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Teure Stilllegung der AKW Betreiber kritisiert zu pessimistische Berechnung

Der Bund rechnet zusätzliche Risikomargen für die Rückbauprojekte ein. Zum Unmut des Energiekonzerns BKW.

Legende: Video BKW-Chefin kritisiert Bund abspielen. Laufzeit 3:36 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 27.04.2018.

Der Atomausstieg in der Schweiz wird eine kostspielige Angelegenheit. 24,5 Milliarden Franken sollen die Gesamtkosten voraussichtlich betragen. So hat es das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) kürzlich verfügt. Das ist über eine Milliarde mehr als noch Ende des letzten Jahres angenommen.

Minderkosten nicht berücksichtigt

Eine schlechte Nachricht für die AKW-Betreiber. Um den Atomausstieg zu finanzieren, müssen sie jährlich Beiträge in einen Stilllegungs- und einen Entsorgungsfonds einzahlen. Als erstes geht nächstes Jahr das Berner AKW Mühleberg vom Netz. Suzanne Thoma, Chefin der Eigentümerin BKW, stört sich an den Risikomargen, die der Bund zusätzlich eingerechnet habe.

AKW Mühleberg aus der Vogelpersketive.
Legende: Die BKW rechnet mit tieferen Stilllegungs- und Rückbaukosten für des AKW Mühleberg. Keystone

«Das Uvek ist sehr pessimistisch. Alle möglichen Mehrkosten werden eingerechnet, alle möglichen Minderkosten jedoch, werden nicht in die Berechnungen eingebaut.»

Das sieht das Bundesamt für Energie (BFE) anders und verweist auf ein Statement von Mitte April in der «Tagesschau». Die Überlegungen des Bundes seien keineswegs zu pessimistisch, man müsse sehr vorsichtig kalkulieren Es sei zudem zu früh, gewisse Faktoren bereits jetzt als kostenmindernd auszuweisen.

Legende: Video Teure AKW-Stilllegung abspielen. Laufzeit 2:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.04.2018.
AKW in der Schweiz

4 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
    Man kann sich schon fragen, warum Atomkraftwerke in der Schweiz bei einem Supergau nur mit 2 Milliarden versichert sind, wenn schon der Rückbau eines intakten AKWs über 20 Milliarden kosten soll? Die Kosten von der Bewältigung von Fukushima werden schon auf über 200 Milliarden Euro geschätzt, Tendenz steigend.
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    1. Antwort von Pascal Padrutt (papa)
      Berechtigter Einwand, Herr Steiner. Die Versicherungsprämien würden ins Unermessliche steigen, wenn man die Versicherungssumme auf eine realistische Höhe schrauben würde. Und damit wäre der ach so günstige AKW-Strom plötzlich nicht mehr so wirtschaftlich...
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  • Kommentar von Beatrice Fiechter (thea)
    Endlich eine realistischere Rechnung! Hoffen wir, dass die Steuerzahler am Ende nicht doch noch Kosten auf Kosten sitzen bleiben. Viele Versprechen wurden gegeben, dass sich die Probleme Entsorgung u.Endlagerung alle lösen werden; wir warten immer noch! Viele haben jahrzehntelang finanziell enorm profitiert - aber erst wenn die ersten Schweizer AKWs wirklich zurückgebaut sind, die Endlager stehen, wird die Kostenschätzung realer. Nicht nur profitieren - sondern bis zuletzt Verantwortung tragen!
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Interessant wäre zu erfahren wie man sagen kann: "Alle möglichen Mehrkosten". Welche Mehrkosten sind möglich welche nicht (und wieso?) und wie geht man in dem Kontext mit Mehrkosten um, von denen man heute noch keine Ahnung hat? Fr. Thoma macht hier den Eindruck von erstaunlicher Blauäugigkeit.
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