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Schweiz SVP-Inserat: «Pflichtstoff» für Berner Staatsanwälte

Das Berner Obergericht kippt die Einstellungsverfügung der Berner Staatsanwaltschaft. Die unter dem Begriff «Schlitzer-Inserat» bekannt gewordene Publikation der SVP muss strafrechtlich beurteilt werden.

Auszug des Plakats.
Legende: Das SVP-Inserat zur Initiative «Masseneinwanderung stoppen» sorgte seinerzeit für schweizweite Empörung. SRF

Das Berner Obergericht pfeift die Berner Staatsanwaltschaft zurück. Die Richter folgen der Argumentation des Rechtsanwalts David Gibor, wie  «Tagesanzeiger.ch» schreibt. Gibor vertritt zwei Kosovaren, die seit 2011 gegen ein SVP-Inserat  Beschwerde führen. Wegen Verstosses gegen die Anti-Rassimus-Strafnorm.

Der Inserattext «Kosovaren schlitzen Schweizer auf» sorgte in weiten Teilen der politischen Schweiz für Empörung. Die Justiz tat sich demgegenüber schwer mit einer Beurteilung des Falles. Fast ein Jahr lang stritten die Zürcher und die Berner Staatsanwaltschaft über die Zuständigkeit.

Das Bundesstrafgericht wies den Fall schliesslich der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland zu – worauf die Behörde die Strafuntersuchung umgehend einstellte.

Verboten: Das Verfahren gleich wieder beenden

Diese Taktik ist nicht aufgegangen. Nicht nur, dass die Berner Staatsanwaltschaft nun eine Strafuntersuchung gegen Exponenten der SVP einleiten muss. Das Gericht untersagt dem Ankläger auch gleich, das Verfahren nochmals einzustellen.

Dieses Verfahren wird sich nun gegen das damalige Initiativ-Kommitee richten. Im Komitee sassen SVP-Präsident Toni Brunner, Vizepräsident Christoph Blocher, Ex-Fraktionschef Caspar Baader, sein Nachfolger Adrian Amstutz und Nationalrat Oskar Freysinger.

29 Kommentare

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  • Kommentar von Nemo Tenetur, Bern
    Schade schreibt die SRF nicht, weshalb die berner Staatsanwaltschaft die Sache eingestellt hat. Jede Einstellung muss schliesslich begründet werden. Ferner wäre von Interesse, was die Begründung des Gerichts gewesen ist. So aber ist eine Einschätzung der Sache nicht möglich. Kann gut sein, dass die Sache weniger einen politischen, sondern viel mehr einen juristischen Hintergrund hat.
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  • Kommentar von Gerahrd Himmelhan, Naters
    Kann mir jemand mitteilen von wem und wie die Anwaltskosten und die Gerichtskosten bezahlt (aufgeteilt) werden?? Merci
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      So viel ich weiss gehen bei mittellosen Klägern die Kosten der im Vorfeld auf ihre Berechtigung geprüften Klagen an den Staat, bezw. den Kanton (Steuerzahler).
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Danke für die Info,B.Schumacher!Dennoch,bei dieser Tat damals waren 2 Kosovaren dabei.Das ungeschickte Plural hat man dann,wie üblich gegen die SVP,in "alle Kosovaren" ausgelegt.Jeder weiss,dass das so nicht gemeint war Dasselbe mit dem schwarzen Schafeplakat.Jedem hierzulande ist klar,schwarze Schafe in der Gesellschaft müssen nicht zwingend schwarz sein.Schwarzes Schaf nennt man,wer sich in Familie od.Gemeinde negativ bis kriminell abhebt.Das hat doch nichts mit Ausländerhass zu tun!
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