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Bundesrats-Kandidat Cassis Tessiner FDP-Spitze setzt alles auf eine Karte

Legende: Video «Tessiner FDP-Führung schlägt Ignazio Cassis vor» abspielen. Laufzeit 1:42 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.07.2017.
  • Das Präsidium der Tessiner FDP schlägt Ignazio Cassis als Bundesrats-Kandidaten vor.
  • Am 1. August wollen die Delegierten der Tessiner FDP definitiv entscheiden, wen sie präsentieren und ob es beim vorgeschlagenen Einer-Ticket bleibt.
  • Cassis ist 56 Jahre alt und Mediziner. Er ist vielsprachig und gilt in Bern als gut vernetzt.

Cassis bringe die nötigen Qualitäten für das Bundesratsamt mit und besitze die grössten Wahlchancen. Er besitze Glaubwürdigkeit, eine grosse Reputation und sei in Bundesbern gut vernetzt, sagte der Tessiner FDP-Präsident Bixio Caprara.

Eine einzige Kandidatur sei die beste Wahl, um einen Tessiner Vertreter im Bundesrat zu haben. Mehrere Kandidaten könnten auch als Zeichen der Schwäche interpretiert werden, so Caprara. Er wolle zugleich Laura Sadis und Christian Vitta danken, die auch für eine Kandidatur ins Spiel gebracht wurden.

Legende: Video «Einschätzungen der SRF-Korrespondenten in Lugano und Bern» abspielen. Laufzeit 2:34 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.07.2017.

Die als potentielle Kandidaten gehandelten Sadis und Vitta waren nicht anwesend. Sie hätten ihre Kandidaturen in Anbetracht der Überlegungen der Parteiführung nicht eingereicht, hiess es bei der Tessiner FDP.

Letztes Wort am 1. August

Die Kantonalpartei will sich bis zum 1. August Zeit lassen, um sich auf eine oder mehrere Kandidaturen für den zurücktretenden Aussenminister Didier Burkhalter festzulegen. An diesem Tag lädt die Partei zu einer ausserordentlichen Versammlung ein, an der zunächst darüber abgestimmt wird, ob das von der Parteiführung vorgeschlagene Einer-Ticket überhaupt gewollt ist.

Cassis hatte sich bisher nicht zu seiner Kandidatur geäussert. «Ich brauchte eine ruhige Zeit, um in mich selbst zu schauen und diesen nicht ganz einfachen Entscheid zu fällen.» Nun habe er ihn getroffen: Er sei bereit für das Amt des Bundesrats, sagte er heute: «Wenn die Delegiertenversammlung der FDP Tessin mich am 1. August will, dann werde ich für die Kandidatur zur Verfügung stehen.»

Ich brauchte eine ruhige Zeit, um in mich zu schauen und diesen nicht ganz einfachen Entscheid zu fällen.
Autor: Ignazio CassisFDP-Fraktionspräsident im Nationalrat

Alternativ könnten die Delegierten auch beschliessen, mehrere Kandidaten ins Rennen zu schicken. An der Veranstaltung der FDP am Bundesfeiertag soll laut Ankündigung auch der FDP-Bundesrat Johann Schneider-Ammann teilnehmen.

Zahlreiche Mandate im Gesundheitsbereich

Cassis ist seit 2007 Nationalrat. Der ehemalige Tessiner Kantonsarzt ist mehrsprachig – er hat sieben Jahre in Zürich und vier Jahre in Lausanne gelebt – und gilt in Bern als gut vernetzt. Der 56-Jährige besitzt mehrere nationale Mandate im Pflege- und Gesundheitswesen: Er ist Präsident des Krankenkassenverbands Curafutura und des Heimverbands Curaviva.

Ausserdem ist Cassis Präsident der Equam-Stiftung und der Gesundheitsstiftung Radix. 2015 hat er das Präsidium der FDP-Fraktion im Nationalrat übernommen.

Der Südkanton ist bereits seit 1999 nicht mehr in der Landesregierung vertreten – in jenem Jahr war der damalige CVP-Bundesrat Flavio Cotti zurückgetreten.

13 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Sie wollen keine Frau an dem Posten - also dann abwählen NR !
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Unsere Volksvertreter verfügen nicht nur über ein Mandat einer Krankenkasse, sondern viele davon haben X-Mandate in anderen Verwaltungsräten wo sie viel Geld abkassieren. Es ist höchste Zeit, dass die Politik bei diesem Thema ihre Unabhängigkeit zurückgewinnt, um den Interessen des Volkes zu dienen. Das gilt für alle Politiker die Mandate in Verwaltungsräten haben. Entweder man ist Politiker oder eben Verwaltungsrat.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Sitzt Cassis auch in vielen Verwaltungsräten und kassiert dabei ab? Ich würde ihn nicht wählen. Cassis half mit, die Rentenreform für die Versicherer bewusst zu verschlechtern – im Widerspruch zu seiner liberalen Grundhaltung. Von Curafutura wird Cassis mit 180' 000 Franken pro Jahr entlöhnt – laut Branchenkennern ein fürstliches Entgelt für ein Teilzeitmandat. Auch wieder eine Wirtschaftsmarionette an die Macht? Wirkliches Engagement für die Bürger ist fraglich.
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    1. Antwort von László Schink (Schink)
      und Welsche sitzen nicht in vielen VRs?
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