerst weitere Informationen zu deren Verfassungsmässigkeit einholen. Die Resultate sollen bis im August vorliegen.

Wiese mit einem Bagger.
Legende: Die Vorlage geht auf eine Motion zurück, die beide Räte gutgeheissen hatten. Keystone

Zu den Steuererleichterungen für Bauern beim Verkauf von Baulandreserven ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die Wirtschaftskommission des Ständerates (WAK-S) lässt jetzt die vom Nationalrat beschlossene Steuerbefreiung auf ihre Verfassungsmässigkeit überprüfen.

Die WAK-S hat deshalb ihren eigenen Entscheid verschoben und verlangt von der Verwaltung vertiefte Abklärungen zur rechtsgleichen Behandlung von Landwirten und selbständigen Gewerbetreibenden und zur konkreten steuerlichen Belastung. Die Resultate sollen bis im August vorliegen.

Landverkauf durch Bauern war bis 2011 steuerbefreit

Der Nationalrat hatte die Steuererleichterung für Bauern in der Sondersession von letzter Woche beschlossen. Diese sollen auf Gewinnen aus dem Verkauf von Bauland keine Bundessteuer zahlen müssen. Beim Bund und bei den Sozialwerken würde das zu geschätzten Ausfällen von 400 Millionen Franken pro Jahr führen.

Auslöser der Gesetzgebungsarbeiten war ein Bundesgerichtsentscheid von 2011. Vorher waren Gewinne aus dem Verkauf von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken von der direkten Bundessteuer befreit. Das Bundesgericht begrenzte dieses Privileg auf Grundstücke, die dem Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht unterstellt sind. Gewinne aus dem Verkauf von Baulandreserven von Landwirtschaftsbetrieben sind seither voll steuerbar.

Das will der Nationalrat rückgängig machen. Die Vorlage dazu hatten beide Kammern mittels einer Motion beim Bundesrat in Auftrag gegeben.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von K. Räschter (K. Räschter)
    Das geht nunmal zuweit, dass Bauern ihre Landverkäufe anders versteuern müssen, als "Normalsterbliche". Die bekommen sonst schon Zuschüsse, Subventionen, usw. Auch als sonst bürgerlicher Wähler bin ich klar dagegen, dass die Bauern beim Landverkauf steuerlich bevorzugt werden. Denn wenn man schon durch Umzonungen bevorzugt wird, kann man ruhig etwas am Staat zurückgeben, wenn man dies zu Geld macht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alfred Schläpfer (191.5yenokavan)
    Merken wir uns, viele sind keine Bauern oder gar Landwirte, das sind Landbesistzer, die damit spekulieren, nichts anderes, kein Gedanke an nachhaltige Landwirtschaft und Nahrungsmittel Produktion, sondern nur Profit für keine Leistung.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Armin Hug (Hugi)
    Nachdem ein Aufschrei durch das Volk ging und die Volksseele kocht, will der SR jetzt erstmal den Staub setzen lassen und dann schauen, wie sehr man sich persönlich mit der Interessenpolitik zu Gunsten der Bauern aus dem Fenster lehnt :-). Für mich gehören zustimmende "Volksvertreter" künftig von jedem Stimmzettel gestrichen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen