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Schweiz Studie: Eingebürgerte integrieren sich schneller

Wer eingebürgert wird, der integriert sich schneller und besser in die Gesellschaft. Zu diesem Schluss kommt eine vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Studie.

Legende: Video Der Schweizer Pass als bestes Integrations-Mittel abspielen. Laufzeit 4:23 Minuten.
Aus 10vor10 vom 28.09.2015.

Die Einbürgerung von Migrantinnen und Migranten wirke wie ein Katalysator für die Integration, heisst es in einer Mitteilung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) vom Montag zu einer entsprechenden Studie der Universitäten Zürich, Stanford und Mannheim.

Die schnellere Integration von Eingebürgerten zeige sich über alle untersuchten Gruppen hinweg – von gut bis hin zu schlecht ausgebildeten Menschen, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Besonders stark profitierten von der Einbürgerung Menschen aus der Türkei und aus Ex-Jugoslawien, die zu marginalisierten Migrantengruppen gehörten.

Über 700 Personen befragt

Grundlage der Studie ist der Datensatz von anonymen Abstimmungen über Einbürgerungsgesuche in Deutschschweizer Gemeinden von 1970 bis 2003. Von den Gesuchstellern wählten die Wissenschaftler 768 Personen aus, deren Einbürgerungsgesuch entweder knapp angenommen oder knapp abgelehnt worden war.

Schweizer Pass.
Legende: Besonders stark profitierten von der Einbürgerung Menschen aus der Türkei und aus Ex-Jugoslawien Keystone

Diese Gesuchsteller unterschieden sich kaum in Alter, Geschlecht, Herkunft, Sprachkenntnissen oder Aufenthaltsdauer in der Schweiz. «Für Migranten, die nur ein paar Ja-Stimmen auseinander lagen, war es letztlich reine Glückssache, ob sie die Schweizer Staatsbürgerschaft erhielten oder nicht», wird Mitautor Jens Hainmueller von der Universität Stanford in der Mitteilung zitiert.

Die Wissenschaftler befragten die rund 700 Personen per Telefon, unter anderem zu ihrem Wissen über Schweizer Politik und ihrer politischen Beteiligung. Die Befragung zeigte, dass die seit mehr als 15 Jahren Eingebürgerten sozial und politisch viel besser integriert sind als jene, deren Gesuch damals abgelehnt wurde.

Eingebürgerte verfügten beispielsweise über ein politisches Wissen, das vergleichbar sei mit jenem von gebürtigen Schweizerinnen und Schweizern. Knapp Abgelehnte hingegen blieben politisch marginalisiert, heisst es in der Mitteilung.

Bei den letzten nationalen Wahlen habe zudem die Wahlbeteiligung der untersuchten Eingebürgerten bei 58 Prozent gelegen, heisst es in der Studie. Dies sei bemerkenswert, zumal die Beteiligung der Schweizer, die den Pass seit Geburt besitzen, bei 52 Prozent gelegen habe.

Je früher, desto besser integriert

Die positiven Effekte der Einbürgerung seien umso grösser, je früher sich jemand einbürgern lasse, wird Mitautor Dominik Hangartner zitiert, Politikwissenschaftler an der Universität Zürich und an der London School of Economics.

Mit zwölf Jahren Aufenthaltsdauer gehe es in der Schweiz im europäischen Vergleich lange, bis sich ein Immigrant einbürgern lassen könne. «Unsere Studie zeigt, dass sich eine gewisse Reduktion positiv auf die Integration und damit für die gesamte Bevölkerung auswirken könnte», so Hangartner.

Die Wissenschaftler publizierten ihre Ergebnisse in den Fachzeitschriften «Proceedings of the National Academy of Sciences» und den «SSRN Working Paper Series».

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Diese Studie ist wieder ein Schuss ins Leere und die Behauptung der schnellen Integration kann auch widerlegt werden. Die Zusammenfassung der Befragungen durch "Forscher" hat keinen seriösen Hintergrund; eine Befragung braucht keine Forscher! Schade für das Geld welches hier unnütz ausgegeben wurde. Ein CHPass kann die Mentalität, den Charakter, das Ghettoverhalten, Traditionen usw. nicht verändern. Der Wille zur Integration hängt mit der Bildung zusammen!!!
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Wenn sich jemand noch integrieren muss, nachdem er den Pass erhalten hat, ist etwas schief gelaufen!
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  • Kommentar von Pavol Vojtyla (Habe Sozialismus erlebt)
    Immer wenn es regnet und ich schaue aus dem Fenster sehe ich Leute mit Regenschirmen. Bitte bitte keine Regenschirme tragen damit es immer sonnig bleibt. Solche ist die Aussagekraft dieser Studie. Hat jemand darauf gedacht, dass die per Zufall abgelehnte Kandidaten einfach frustriert geworden sind und sie haben ihre Interesse sich zu integrieren verloren? Wie würden sie in solcher traurigen Siruation reagieren? In komplizierten Systemen ist selten eine Korrelation ein Beweis der Kausalität.
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