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Teurer Rückbau Kosten für AKW-Stilllegung höher als erwartet

Legende: Video AKW-Ausstieg wird teuer abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 21.12.2017.
  • Die Stilllegung der AKW und die Entsorgung radioaktiver Abfälle dürfte rund 700 Millionen teurer werden als bisher berechnet.
  • Unabhängige Experten haben die aktuellste Kostenstudie überprüft und kommen zum Schluss: Die Kosten betragen rund 23,5 Milliarden Franken, 13 Prozent mehr als vor fünf Jahren.

Die voraussichtlichen Kosten werden alle fünf Jahre neu berechnet. Auf Basis der Kostenstudien werden die Beträge festgelegt, welche die AKW-Betreiber in die Fonds einzahlen müssen. Die Basis liefert der Branchenverbrand der Kernkraftsbetreiber swissnuclear.

Nun haben unabhängige Experten die Kostenstudie 2016 in den vergangenen Monaten überprüft, wie die Kommision für den Stilllegungsfonds und den Entsorgungsfonds (Stenfo) mitteilte. Dazu haben sie die Studie mit den Stilllegungs- und Entsorgungskosten ausländischer AKW verglichen und vor allem auf den Sicherheitszuschlag fokussiert.

Uvek entscheidet in kommenden Monaten

Die Experten empfehlen weiterhin einen generellen Sicherheitszuschlag. Dieser berücksichtigt die Wahrscheinlichkeit von Kostenüberschreitungen und soll sicherstellen, dass bei der Ausserbetriebnahme der AKW die erforderlichen mittel vorhanden sind.

Insgesamt rechnen die Experten mit Gesamtkosten von 23,484 Milliarden Franken. Für diesen Betrag hat Stenfo dem Umweltdepartement Uvek einen Antrag gestellt. Das Uvek dürfte in den kommenden Monaten über die Höhe der Kosten entscheiden.

An der ungeprüften Kostenstudie 2016 hatte die Schweizerische Energiestiftung im Mai Kritik geübt. Sie bezeichnete die Studie als zu optimistisch und forderte höhere Beiträge.

BWK sieht keinen Handlungsbedarf

Der Energiekonzern BKW sieht derzeit keinen Bedarf, für die Stilllegung und Entsorgung des Kernkraftwerks Mühleberg zusätzliche Rückstellungen zu bilden. Die Experten hätten die Kostenstudie 16 überprüft und «als solide und in sich korrekt» bezeichnet, schreibt die BKW. Einzelne Punkte, insbesondere die Sicherheitszuschläge, müssten gemäss den Experten jedoch angepasst werden. Insgesamt sei die Finanzierung der Stilllegung und Entsorgung aber weiterhin auf Kurs.

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42 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Mit seinen Dummheiten stürzt uns der Bundesrat in immer höhere Kosten. Was sagte Doris Leuthard heute im Tagesgespräch zur Frauenquote im Bundesrat: Frauen denken mehr, Frauen überlegen vorsichtiger. Ja, Frau Leuthard hat so "überlegt" den Ausstieg aus der Atomenergie nach Fukushima eingeläutet, dass wir jetzt 23 Milliarden für den Rückbau der AKW hinblättern dürfen. Toll, nicht wahr?
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    1. Antwort von Arthur Häberli (Arthur Häberli)
      @Frau Zelger..BR Leuthard badet bloss aus was Männer in Wahnvorstellungen, Rücksichtslosigkeit oder zumindest fgrandioser Dummheit, in den letzten Jahrzehnten angerichtet haben. Und glauben Sie wirklich später wär's billiger? UND wüssed sie was? Das ist bloss der Rückbau. 10'000 Jahr strahlt das noch vor sich hin .. wissen sie was das, wen wieviel kosten wird?
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    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Frau Zelger, dieser Rückbau müsste in jedem Fall bald gemacht werden, es hat mit dem Ausstiegsentscheid grundsätzlich nichts zu tun. Sie können diese heiklen technischen Einrichtungen nicht einfach weiterbetreiben bis es knallt.
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    3. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Frau Zelger, als die Schweizer AKW geplant wurden hatten die Frauen noch nicht einmal das Stimmrecht, geschweige denn ein Regierungsamt. Und wie kommen Sie darauf, dass der Rückbau weniger kostet, wenn man die AKW noch länger laufen lässt? Der Rückbau muss so oder so stattfinden. Er wird so oder so teuer. Der Betrag von 23 Mia ist so oder so zu tief, es wird mehr kosten. Aber all das ändert nicht, ob wir das heute beschliessen oder in 10 Jahren.
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Per wann ist die nächste Kostenstudie anberaumt?
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Wenn die Info im Artikel stimmt in 5 Jahren, das wäre dann 2022.
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Die letzte war 2016, und die vorher 2011. Die Frequenz scheint zu zunehmen.
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  • Kommentar von Olaf Schulenburg (freier Schweizer)
    Noch ein Punkt an dem uns die wirtschaftsfreundlichen und rechtsliberalen Parteien über den Tisch gezogen haben. Hätten wir Ende 80er Jahre den echten Volksparteien, allen voran der SP zugehört sässen wir heute nicht in diesem Schlamassel. Aber Nein, wir wollten ja den Energiemultis und der Wirtschaft glauben und denen unser Geld nach werfen. Nun bezahlt der Steuerzahler, Milliarde um Milliarde, natürlich bezahlt kein einziger Energieboss und Aktieninhaber. Nicht einmal Dividendenabgaben!
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