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Schweiz Tieflöhner versenkten Mindestlohn-Initiative

Eine Analyse zeigt: Wer selbst von der Mindestlohn-Initiative hätte profitieren können, hat dennoch ein Nein in die Urne gelegt. Warum nur?

Legende: Video «Das Nein zur Mindestlohn-Initiative» abspielen. Laufzeit 3:16 Minuten.
Aus 10vor10 vom 23.07.2014.

Forscher der Universität Zürich haben zusammen mit dem Forschungs-Institut gfs.bern die Abstimmungsdaten der Mindestlohn-Initiative analysiert. Dabei stellten sie fest: Menschen mit einem Einkommen unter 4000 Franken, die von der Initiative hätten profitieren können, haben die Initiative abgelehnt.

Bei einem Haushaltseinkommen unter 3000 Franken im Monat sagten nur 23 Prozent Ja zum Mindestlohn. Nicht besser sah es bei einem Einkommen zwischen 3000 und 5000 Franken aus. Bei den Besserverdienenden hingegen sprachen sich 29 Prozent dafür aus.

Angst vor der Umverteilung

Warum bloss? Der Politikwissenschafter Thomas Wiedmer sagt. «Es könnte damit zu tun haben, dass diese Haushalte stärker von einem Arbeitsplatzverlust bedroht sind. Die Drohung, die gemacht wurde, dass mit Annahme der Initiative Jobs verloren gehen könnten, könnte für diese Personengruppe bedrohlicher gewesen sein als für andere.»

Nicht nur die Angst sei ein Grund gewesen, sagen Betroffene, sondern auch die Fairness. «Die jungen Leute fanden es nicht gut, wenn Angelernte und Gelernte gleich viel verdienen. Sie hatten Angst, es gebe eine Umverteilung, und für die Gelernten falle am Ende zu wenig an», sagt Kuno Giger, Zentralpräsident Verband Coiffuresuisse.

8 Kommentare

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  • Kommentar von A.Eberli, Zürich
    Wer sich ständig Angst machen lässt, wird sein ganzes Leben lang der verarschte sein. Deswegen ist es mir nur recht wenn diese Leute mit mikrigen 2000-3000 Franken Lohn auskommen müssen. Selber schuld sag ich nur!
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    1. Antwort von Markus Müller, Bern
      Die kleinen auch noch treten, ist das die feine Art?
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Diese Studie zeigt deutlich , wie die Schwachen sich einschüchtern lassen , genau von den Leuten, die sich noch mehr Gewinn in den Rachen schieben . Wer auf einen gerechten Leistungslohn hofft , der freiwillig bezahlt wird , hofft in der Mehrzahl vergebens , genau aus diesem Grund , macht ein Mindestlohn Sinn und er verschafft den sehr Fleissigen, einen Lohn über dem Mindestlohn . So muss dieser Mindestlohn interpretiert werden und nicht über Angstmache -die CH gehe dabei zugrunde , Schande !
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  • Kommentar von J.Sand, Zürich
    Wer hat diese merkwürdige Studie in Auftrag gegeben und auf welchen Daten basiert sie? Es ist keine unbegründete Feststellung und Sorge, dass unsere Unis bald zur Hauptsache linkspolitischen Anliegen dienen. Was soll man mit diesem "Resultat" nun anfangen? Die nächsten Abstimmungen psychologisch "besser" aufbereiten? Oder anders gefragt, wer zahlt dies und wer zieht, wenn überhaupt, einen Nutzen daraus?
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    1. Antwort von Aline Steiner, Neuhausen
      Seit wann ist Neugier links?? Es liegt in der Natur der Forschung, sich für Zusammenhänge zu interessieren... Auf welchen Daten die Studie basiert, können Sie übrigens feststellen, indem sie die Publikation lesen.
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    2. Antwort von Markus Schneider, Winterthur
      Es gibt ein berühmtes Zitat, das übersetzt in etwa so geht: "Die Realität hat ganz klar eine liberale Voreingenommenheit". Im Original "Reality has a well-known liberal bias"
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