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Schweiz Swisscom muss schnelleres Internet anbieten

Die Swisscom muss ab Anfang des nächsten Jahres die Mindestgeschwindigkeit für den Breitband-Internetzugang verdoppeln. Der Bundesrat verbessert zudem den Konsumentenschutz im Internet und beim Telefonieren.

Aufnahme mehrerer gelber Breitbandkabel.
Legende: Ab 2015 sollen mehr Daten durch die Breitbandkabel von Swisscom rasen. Keystone/Archiv

Der Bundesrat nimmt die Swisscom als Grundversorgungskonzessionärin in die Pflicht. Ab 2015 muss das Berner Telekomunternehmen darum ein schnelleres Internet anbieten.

Konkret heisst das: Die bislang vorgeschriebene Downloadrate von 1000 Kilobit/Sekunde (kbit/s) und die Uploadrate von 100 kbit/s muss auf 2000 respektive 200 kbit/s erhöht werden. Pro Monat darf ein solcher Internetanschluss höchstens 55 Franken kosten.

Der Bundesrat verschärft zudem Bestimmungen zu Gunsten des Konsumentenschutzes bei Internet und Telefonie. Wird eine Dienstleistung im Netz angeboten, muss in der Nähe der Stelle, an der für den Kauf geklickt werden muss, auch der Preis des Angebotes stehen.

Keine Kosten mehr für «Gratisnummern»

Anrufe auf «0800»-Gratisnummern sollen ab 2015 tatsächlich gratis sein, ob nun aus dem Festnetz oder mit einem Mobiltelefon telefoniert wird: Telekommunikationsdienste dürfen neben den Preisen für ihre Angebote keine zusätzlichen Gebühren verlangen, beispielsweise für das Herstellen einer Verbindung.

Auch für die von Unternehmen landesweit genutzten 058er-Nummern schafft der Bundesrat mehr Transparenz: Wird die Verbindung mit einer solchen Nummer hergestellt und kostet der Anruf mehr als auf eine geografische Nummer, müssen Anrufer gratis und ohne Werbung darauf hingewiesen werden.

Bakom warnt vor Anlagen mit Störungsrisiko

Schliesslich können Fernmeldedienstanbieter künftig gegen den Missbrauch von Schweizer Telefonnummern für Werbezwecke – so genanntes Spoofing – vorgehen: Sie können solche Anrufe sperren, wenn die Eigentümer der Nummer damit einverstanden sind.

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) wird zudem mehr Informationen über Störungsrisiken liefern: Im Internet stellt es Angaben zu Fernmeldeanlagen zur Verfügung, die nicht konform mit technischen Vorschriften sind und deshalb ein Störungsrisiko bergen. Damit will der Bund verhindern, dass solche Anlagen gekauft und im Handel angeboten werden.

Neue Regeln für «.ch»

Verwaltung und Vermarktung von Domainnamen werden künftig getrennt. Die Schweiz passt sich damit an das Modell an, das sich auf internationaler Ebene durchgesetzt hat. Noch bis Ende März 2015 kann die Stiftung Switch beide Funktionen für die Domainnamen «.ch» ausüben. Die Regelung soll auch für die neue generische Top-Level-Domain «.swiss» gelten.

8 Kommentare

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  • Kommentar von M.Schmid, Bern
    Die anderen Regelungen sind recht gut. Aber man sollte (vielleicht vom Parlament aus) 'mal ein Machtwort zur Internet-Infrastruktur der Schweiz gesprochen werden. An vielen Orten spielt der Wettbewerb kaum und ausserdem ist Bandbreite eher teuer. Vielleicht sollte der Staat Kabelkanal-Infrastruktur oder Glasfaser selber anbieten...
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  • Kommentar von Beni Reber, 9000 St. Gallen
    Der Mehrheitsaktionär Bund erlaubt "seiner" Firma, sagenhafte 55.-- für einen 2000/200er-Anschluss zu kassieren? So etwas geht auch nur in der Schweiz. Bei der Konkurrenz UPC ist die gleiche Geschwindigkeit ab Januar 2015 in jedem TV-Anschluss mit dabei. Für 29.95 pro Monat bekommt man Internet UND ca. 65 unverschlüsselte Sender für beliebig viele TV-Geräte UND einen Festnetz-Telefonanschluss. Hat schon mal jemand ausgerechnet, was das alles bei Swisscom kostet?
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  • Kommentar von A. Moser, Interlaken
    Vielleicht sollte die Swisscom erst einmal dafür sorgen, dass auch in den Randregionen Internet gewährleistet ist? Z.B. an meinem letzten Wohnort gab es schlichtweg kein ADSL, weil die Zentrale zu weit weg war - es blieb also nur ein Anschluss übers Kabel-TV. An meinem jetzigen Wohnort gibt es zwar ADSL - aber deutlich unter 2000/200... Technisch sei leider nicht mehr Möglich, so die Stellungnahme der Swisscom.
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