Strategische Kooperation Südostbahn fährt für die SBB

Karte Schweiz

Bildlegende: Diese Strecken betreibt die Südostbahn ab 2020. SRF

  • Die Südostbahn (SOB) wird ab Dezember 2020 die Gotthard-Panorama-Strecke und die Strecke Bern – Chur via Burgdorf, Zürich, Ziegelbrücke, Chur betreiben. Die Vermarktung übernimmt die SOB ebenfalls.
  • Für diese Leistungen erhält die SOB Geld von den SBB. Eine entsprechende Vereinbarung wurde unterzeichnet.
  • Die beiden Unternehmen erhoffen sich dadurch wirtschaftliche Synergien. So soll das Rollmaterial beider Bahnen besser eingesetzt und ausgelastet werden.

Das müssen Sie wissen

Die Konzession für den Fernverkehr auf dem Schweizer Schienennetz läuft per Ende Jahr aus (ausser für vier Strecken im Jurabogen. Dort läuft sie bis 2019). Seit 2004 war sie ganz in den Händen der SBB. Mit der Südostbahn SOB und der BLS haben weitere Bahnen Interesse an Fernverkehrs-Linien angemeldet.
Die Branche soll einen Vorschlag präsentieren, hiess es seitens des zuständigen Bundesamtes für Verkehr BAV. Für die neue Vergabe-Runde sei zwischen Premium- und Basis-Netz zu unterscheiden. Für das Premium-Netz gibt das BAV erstmals Qualitätskriterien und Leistungskriterien vor – etwa dass es neues Rollmaterial sein muss, eine Verpflegungsmöglichkeit vorhanden sein muss, und wie oft die Verbindung in der Stunde angeboten werden soll.
Die Gespräche zwischen SBB und BLS endeten ohne Einigung. Die BLS gab bekannt, dass sie gerne folgende Fernverkehrs-Linien betreiben möchte und ein eigenes Konzessionsgesuch stellen werde: Interlaken Ost – St. Gallen, Interlaken Ost – Basel, Brig – Romanshorn, Thun – Biel, Bern – Olten. Die SBB beharrte darauf, dass sie alleine die Konzession beantragen wolle für das ganze Netz und wie im vergangenen Jahrzehnt mit den anderen Bahnen als Partnerinnen fahren wolle.
Die Gespräche zwischen SBB und SOB hingegen liefen weiter – hier drehte es sich zu Beginn um die Gotthard-Bergstrecke, welche die SOB, die die Ost- und Innerschweiz verbindet, gerne betreiben möchte.
Später wurde bekannt, dass sich auch die BLS und die SBB wieder an den Verhandlungs-Tisch gesetzt haben.
Interessierte Bahnen müssen ihre Konzessions-Gesuche bis im September einreichen, damit neue Konzessionen auf Fahrplanwechsel im Dezember erteilt werden können. Bei einem Wechsel der Betreiberin auf bestimmten Strecken soll laut BAV ein schrittweiser Übergang in den nächsten Jahren erfolgen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • SBB und Südostbahn wollen gemeinsam Linien betreiben

    Aus Tagesschau vom 7.7.2017

    Die SBB und die Südostbahn wollen ab 2020 zwei durchgängige Linien gemeinsam betreiben: Einerseits auf der Strecke zwischen Basel bzw. Zürich, via der Gotthard-Bergstrecke nach Lugano. Anderseits die Interregio-Verbindung von Bern nach Chur.