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Schweiz Swissair: 1 Milliarde an Gläubiger ausbezahlt

Die etwa 10'000 Gläubiger der 2001 gegroundeten Swissair werden den Grossteil ihrer Forderungen ans Bein streichen müssen. Am Schluss dürften sie gemäss dem Sachwalter zwischen 10 und 20 Prozent zurückbekommen. Bis jetzt wurde rund eine Milliarde Franken ausbezahlt.

Ein kleines Flugzeug der Swissair steht auf einem Tisch, im Hintergrund sind in Unschärfe einige Menschen zu sehen.
Legende: Lange Gesichter bei den Gläubigern der Swissair: Sie werden nur einen Bruchteil ihres Geldes wiedersehen. Keystone/archiv

Seit 12 Jahren ist der Zürcher Anwalt Karl Wüthrich mit der Liquidation der ehemaligen Swissair beschäftigt. Dabei forderte er auch mit so genannten Anfechtungsklagen Geld von Finanzinstituten zurück. Diese hatten das Geld von der SAirGroup erhalten, als sie bereits konkursreif war.

Diese Klagen seien grossmehrheitlich erfolgreich gewesen, sagte Wüthrich in der «Berner Zeitung». Mit den Klagen habe er insgesamt mehr als eine halbe Milliarde Franken in die Kasse der Swissair-Gläubiger zurückführen können.

Bei der SAirGroup gibt es laut Wüthrich rund 10 Milliarden Franken anerkannte Gläubigerforderungen. Davon seien bis heute 10 Prozent, also rund eine Milliarde Franken, ausbezahlt.

Bei der Liquidation der andern drei Gesellschaften – SAirLines, Flightlease und Swissair – seien bis heute «wohl rund eine halbe Milliarde Franken» zurückerstattet worden. Dieser Tage sei zudem eine dritte Tranche an Drittklassgläubiger wie Obligationäre und Zulieferfirmen gegangen. Sie hätten bis jetzt rund 10 Prozent des ihnen geschuldeten Geldes erhalten. Wüthrich geht davon aus, dass sie am Schluss aller Verfahren «im besten Fall» zwischen 10 und 20 Prozent ihres Geldes zurückbekommen.

Millionen für Gegenanwälte

Weniger erfolgreich war Wüthrich mit seiner Klage gegen Swissair-Verantwortliche, wie vorletzte Woche bekannt wurde.

Wüthrich bestätigte nun, dass nach dem Urteil Millionen an die Gegenanwälte fliessen. Dieser Betrag sei aber bloss wenige Prozente dessen, was er in den andern Prozessen für die Gläubiger herausgeholt habe.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Gsell, 8887 Mels
    Es ist einfach nur "Himmelschreiend", was unsere Machtmenschen in Bern damals vom Stapel gelassen haben. Unser Zigarrenhändler,Velohändler, Bundesrat und schliesslich auch noch Präsident der Hauptschuldigen Bank, hat sehr viel zu verantworten. Wer ist nun Schuld an der ganzen Misere? Niemand? Für den kleinen Mann und Steuerzahler ist dies nicht fassbar. Zuviel Macht in nur wenigen Händen! Eine Schande für unseren Bundesapparat obendrein.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Das Steuergeld wäre für die Retuung der Swissair besser angelegt gewesen als in den Kassen fremder Gremien. Das nötige Geld wäre vorhanden gewesen, um die einstige fliegende Bank mit dem CH Kreuz auf der Heckflosse am Leben zu erhalten. Wie die deutsch gewordene SWISS könnte sie heute als Mitglied der Star Alliance weiterfliegen und die CH hätte weiterhin eine Airline.,
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    1. Antwort von Albert Planta, 6370 Stans
      Die Star Alliance warb zwar um Swissair, aufgrund des grossen Einflusses der Deutschen Lufthansa AG lehnte Swissair diese Option jedoch ab. Die Bedeutung der eigenen Qualiflyer-Allianz, in der unter anderem Austrian Airlines Mitglied war, nahm nach deren Übertritt zur Star Alliance stark ab. Swissair wollte keiner der grossen Allianzen beitreten.
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