Zum Inhalt springen

Schweiz Strafanzeigen gegen Stadtzürcher Polizeivorsteher Richard Wolff

Ein Polizeieinsatz in Zürich Oerlikon von vergangenem September hat rechtliche Folgen: Nachdem sich rund 50 Personen auf dem Polizeiposten ausziehen mussten, reichten fünf Personen Anzeige gegen Polizeivorsteher Richard Wolff ein.

Legende: Video Mehrere Strafanzeigen gegen Zürcher Polizeivorsteher abspielen. Laufzeit 5:00 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 18.01.2016.

Die Anzeigen von fünf betroffenen Personen hat die Anwältin Noëmi Erig verfasst. «Es ist für mich klar, dass die Polizei ihre Macht missbrauchte und es für die Leibesvisitationen keine gesetzliche Grundlage gab. Deshalb ist der Straftatbestand des Amtsmissbrauchs sowie der Freiheitsberaubung erfüllt», erklärt Erig gegenüber «Schweiz Aktuell».

Insgesamt vier Frauen und ein Mann erstatteten Anzeige, auch wegen Körperverletzung und Nötigung. Neben Richard Wolff (AL) richten sich die Anzeigen gegen den Polizeikommandanten sowie den Einsatzleiter.

Polizei räumt Fehler ein

Am 19. September 2015 führten Abtreibungsgegner den bewilligten «Marsch fürs Läbe» in Zürich Oerlikon durch. Gleichzeitig sollte eine unbewilligte Gegendemo von Abtreibungsbefürwortern stattfinden, um für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen zu demonstrieren und um den Marsch zu stören.

Polizeibeamte stellen sich gegen Demonstrantinnen.
Legende: Am 19. September 2015 verhaftete die Polizei in Zürich Oerlikon 100 Gegendemonstranten. Keystone

Die Stadtpolizei Zürich führte 100 Personen ab. Rund 50 Demonstranten mussten sich anschliessend auf dem Polizeiposten ausziehen – laut Polizei aus Sicherheitsgründen.

Im Rahmen eines politischen Vorstosses zum Thema erklärte der Stadtrat im November, dass die Leibesvisitationen «weder sachdienlich noch effizient» waren. Dass nun fünf Personen Strafanzeige eingereicht haben, nimmt Mathias Ninck, Mediensprecher des Sicherheitsdepartements, zur Kenntnis. «Nun warten wir ab, ob es tatsächlich zu einem Verfahren kommt oder nicht.»

Polizeivorsteher Richard Wolff wollte keine Stellung nehmen, da es sich um ein laufendes Verfahren handle.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von paul muon (nicholas)
    Urs Graf (U.Graf): Sie sagen, die leute haben die Rechte von anderen nicht respektiert, also darf die Polizei auch deren Rechte verletzen. Erstens: nein, die Polizei sollte sichselbst an das Gesetz halten. Sie darf auch nicht bei Einbrecher selbst anfangen zu stehlen, oder Mörder ermorden. In diesem Fall ist auch die Verhälltnismässigkeit noch nicht gegeben: Eine Demonstration von anderen zu stören ist nicht gut, aber Leibesvisitation ist schon noch mal einen Grad schlimmer.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Janthiang (Bruno Janthiang)
    An alle die, die hier über die Polizei schimpfen. Hätte man keine Kontrolle der Leute gemacht und irgend so ein Mädel hätte sich aus der Hose ein Messer geholt, dann wäre ihr die ersten die wieder gegen die Polizei schreien würdet. Und zwar, weil die Polizei keine Kontrolle gemacht hätten. Die Polizei hat fast gute Arbeit geleistet. Fast weil sie diese Verbrecher zu schnell laufen liessen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Leuenberger (hansle)
    Dass die Polizei eine nicht bewilligte Demo stoppt, ist ok. Dass sie bestimmte Personen festnimmt und auf den Posten führt, ist legitim. Dass sich die Festgenommenen hier nackt ausziehen müssen, ist absolut unverhältnismässig!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen