Szenario Grexit – SNB gerüstet

Der Griechenland-Poker beschäftigt die internationalen Finanzmärkte schon seit Wochen. Während in den Machtzentren in Luxemburg, Brüssel, Berlin und Athen weiter gerungen wird, macht sich die SNB schon mal Gedanken über ein mögliches Krisenszenario.

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Die SNB bereitet sich auf verschiedene Szenarien vor

1:01 min, vom 18.6.2015

Seit dem 15. Januar – der Aufhebung des Euro-Mindestkurses – steht die Schweizerische Nationalbank SNB und insbesondere Thomas Jordan unter grossem Druck. Dieser Druck könnte in den kommenden Tagen noch grösser werden. Dann nämlich, wenn Griechenland aus der Eurozone ausscheiden sollte.

«Niemand kennt das Ergebnis»

«Wir beobachten die Situation natürlich ganz genau, gehen aber immer noch davon aus, dass in Europa eine Lösung gefunden werden kann.» Sollte es aber tatsächlich zu einem Austritt Griechenlands kommen, rechnet Jordan mit ziemlich heftigen Verwerfungen an den Finanzmärkten.

Der Schweizer Franken gilt schon seit längerem als sicherer Hafen. Im Falle eines Grexit würde der Druck sicherlich noch grösser werden. «Wir bereiten uns natürlich auch auf ein Szenario vor, wo eben Erschütterungen am Markt eintreten könnten.» Was das konkret heisst, wollte Jordan allerdings aber nicht ausführen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Jordan zur Griechenland-Krise

    Aus Tagesschau vom 18.6.2015

    Auch für die Schweizerische Nationalbank ist der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ein wichtiges Thema. Sie rechnet damit, dass es in einem solchen Fall zu Erschütterungen an den Märkten kommt. Die SNB beobachtet die Situation genau und bereitet sich auf ein entsprechendes Szenario vor.

  • Deutschland steht zu Griechenland

    Aus Tagesschau vom 18.6.2015

    Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone stark gemacht. Zugleich aber fordert Merkel Athen unmissverständlich zur Umsetzung des Spar- und Reformprogramms auf. Einschätzungen von SRF-Korrespondent Adrian Arnold.

  • SNB: Keine Kursänderung

    Aus Tagesschau vom 18.6.2015

    Die Schweizer Nationalbank hält an ihrer Kurspolitik fest. Dies trotz der massiven Kritik, die seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses auf das SNB-Direktorium einprasselt. Einschätzungen von SRF-Wirtschaftsredaktorin Marianne Fassbind.