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Reuige Steuersünder Tausende Selbstanzeigen spülen Millionen in die Kassen des Fiskus

Rekord in zahlreichen Kantonen: 2016 haben sich erneut Tausende reuige Steuersünder selbst angezeigt.

Legende: Video Rekord an Selbstanzeigen von Steuersündern abspielen. Laufzeit 1:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.01.2017.

Letztes Jahr ist die Zahl der Selbstanzeigen in vielen Regionen der Schweiz sprunghaft angestiegen. Grund dafür dürfte der automatische Informationsaustausch sein. Einmal im Leben können sich Steuersünder straflos selbst anzeigen. Diese Möglichkeit ist mit der «kleinen Steueramnestie» im Jahr 2010 geschaffen worden. Seither machen Jahr für Jahr Tausende Reuige davon Gebrauch. Mehrere Kantone – darunter etwa die beiden Basel, Zürich, Genf, Tessin, Schwyz und Luzern – berichten sogar von einem neuen Rekord.

Kanton Zürich: Alleine im Kanton Zürich sind 2110 neue Selbstanzeigen eingegangen. Das Steueramt hat mehrere hundert Selbstanzeigen mit ausländischen Liegenschaften sowie Konten und Depots registriert. Die erledigten Fälle von den bisherigen Rekordjahren 2014 und 2015 spülten dem Kanton und Gemeinden 69 Millionen Franken in die Kasse, dem Bund 16 Millionen Franken.

Basel: Eine neue Höchstzahl vermeldet auch Basel-Stadt mit 381 Selbstanzeigen. In Basel-Landschaft sind es mit 797 Anzeigen mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Dem Stadtkanton bescherten diese Nachsteuern und Zinsen 26,6 Millionen Franken.

Genf: Der Kanton Genf rechnet mit über 2000 Fällen, die definitiven Zahlen liegen noch nicht vor. Im Vorjahr waren es etwas über 1000 Anzeigen gewesen.

Tessin: Auch im Tessin haben sich mit 963 Personen so viele Reuige gemeldet wie noch nie.

Zentralschweiz: Luzern vermeldete vor einer Woche den Rekord von 421 Selbstanzeigen - viele bezogen sich auf ausländische Liegenschaften und dazugehörige Bankkonten. Während die Anzeigen um zehn Prozent zunahmen, verdoppelten sich die Einnahmen auf 16,3 Millionen Franken.

Waadt und Appenzell: Der Kanton Waadt und Appenzell Innerrhoden geben keine Zahlen bekannt und Neuenburg hat aufgrund der zahlreichen Fälle eine Fristerstreckung bis Ende März erhalten.

Sonderfall Jura: Im Kanton Jura konnten sich Steuersünder nur zwischen 2010 und Ende 2014 nachträglich selbst anzeigen. Seither besteht diese Möglichkeit nicht mehr.

Legende:
Selbstanzeigen wegen Steuerhinterziehung Bern und St. Gallen veröffentlichen ihre Angaben erst in der zweiten Januar-Hälfte. Der Kanton Waadt und Appenzell Innerrhoden geben gar keine Zahlen bekannt, und Neuenburg hat aufgrund der zahlreichen Fälle eine Fristerstreckung bis Ende März erhalten. sda

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Es gibt ja auch Ausländische Steuerhinterzieher,die ihr Geld hier her gebracht hatten. Dann gibt es noch solche die in ihrer Heimat Häuser gebaut hatten z.B. Italiener,mit dem Geld,dass sie hier verdienten und bestimmt auch ein Bankkonto abseits der CH haben. Erinnere mich auch an den Boom nach Spanien zu investieren,wie viele Schweizer sich dort ein Haus kauften.Nun eines ist für mich eher massgebend,dass diese Menschen nun sich mit ihrem Gewissen beschäftigten und Selbstanzeige erstattet haben
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    1. Antwort von Markus Vogel (goldamsel)
      ... und dann gibt es noch Schweizer Banken, die Steuerflüchtlinge anziehen und beraten; und dann in den USA Milliardenstrafen bezahlen ... und diese Beträge dann in der Schweiz wieder von den Steuern abziehen ...
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    2. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      M. Vogel ja wenn doch die Welt nur ehrlicher wäre, so gäbe es keine Kriege, keine Intrigen usw. Die einen ziehen etwas von den Steuern ab, die andern Leben von den Steuerzahler. Die Gerechtigkeit gibt es nie auf Erden. "Gottseidank, gibt es aber für alle einen Erdenschrank, wo hinein kommt unsere Hülle, aber auf Erden bleibt die Fülle".
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  • Kommentar von Arnold Weiss (A.Weiss)
    Das Bankgeheimnis gehört angesichts solcher Zahlen auch im Inland abgeschafft. Punkt!
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  • Kommentar von Thomas Mann (Freidenkerin)
    Und wenn wir über die Abschaffung des Bankgeheimnisses in der Schweiz abstimmen werden, wird es garantiert abgelehnt, weil diejenigen, denen es nützt, mit viel Geld die Meinungsbildung steuern werden.
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