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Schweiz Terror in Paris: Maurers Ruf nach mehr Mitteln

Die Terroranschläge vor einer Woche in Paris haben die Sicherheitsbehörden europaweit aufgeschreckt. Und was läuft in der Schweiz? Verteidigungsminister Ueli Maurer sieht Handlungsbedarf.

Ueli Maurer im Porträt.
Legende: Laut Verteidigungsminister Ueli Maurer braucht es mehr Mittel für den Schweizer Sicherheitsapparat. Keystone

Von den Terror-Anschlägen in Paris hat Ueli Maurer aus dem Radio erfahren – und nicht direkt vom Nachrichtendienst. Dennoch: Der Verteidigungsminister sagt, die Sicherheitsbehörden hätten gut auf die Attentate reagiert: «Die Lage wurde sofort analysiert, erste Berichte wurden verfasst und die Bereitschaft wurde erhöht. Da hat alles gut geklappt, mit den Mitteln, die der Schweiz im Moment zur Verfügung stehen.»

Maurer plant im Nachrichtendienst 100 neue Stellen

Doch diese Mittel genügten eben nicht, um der zunehmenden Bedrohung Herr zu werden. Deshalb will Ueli Maurer weiter in die Sicherheit investieren: «Nachrichtendienst, Grenzwachtkorps und Polizei sind alles Instrumente die aufgestockt werden müssen in den nächsten Jahren.»

Immer wichtiger im Kampf gegen Terroranschläge wird der Nachrichtendienst. Dort plant Maurer viele zusätzliche Spezialisten einzustellen. «Wir reden hier von 100 Stellen oder mehr, aber sicher müssen wir mehr auf Qualität als auf Quantität achten», führt Maurer aus.

Eine eigentlichen Terror-Sondereinheit fehlt

Ein weiterer Bereich, wo der Verteidigungsminister Handlungsbedarf sieht, sind die Spezialeinheiten bei der Polizei, bisher vor allem Sache der Kantone. Doch im Kampf gegen Extremisten dränge sich eine nationale Sondereinheit auf. Der Schweiz fehle eine Art Sonderdetachement Terror-Bekämpfung. «Vielleicht reicht es aber bereits die bestehenden Elemente näher zusammenzuführen, woran wir arbeiten.»

Mit einer Verstärkung dieser Instrumente hat die Schweiz vielleicht die Chance, das eine oder andere zu verhindern oder zumindest frühzeitig zu erkennen.
Autor: Ueli MaurerVerteidigungsminister

Und auch beim Grenzwachtkorps dränge sich eine Aufstockung auf – da sei sich der Gesamtbundesrat einig. Zur Unterstützung an der Grenze stehe auch die Armee bereit.

Trotzdem: Verteidigungsminister Ueli Maurer ruft in Erinnerung, dass auch mehr Polizisten, Geheimdienstmitarbeiter und Grenzwächter keine absolute Sicherheit garantieren könnten. Mit einer Verstärkung dieser Instrumente habe die Schweiz vielleicht die Chance das eine oder andere zu verhindern oder zumindest frühzeitig zu erkennen. «Gleichzeitig ist es auch ein Signal für die Gegenseite, dass man nicht alles mit sich machen lässt.»

80 Kommentare

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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Die EU / Brüssel will die Waffengesetze verschärfen, um so künftige Attentate zu verhindern. Es soll erschwert werden, einen Waffenschein beantragen zu können. Auch sollen Waffen besser registriert und kontrolliert werden. Haben die Attentäter von Paris einen Waffenschein beantragt und mit diesen in einem regulären Waffengeschäft die Kalaschnikovs, incl. Patronen gekauft? Haben die in Paris auch einen Parkschein gelöst? Ja, ja; alle halten sich an die Gesetze. Ganz sicher!
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Vor einiger Zeit habe ich hier geschrieben, dass nur eine Aufrüstung der Sicherheitsorgane inkl. Armee etwas mehr Sicherheit bringen kann. Ich wurde von den bekannten Schreibern als Rechter desavouiert. Nun ist meine Analyse amtlich, danke Herr Maurer. Es geht was in die richtige Richtung. Trotzdem ich behalte ich mir eine private Aufrüstung vor.
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Nur weil Ihre Analyse amtlich unterlegt ist, ist sie noch lange nicht richtig. Nennen Sie mir bitte eine Zeit, in der z.B. Warenschmuggel unter Kontrolle war. Da nützten die stärksten Aufrüstungen nichts und führten häufig nur zu höheren Preisen. Die Prohibition in den USA ist nur ein leuchtendes Beispiel; Drogen- und Zigarettenschmuggel, die heute aktiv mit massiven Mitteln bekämpft werden, sind andere. Aufrüstung hilft nur zum Verschieben der Profite, löst aber keine Probleme.
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  • Kommentar von H. Kaalam (Aitheantas a thabhairt don ealaín tú)
    Ich glaube man ist nie sicher vor Terroranschlägen. Menschen die andere und sich selber in den Tod reissen wollen, sind zu allen fähig und entschlossen Ich frage mich gerade, da Linksaussen Trolle schon Gedanken anderer voraussagen können, wie sind da erst Terroristen. Können die auch so gewissen Überwachungsmehtoden der Behörden erkennen und darauf reagieren. Ich glaube man muss auf der acht sein, Terroristen können sich auch anderes organiseren und auf Sicherheitsveränderungen reagieren
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