Zum Inhalt springen

Schweiz «Top Secret» – Schweizer Schulen gegen Attentate gerüstet

Das jüngste Schulmassaker in den USA mit 26 Toten ist auch an Schweizer Schulen ein diskutiertes Thema. Dass hierzulande Ähnliches passiert, scheint undenkbar. Dennoch gibt es Notfallpläne. Wenn auch sehr geheime.

Leeres Schulfenster mit Zettel auf dem «Hilfe» steht. (Schulattentat Erfurt 2002)
Legende: Gegen Attentate an Schulen wie hier 2002 in Erfurt glaubt man sich an Schweizer Schulen gut gerüstet. Keystone/Archiv

Auch an Schweizer Schulen sei der Amoklauf von Newtown natürlich Gesprächsthema, so Urs Bamert von der Kantonsschule Wiedikon (ZH). «Was da passiert ist, das macht mich zum einen natürlich persönlich sehr betroffen. Zum anderen sieht man in solchen Augenblicken aber auch, wie wichtig es ist, sich soweit als möglich auf so etwas vorzubereiten und Notfallpläne in der Tasche zu haben», so Bamert.

Was genau ein Notfallplan beinhaltet und welche Massnahmen dann getroffen werden – da will sich keiner der Verantwortlichen so recht in die Karten schauen lassen. Vigeli Venzin vom Mittelschul- und Berufsbildungsamt (ZH) möchte nur die Existenz des Papiers bestätigen. «Der Rest ist Top Secret und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.»

Ähnliches ist auch aus der Zürcher Bildungsdirektion zu vernehmen: «Darüber geben wir keine Auskünfte. Das sind Schutzmassnahmen, die vertraulich bleiben sollten», sagt Enrico Violi. Es gebe aber ein entsprechendes Handbuch, das jeder Schule im Kanton vorliegen sollte.

Training der Notfall-Abläufe im Vorfeld

Wegen der von Kanton zu Kanton unterschiedlichen Handhabung des Problems kann auch Gabriela Fuchs, Sprecherin der Erziehungsdirektorenkonferenz, keine genaue Auskunft geben. Sie verweist jedoch auf ein Papier des Kantons St. Gallen. Unter dem Titel «sicher! gsund!» wird hier Lehrern ein konkreter Leitfaden in die Hand gegeben.

Er reicht von Sofortmassnahmen (Einschliessen, Verbarrikadieren) über Alarmierungsnummern, das Verhalten im Klassenraum (Zettel an Fenster mit Schülerzahl und Handynummer) bis hin zum Verhalten gegenüber dem Attentäter (kein Dialog, auch wenn der Täter bekannt ist).

Laut dem St. Galler Papier ist es extrem wichtig, bereits im Vorfeld die Abläufe zu trainieren. Wie verläuft eine Evakuierung? Welche Personen übernehmen dabei die Führung? Das alles sollte vorab geklärt sein. Im Krisenfall bleibe für die Verteilung der Verantwortlichkeiten oftmals keinerlei Zeit, so das Papier.

Keine Extra-Schulungen wegen Ereignis in Newtown

In den Mittelschulen im Kanton Zürich habe jede Schule einen Notfallplan und einen Sicherheitsverantwortlichen, weiss Urs Bamert, der auch Präsident der kantonalen Schulleiterkonferenz ist. Weiter möchte er nicht ins Detail gehen.

Bamert verweist stattdessen auf die präventiven Massnahmen in den Schulen. «Es gibt einen speziellen Signalton. Der wird einmal im Semester bekannt gegeben.»

Dabei erfahre jeder Pädagoge, was er im Attentatsfall tun müsse, so Bamert. «Das ist aber ein allgemein gängiger Standard und hat jetzt nichts mit den Ereignissen in den USA zu tun.» Eine Extra-Schulung wegen der jüngsten Vorfälle werde es nicht geben.

Legende: Video Obama besucht Newton abspielen. Laufzeit 2:12 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.12.2012.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christian Schulthess, Schönenberg
    Die Schutzmassnahmen seien geheim. Der Lacher schlecht hin. Schweizer sind im allgemeinen Witzfiguren. Was unser Staat ausserordentlich gut kann, ist abzocken. Die Bevölkerung schützen, dass kann er garantiert nicht. Nehmen wir an, er verhindert ein Massaker, können die Eltern garantiert sicher sein das sie eine gesalzene Rechnung bekommen von unserem Staat. So weit steht unser Staat zur Bevölkerung, er schlägt sogar aus Leid und Tod Profit!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von H. Helfer, Zürich
    "Top Secret" kann man natürlich auch benutzen, wenn man gar kein Plan hat und das nicht zugeben will. Auch in der CH kann so etwas passieren und da nützt es wohl kaum etwas, wenn in geheimen Unterlagen steht, was man hätte tun sollen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      So wird's wohl sein!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M.Haener, Büsserach
    Es wäre auch angebracht darüber nachzudenken, was und wer diese ''Sorgerechtsstreitigkeiten'' und Scheidungsfälle verursacht, oder zumindest davon profitiert. Mit dem Schicksal anderer wird Geld gemacht und dies skrupellos.., unzufriedene Seelen shoppen mehr, man kauft alles doppelt und dreifach weil man ''muss'' wenn man kann. Ps: Ich meine dieses Chaos aus welchem eine neue Ordnung entstehen soll.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen