Zum Inhalt springen

Schweiz Streik: In Genf stehen Busse und Trams still

Bei den Genfer Verkehrsbetrieben sind 100 Stellen in Gefahr. Das lassen sich die Angestellten nicht gefallen. Aus Protest haben sie einen eintägigen Streik einberufen.

Legende: Video Genf: Streik im Öffentlichen Verkehr abspielen. Laufzeit 1:19 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.11.2014.

In Genf fahren seit heute Morgen weder Trams noch Busse. Angestellte der Genfer Verkehrsbetriebe (TPG) traten aus Protest gegen einen Stellenabbau am Morgen in einen eintägigen Streik. Die Direktion der TPG hat vorab versichert, einen Minimalbetrieb zu garantieren.

Der Ausstand begann in der Nacht um 3 Uhr und sollte am Donnerstag um 3 Uhr beendet werden. Zum Streik aufgerufen hatte die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV). In einer schriftlichen Umfrage hatten ihn laut SEV 93 Prozent der Befragten unterstützt.

Legende: Video Einschätzungen von SRF-Korrespondentin Alexandra Gubser abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.11.2014.

Den TPG droht ein Abbau von mehr als 100 Stellen. Eine entsprechende Leistungsvereinbarung für die Jahre 2015 bis 2018 war von der Verkehrskommission des Genfer Grossen Rates und der TPG-Direktion angenommen worden. Der Stellenabbau werde die Arbeitsbedingungen noch weiter verschlechtern, befürchtet die SEV.

Staus am frühen Morgen

Um 7 Uhr morgens war der Autoverkehr in der Stadt dicht. Auf den Durchgangsachsen begannen sich Staus zu bilden. An grossen Kreuzungen war die Polizei präsent, um bei einem Verkehrszusammenbruch eingreifen zu können.

Die Polizei verzeichnete jedoch keine grossen Unterschiede zu einem normalen Arbeitstag, wie ein Mediensprecher der Genfer Polizei sagte. Viele der Verkehrsteilnehmer hätten sich wohl auf den Streik vorbereitet.

Die Direktion der TPG hatte zugesichert, den in der Leistungsvereinbarung vorgeschriebenen Minimalbetrieb aufrecht zu erhalten. Verhandlungen mit der SEV und den Streikenden seien im Gang, hiess es. Am Morgen blockierten Streikende zwei Depots und verhinderten so, dass Fahrzeuge ausfahren konnten.

Nach Angaben der TPG nimmt eine bedeutende Zahl der Angestellten des Unternehmens am Streik teil. Zahlen wurden jedoch nicht genannt. Das öffentliche Unternehmen hat insgesamt rund 1900 Angestellte. 740 von ihnen sind SEV-Mitglieder, darunter vor allem Fahrpersonal und Mitarbeiter des technischen Betriebes.

Ein Streik ist für die Genfer Verkehrsbetriebe nichts Neues. Bereits in den Jahren 2002 und 1992 hatten Angestellte des Unternehmens die Arbeit niedergelegt.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Auch der SEV müsste es wissen und einhalten, das "Streikverbot" bei uns. Nun, Genf ist ein dermassen internationales Pflaster, dass sich die Gewerkschaften "nicht mehr in der Schweiz fühlen müssen"! Fazit: Solche Arbeitsverweigerungen im öV sind wohl die unverständlichsten Aktionen, Forderungen der Arbeitnehmenden durch zu setzen! Das Schlimmste ist: Jene Kollegen, die Verantwortung gegenüber den öV-Benützer(innen) zeigen und arbeiten WOLLTEN, wurden durch die SEV-Funktionäre daran gehindert!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen