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Strenge Regeln «Die Zeugen Jehovas haben mich krank gemacht»

Ein ehemaliges Mitglied der Zeugen Jevohas legt eindrücklich dar, wie strikt die Regeln in der Glaubensgemeinschaft sind. «Für mich war es wie ein Gefängnis», sagt Christian Rossi in der «Rundschau».

Legende: Video Christian Rossi an der «Rundschau»-Theke abspielen. Laufzeit 06:00 Minuten.
Aus Rundschau vom 27.09.2017.

Er habe seine ganze Persönlichkeit und seinen Lebensstil ändern müssen, erzählt Christian Rossi. Der heutige Religionswissenschaftler spricht von einer regelrechten Gehirnwäsche: «Ich bin manipuliert und indoktriniert worden.»

Im Zentrum habe das Missionieren gestanden. In wöchentlichen Kursen sei ihm eingetrichtert worden, wie er Menschen zu bekehren habe: «Ich kam mir vor wie ein Handelsvertreter.» In Statistiken sei festgehalten worden, wie viele Stunden ein Jehovas-Mitglied fürs Missionieren aufwende.

Einsam und isoliert

Nach 20 Jahren in der sektenähnlichen Organisation beschloss Rossi, die Zeugen Jehovas zu verlassen. Immer mehr Regeln und Vorschriften hätten dazu geführt, dass er ein selbstbestimmtes Leben zurückhaben wollte. «Ich habe auf Liebe und Sexualität verzichten müssen», blickt Rossi zurück, der seine ganze Jugend bei den Zeugen Jevohas verbracht hat.

Der Ausstieg sei sehr schwierig gewesen, weil ein Kontaktverbot zwischen aktuellen und ehemaligen Mitglieder bestehe: «Ich habe mich einsam und isoliert gefühlt.» Diese Phase habe dazu geführt, dass er schwer depressiv geworden sei. Die Glaubensgemeinschaft habe ihn krank gemacht, so Rossi: «Physisch und psychisch».

Selbsthilfegruppe gegründet

Seitdem ist der Religionswissenschaftler freiwilliges Mitglied bei Infosekta und ist dabei, eine Selbsthilfegruppe für ausstiegswillige und ehemalige Mitglieder zu gründen. Er wäre damals froh gewesen, es hätte eine solche Anlaufstelle gegeben, sagt Rossi.

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47 Kommentare

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  • Kommentar von Hagel Hans (Hagel Hans)
    Zeugen Jehovas sind religiöse Menschen. Sie sind anständig, gepflegt und halten sich an die Gesetze. Die Verweigerung des Militärdienstes brauchte sicher oft Mut. Ich respektiere diese Leute, sie machen auf mich einen freundlichen, erfüllten Eindruck. Wir haben Religionsfreiheit. Auch wenn ich nicht zu ihnen dazugehöre war die Begegnung mit ihnen immer angenehm.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Sollten nächstens zwei solche Z.J. bei mir klingeln, werde ich sie für einmal hereinlassen und sie auf den ausgestossen und krank gemachten Christian Rossi ansprechen, und ihnen weismachen, dass - wenn sie schon nach der Bibel leben wollen - Jesus keine Sünder ausgestossen hat. Was sagte Jesus einmal zu den Leuten, welche die Sünderin verstiessen: "Wer von Euch glaubt, unschuldig zu sein, der werfe den ersten Stein auf diese Frau". Ja, er ergriff Partei für die Sündige
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    1. Antwort von Mario Wolf (Mario Wolf)
      Nach dieser Theorie müsste man alles erlauben. Das meinen Sie nicht wirklich, oder? Ich finde es von Herrn Brotz etwas fragwürdig, einen Ehemaligen / Gegner hinzustellen und seine Aussagen als objektiv darzustellen. Viele scheinen sich ja wohlzufühlen. Es gibt bestimmt zwei Seiten.
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  • Kommentar von Jakob Meier (jakob.meier)
    In einer Religion (welcher auch immer) von Wahrheit zu sprechen ist der grösste Irrglaube überhaupt und der Ursprung allen Übels. Denn auf diesen Wahrheitsansprucht folgt automatisch immer ein Wertesystem, welches zwangsläufig diffamiert. Es wird zwischen wahr und falsch unterschieden und zwar stupiderweise gerade dort, wo sich die Fragen dem menschlichen Wissen entziehen.
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