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Schweiz Tierschutz begrüsst strengere Regeln für Extremzuchten

Katzen ohne Tasthaare und Goldfische mit Teleskop-Augen: Der Schweizer Tierschutz kämpft gegen solche Zuchtformen. In einer neuen Verordnung des Bundes sieht er eine massgebliche Verbesserung.

Legende: Video Deformierte Tiere abspielen. Laufzeit 3:30 Minuten.
Aus 10vor10 vom 27.05.2014.

Ende April wurde eine Verordnung in die Vernehmlassung geschickt, die das Züchten von Tieren besser regelt. Darin werden unter anderem Merkmale und Symptome aufgelistet, die für ein Tier belastend sein können. Dazu zählen etwa übermässig lange Ohrmuscheln oder eine übermässige Faltenbildung, die zu einer chronischen Hautentzündung führen kann.

Verbotene Zuchtformen

Der Schweizer Tierschutz (STS) präsentierte nun seine Position zur Vorlage. Der Grundtenor ist positiv. «Die Vorschläge zielen in die richtige Richtung», liess sich STS-Geschäftsführer Hans-Ulrich Huber in einer Mitteilung zitieren.

Kritik äussert der Tierschutz an der Liste der verbotenen Zuchtformen, die ebenfalls Teil der Verordnung ist. Darunter befinden sich beispielsweise Tanzmäuse, Katzen mit fehlenden Tasthaaren und Blasenauge-Goldfische.

Sphynx-Katzen
Legende: Gewisse Zuchtarten sollen verboten sein, beispielsweise Spyhnx-Katzen ohne Tasthaare. Keystone

Möpse fehlen auf der Liste

Diese Liste sei zwar sachgemäss, hält der STS fest. Gerne hätte man aber noch weitere Zuchtformen darauf gesehen. Bei den Hunden sollte in den Augen der Tierschützer etwa die heutige extreme Zuchtform von Möpsen verboten werden.

Die beliebte Hunderasse mit ihrer stark ausgeprägten Kurzköpfigkeit leide unter massiven gesundheitlichen Einschränkungen. Dazu gehörten neben Atemproblemen auch Augenerkrankungen und Hautentzündungen.

Hier vermutet der Tierschutz eine «falsche Rücksichtnahme» des verantwortlichen Bundesamtes auf die Bedürfnisse gewisser Tierzüchter, denen nichts wichtiger sei als das Aussehen ihrer Tiere.

Wirkung hängt von Umsetzung ab

Handlungsbedarf sieht der STS zudem bei der Zucht von Schweinen, Vieh, Geflügel und anderen Nutztieren. Die Fördergelder des Bundes an die Nutztierzucht dürften nicht dazu beitragen, dass die Landwirtschaft den Irrweg von einseitigen Hochleistungszuchten beschreite.

Allgemein ist aus der Sicht des Tierschutzes mit der neuen Verordnung nur ein erster Schritt getan: Ob es gelinge, mit dieser künftig zumindest die schlimmsten Auswüchse in der Tierzucht zu verhindern, hänge von der Umsetzung durch die Züchter ab – und von der Durchführung behördlicher Kontrollen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Starnberger, Therwil
    Ganz hässlich, was da teilweise fabriziert (und auch gekauft) wird. Wenn das Säugetier der Gattung homo sapiens (Mensch) solche Züchtungen bei seiner eigenen Rasse machen würde, käme er dafür ins Gefängnis. Sieht so die Ethik der angeblichen "Krone der Schöpfung" aus ?
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    1. Antwort von Udry Sascha, Bösingen
      Schönheit liegt nun mal im Auge des Betrachters und das ist rein subjektiv, selten objektiv. Heimtiere dürfen aus anatomischer Sicht keine Schmeirzen haben, sollen sich selber fortpflanzen können und ihren natürlichen Grundinstinkten folgen. In der Natur überleben können die meisten Heimtiere nicht und das müssen sie ja auch nicht, da sie sich längst dem Hausstand angepasst haben.
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  • Kommentar von Lucas Kunz, Sallneck
    Die armen Viecher oben im Bild - die sehen ja aus, als hätte man sie extra für so einen Alien-Monster-Horror - Film gezüchtet!
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Wenn die Einsicht und Auflagen denn weltweit Anklang fände. Die paar Länder, welche es ernst meinen, bleiben nur der Tropfen auf den heissen Stein. Wie so oft, geht's wieder um viel Geld. Bei Nutztieren um Ertragsmaximierung aber bei Haustieren um verkorkste humane Egos und Prestige. Dabei trägt wie so oft, der Konsument genauso viel Schuld wie der Anbieter. Wo keine Nachfrage, kein Bedarf. Haarsträubend, mit was sich einige Menschen auch hierzulande so schmücken. Da hilft nur Aufklärung.
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    1. Antwort von Pia Müller, 9444 Diepoldsau
      Ich denke, dass der heutige Mensch leider nicht mehr fähig ist zu entscheiden, ob es einem Tier überhaupt noch gut geht. Also reicht die Aufklärung leider bei Weitem nicht - es muss strengste Verbote und höchste Bussen geben, um dieses züchterische Tierelend zu stoppen.
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