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Tamilen in der Schweiz Der Traum vom eigenen Staat

Demonstration von Tamilen, Plakate und Schweizer Fahnen werden in die Höhe gestreckt.
Legende: Tamilen fordern, dass sich eine UNO-Kommission mit dem Krieg n Sri Lanka befasst (2016). Keystone
  • Seit der Niederlage der Tamil Tigers 2009 gegen die sri lankische Armee ist der bewaffnete Kampf für die Tamilen in der Schweiz kein Thema mehr.
  • Von einem unabhängigen Tamilenstaat träumen allerdings noch viele Tamilen der Diaspora.
  • Doch auch für sie ist klar, dass sich ein solcher nicht schnell verwirklichen lässt.

Der Nachrichtendienst des Bundes hat immer noch ein Auge auf die politischen Aktiviäten der Tamilen in der Schweiz. Er kommt aber zum Schluss, dass von ihnen mittlerweile keine grosse Gefahr mehr ausgeht.

Das sagt der Schweizer Nachrichtendienst:

In seinem letzten Jahresbericht schrieb der Nachrichtendienst, dass tamilische Gruppierungen in Europa und der Schweiz kaum mehr auffielen. Zudem verliefen Veranstaltungen, die von tamilischen Interessenorganisationen organisiert werden, ohne Zwischenfälle. Allerdings würden solche Treffen immer wieder von Mitgliedern und Sympathisanten der Tamil Tigers (LTTE) besucht.

Das Jahr 2009 hat alles verändert

Das Jahr 2009 stellt einen tiefen Einschnitt dar: Damals besiegte die sri lankische Armee die tamilischen Rebellen von der LTTE vernichtend, eine politische Neuordnung wurde nötig – auch bei den Tamilen ausserhalb Sri Lankas.

Die LTTE habe in der Folge bei den Tamilen in der Schweiz deutlich an Rückhalt verloren, sagt Sri-Lanka-Experte Yves Bowie von der Gesellschaft für bedrohte Völker. Zwar gebe es sicher immer noch Sympathisanten der LTTE, die sich sogar einen bewaffneten Kampf vorstellen könnten. «Doch bei den politisch aktiven Personen aus der Diaspora spielt das keine Rolle mehr.»

Auch die Tamil Tigers begingen Kriegsverbrechen

Viele Tamilen in der Schweiz und in Europa würden die LTTE heute durchaus kritisch betrachten. Denn: «Man hat inzwischen viele Informationen, dass auch die LTTE Kriegsverbrechen begangen hat», so Bowie.

Zwar existiere der Traum von einem eigenen, unabhängigen Tamilen-Staat noch immer. Doch den meisten Tamilen sei inzwischen bewusst, dass sich dieser Traum nicht so schnell erfüllen lasse.

Deshalb engagierten sich jetzt viele Tamilen der Diaspora mit demokratischen Mitteln wie Lobbying und Öffentlichkeitsarbeit gegen die Unterdrückung in Sri Lanka – und für mehr Autonomie für die tamilische Minderheit.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Holm (Marty)
    Dass dabei die LTTE ethnische Säuberungen in ihrem kontrollierten Gebiet hemmungslos durchgeführt hat und dabei auch die eigene Volksgruppe aufs brutalste unterdrückte, darf dabei nicht einfach verharmlost werden. Sogar die eigene Diaspora wurde rigoros für die eigenen Zwecke ausgenützt, ua. um den Konflikt finanziell zu unterstützen.
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  • Kommentar von Martin Holm (Marty)
    die Tamilen gehören unabdingbar zu SriLanka, sie wurden aber von der englischen Besatzungsmacht extrem bevorzugt. Dies hat dann zu den Unruhen geführt, welche nach der Unabhängigkeit 1948, zu dem Konflikt geführt hat, welcher in den 80er Jahren ausartete und erst 2009 endete. Leider wurde dabei mit brutalster und primitivster Gewalt gegeneinander vorgegangen, die Narben davon, werden noch jahrzehnte lang nachwirken und erschweren eine Aussöhnung.
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  • Kommentar von Edi Steinlin (stoni)
    Keine Ausländergruppe, wer auch immer, hat das Recht ihre Differenzen aus ihren Ländern bei uns auszutragen. Ansonsten dürfen sie unser Land ohne weiteres verlassen.
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