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Schweiz Swissmooh: Chinesen stehen auf Schweizer Milch

Wegen Lebensmittelskandalen im eigenen Land kaufen Chinesen immer häufiger ausländische Milchprodukte. Davon profitiert auch die Schweiz, die seit zwei Jahren nach China exportiert. Das Geschäft boomt – und soll dank dem Freihandelsabkommen mit China weiter wachsen.

Legende: Video Handel mit China: Grosses Potenzial trotz Schwierigkeiten abspielen. Laufzeit 07:55 Minuten.
Aus 10vor10 vom 30.06.2014.

In einem Werbefilm preist eine Chinesin ihren Landsleuten die Nordostschweizer Milch an. Top-Qualität, Kontrolle, Vertrauen – darauf setzt die Nordostmilch unter dem Label Swissmooh bei der Eroberung des chinesischen Markts. Nach zwei Jahren im Geschäft stelle sich der Erfolg langsam ein, obwohl der Liter Milch umgerechnet mehr als fünf Franken kostet, sagt der Geschäftsführer von Nordostmilch, René Schwager. «Das Bedürfnis der Chinesen nach Schweizer Milchprodukten, die in ihren Augen sicher sind, ist gross.»

Schwager sieht mittelfristig ein Potential von 15 Millionen Litern Milch pro Jahr – das sind rund fünf Prozent des Absatzes von Nordostmilch. Das Freihandelsabkommen mit China sei auf diesem Weg eine Hilfe, weil Zollabgaben reduziert werden oder wegfallen. Allerdings bedeute es auch viel mehr Aufwand, sagt Schwager.

Persönliche Beziehungen gegen Bürokratie

Pro Lieferung müssten rund 30 Dokumente für jedes kleinste Detail ausgefüllt werden. Damit sei es aber noch nicht getan. Weil Naturprodukte, also auch Milchprodukte, nicht immer die genau gleiche Qualität aufweisen, sei der Kampf gegen die chinesische Bürokratie anspruchsvoll. «Es geht nur über persönliche Beziehungen. In der Regel läuft das über einen Chef, der seine Leute bittet, mit diesem Importeur eine Lösung zu suchen.»

Für die persönlichen Kontakte ist in China ein Team aus Schweizerin und Chinesen zuständig. Diese sorgen auch für die Vermarktung der Nordostschweizer Milch unter dem Label Swissmooh und planen zurzeit die Eröffnung weiterer Verkaufsgeschäfte.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Benito Boari, St. Gallen
    Genialer Schachzug. Man stelle sich vor: alles was aus der Schweiz kommt gilt als hochkarätig. Ein Privilieg, mit so einer Image-Ressource in die Zukunft gehen zu können. Zur Beruhigung der CO2-Sünde: die Frachträume der Flugzeuge sind chronisch unausgegelastet.
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  • Kommentar von Pia Müller, 9443 Widnau
    Ich hätte nie geglaubt, dass Milch Einzug in China haben kann. Was für ein Unsinn für den chinesischen Magen/Darm. Sie werden bestimmt rascher eine Lactose-Intolleranz entwickeln als wir - und an Rheuma, Gelenkschmerzen und vor allem Osteoporose leiden wie wir. Unsere Pharma-Industrie wird sich freuen. Ein big Business rollt an !!!
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  • Kommentar von M. Steiner, Winterthur
    Unsere Regierung schröpft bei jeder erdenklichen Gelegenheit jeden Privaten über stetig steigende CO2-Abgaben. Der Export von Milch nach China und der Import von Früchten aus Neuseeland oder Pilzen aus China hingegen wird unbesehen toleriert. Wann geht dem Hintersten und Letzten eigentlich ein Licht auf, was für ein Film hier läuft...?
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