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Schweiz Tessiner Finanzdirektorin hat genug von Anfeindungen

Zwei Vorlagen aus ihrem Departement hat die Tessiner FDP Finanzdirektorin Laura Sadis am Sonntag an der Urne durchgebracht. Trotzdem steht sie für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Die Verrohung der politischen Sitten hat sie dazu gebracht.

Laura Sadis sitzt vor einem Mikrofon und einem Glas Wasser.
Legende: Die Tessiner FDP-Politikerin Laura Sadis hat genug. Keystone/Archiv

Die Medienkonferenz mit Laura Sadis gestern Abend begann wie erwartet. Die Kantonsregierung ist zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. Dann blickte Sadis zurück auf ihre 26 Jahre lange Politik-Karriere im Tessin und im Nationalrat.

Die Politik sei verarmt, sagte sie, und immer weniger Personen würden dem sprachlichen wie inhaltlichen Verfall Grenzen setzen. Im Gegenteil, alles werde «nachgeäfft». Man wolle allen gefallen – mit dem Risiko, dass niemand mehr wisse, wofür man stehe.

Einschüchterung und verbale Gewalt

Sadis sprach über Einschüchterung, verbale Gewalt und Vulgarität, denen entgegengetreten werden müsse. Spätestens hier wurde klar, was am Schluss dieses politischen Vermächtnisses steht: Sadis steht bei den Wahlen im kommenden April für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung.

Laura Sadis' Bilanz galt der Lega dei Ticinesi, die die FDP-Politikerin mit zahllosen Schmähungen eingedeckt hat. Und Rocco Cattaneo, dem neuen Parteipräsidenten der Tessiner FDP, der gemäss Sadis keine Gelegenheit ausgelassen hat, um ihre Arbeit zu erschweren.

Die Tessiner FDP antwortete mit einem nichtssagenden Communiqué. Mit Sadis' Verzicht sind ihre Hoffnungen geschwunden, bei den Wahlen jenen zweiten FDP-Sitz in der Kantonsregierung zurückzuholen, den die Lega zuletzt erobert hat.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Schade !!! Sie hätte sich weiterhin verteidigen sollen, und zwar laut !!! Es ist kaum bekannt, wie man sich als Frau auch heute noch in der Politik und der Öffentlichkeit gegen die meisten Männer wehren muss. Solange die Frauen dies nicht laut herausschreien, werden es diejenigen die durchhalten, noch schwieriger haben. Es gibt natürlich Frauen, die sich unter die Männer einordnen und somit volle Akzeptanz haben und weiter kommen. Auch schade !!!
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  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    Bedauerlich. Frau Sadis hat es in den vergangenen Jahren geschafft das schlingernde Finanzschiff des Tessins, trotz dauerndem Gegenwind seitens der Lega und nun auch ihrer eigenen Parteikollegen, ausgewogen vorwärts zu bringen. Zum Glück für ihren Nachfolger ist nun noch rechtzeitig die Ausgabenbremse vom Souverän akzeptiert worden. In meinen Augen ist sie eine fähige, konsensfähige und rapräsentative Politikerin.
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  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Vielleicht liege ich falsch: Ich komme vom Gefühl nicht los, diese Frau sei mit der Unterstützung ihres Vaters so weit gekommen. Die Zeit der Kantonskönige ist aber auch im Tessin vorbei.
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