Zum Inhalt springen

Teuerungsausgleich beim Bund SVP und FDP wollen bei den Löhnen des Bundespersonals sparen

Legende: Audio SVP und FDP gegen Ausgleich für Bundespersonal abspielen. Laufzeit 2:27 Minuten.
2:27 min, aus HeuteMorgen vom 27.11.2017.
  • Der Bundesrat möchte dem Bundespersonal für 2019, 2020 und 2021 die Teuerung mit 0,5 Prozent ausgleichen.
  • Im Finanzplan sind dafür bis zu 185 Mio. Franken pro Jahr vorgesehen.
  • Eine Mehrheit mit SVP und FDP in der Finanzkommission lehnt ab und will in der Session dagegen kämpfen.
  • SVP-Fraktionschef Aeschi verweist auf das Lohnniveau beim Bund.

Ein halbes Prozent Teuerungsausgleich pro Jahr bei den Löhnen möchte der Bundesrat dem Personal 2019, 2020 und 2021 zugestehen. Dies ist dem Finanzplan des Bundesrates zu entnehmen, den das Parlament in dieser Session genehmigen muss. Bis zu 185 Millionen Franken pro Jahr möchte der Bundesrat dafür zusätzlich vorsehen.

Wir sind der Meinung, dass die Löhne nicht noch weiter wachsen sollten.
Autor: Thomas AeschiNationalrat SVP, Fraktionspräsident

Doch die SVP-FDP-Mehrheit in der Finanzkommission des Nationalrats beantragt, diesen Teuerungsausgleich zu streichen. Die Jahresteuerung in der Schweiz habe seit dem Jahr 2000 zusammengezählt 7 Prozent betragen, rechnet SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi vor: «Gleichzeitig sind die Löhne beim Bund über 16 Prozent gewachsen. Wir sind der Meinung, dass hier die Löhne nicht noch weiter wachsen sollten.»

Thomas Aeschi.
Legende: SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi findet, das Bundespersonal verdiene genug. Keystone/Archiv

Bundespersonalverband: «Das ist ein hartes Stück»

Für das Bundespersonal sei dieser Antrag ein Affront, sagt Barbara Gysi, SP-Nationalrätin und Präsidentin des Personalverbandes des Bundes: «Immer mehr arbeiten und die Wertschätzung nicht bekommen, das ist ein hartes Stück.» In der Privatwirtschaft seien die Löhne in der gleichen Zeit nämlich um 24 Prozent gewachsen, also deutlich stärker als beim Bundespersonal, betont Gysi.

Am Standort Bern, kontert SVP-Nationalrat Aeschi, sei das Lohnniveau generell tiefer als in Zürich oder Basel: «Zudem muss man festhalten, dass ein Bundesangestellter im Schnitt 121'000 Franken pro Jahr verdient. Das ist eigentlich einer der höchsten Durchschnittslöhne.» Dies sei sogar höher als bei den Banken, betont Aeschi.

Es gibt seit Jahren einen Lohn- und Stellenplafond und die Aufgaben wachsen laufend.
Autor: Barbara GysiNationalrätin SP, Präsidentin Personalverband des Bundes PVB

Aber, entgegnet Personalvertreterin Gysi, die Zitrone beim Bundespersonal werde immer mehr ausgepresst: «Es gibt seit Jahren nicht nur einen Lohnplafond, es gibt auch einen Stellenplafond. Und die Aufgaben, die erfüllt werden müssen, wachsen.»

Barbara Gysi.
Legende: Laut PVB-Präsidentin Barbary Gysi geht es auch im Wertschätzung gegenüber dem Bundespersonal. Keystone/Archiv

Die Minderheit der Kommission aus SP, CVP, Grünen und BDP will deshalb in dieser Session für den Teuerungsausgleich beim Bundespersonal kämpfen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

58 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Walter Mathys (wmathy)
    Gut bezahlte Bundes Angestellte laufen weniger Gefahr der Korruption. Da muss man nicht weit ins Ausland fahren, um das zu erleben. Also, das sparen sollte gut überlegt sein, sonst wird es zum Bummerang.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Dann ist ja schon komisch, dass viele sehr gut bezahlte Manager, Politiker usw. sehr oft korrupt sind. Gefahr doch eher ist: Wer schon viel hat, will immer noch mehr & dafür wird man gerne auch korrupt. Korruption ist also nicht von Löhnen abhängig, sondern sie dient u. a. auf oft zur Sicherung von Posten, welche Menschen inne haben & sie diesen unbedingt behalten wollen. Und wenn sich grosszügige Förderer finden.....
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Jaeger (jegerlein)
    «Zudem muss man festhalten, dass ein Bundesangestellter im Schnitt 121'000 Franken pro Jahr verdient. Das ist eigentlich einer der höchsten Durchschnittslöhne.» Hier von Sparen zu reden ist ein Hohn...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Einer von vielen Nebelwurftricks der interessierten Demagogen und ihrer Stiefelknechte in den SMM: Bei den Privaten wird immer der viel tiefere Medianlohn propagiert. Und bei der Bundesbeamten ist es der zwangsleufig viel hoehere Durchschnittslohn. Rechnet man den tiefsten und hoechsten Lohn zusammen und teilt durch 2 sind es beim Bund keine 250 000 Fraenkli, bei einigen privaten Buden ein paar Millionen....
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Im Schnitt 121'000 Franken pro Jahr verdient. Das ist eigentlich einer der höchsten Durchschnittslöhne, also warum jammern. Das BP verlangt immer höhere Löhne. Was ist mit dem Normalverdiener, da wird geknausert mir Lohnerhöhungen. In der Krise mussten viele Gratisarbeit und längere Arbeitszeiten bei gleichem - oder Lohnreduzierung leisten. Die BP leben von unseren Steuergelder, in der Privatwirtschaft muss sich jeder Arbeiter vom tiefen - oder höheren Lohn seinen Lebensunterhalt bestreiten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen