Swiss geht wegen Flughafengebühren vor Gericht

Die Fluggesellschaft Swiss wehrt sich gegen die neuen Gebühren am Flughafen in Zürich. Zusammen mit anderen Fluggesellschaften reichte sie Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein.

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Knatsch über Gebühren am Flughafen Zürich

2:29 min, aus Tagesschau vom 16.12.2013

Die Fluggesellschaft Swiss kritisiert die vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) neu festgelegten Flughafengebühren. Nach Ansicht der Airline stellen sie keine Senkung, sondern eine Erhöhung der Gebühren dar. Die Verordnung sei stark zugunsten des Flughafens ausgestaltet.

«Die Beschwerde ist notwendig, um unser Anliegen für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Luftfahrt und für eine ausgeglichene Lastenverteilung zu vertreten», sagte Swiss-CEO Harry Hohmeister. Die neue Verfügung würde für die Fluggesellschaften eine Mehrbelastung von 115 Millionen Franken zwischen 2014 und 2017 bedeuten. «Das ist ein inakzeptabler Betrag», so Hohmeister.

Zürcher Flughafen mit Abstand am teuersten

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hatte im November die neuen Gebühren am Flughafen Zürich verfügt. Hintergrund waren die gescheiterten Verhandlungen zwischen der Flughafen Zürich AG und den Flughafennutzern. Die neue Verordnung hätte ab dem 1. Februar 2014 gelten sollen. Nun erhoffen sich die Swiss und die anderen Fluggesellschaften von der Beschwerde eine aufschiebende Wirkung.

Eine Maschine der Swiss auf dem Flughafen

Bildlegende: Die Swiss kritisiert insbesondere die Erhöhung der Parkgebühren für Flugzeuge. Keystone

Der Flughafen Zürich sei mit Abstand der teuerste, betonte auch der operative Leiter der Swiss, Rainer Hiltebrand: «Mit ähnlichen Flughäfen wie etwa Wien oder Brüssel verglichen, müssten die Gebühren etwa um 20 Prozent gesenkt werden».

Flughafen sieht Entlastung

Die Swiss kritisiert zudem die Neueinführung einer Parkgebühr für die Flugzeuge. «Als Hub-Gesellschaft sind wir davon mehr als alle anderen betroffen», sagte Hiltebrand. Beschwerde führen neben der Swiss die Edelweiss Air, die Lufthansa Passage Airlines, Austrian Airlines, Germanwings sowie das Board of Airline Representatives Switzerland (BAR).

«Wir können nicht nachvollziehen, weshalb die Fluggesellschaften sagen, die neue Verordnung bringe ihnen Mehrkosten», sagte hingegen Sonja Zöchling, Sprecherin der Flughafen Zürich AG. Gewisse Gebühren würden erhöht, andere gesenkt, aber unter dem Strich müsse weniger bezahlt werden. «Unserer Ansicht nach wird das System entlastet», sagte Zöchling. Die Schweiz sei halt ein teures Land. Deshalb sei es auch nicht aussergewöhnlich, dass die Gebühren am Flughafen Zürich höher seien als an Flughäfen in anderen Ländern.

Mit den von den Flughafennutzern erhobenen Gebühren finanziert der Flughafen Zürich seine durch den Flugbetrieb verursachten Betriebs- und Infrastrukturkosten. Die Gebühren werden sowohl pro Passagier als auch pro Landung oder Abstelldauer eines Verkehrsflugzeuges erhoben.