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Schweiz Totgeburt bei Rückschaffung: Autopsiebericht liegt vor

Das Kind der hochschwangeren Syrerin ist bis zu zwölf Stunden vor der Totgeburt im Spital von Domodossola gestorben. Das zeige der Obduktionsbericht, melden italienische Medien.

Legende: Video Totgeburt bei Rückschaffung: Autopsie-Bericht liegt vor abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.07.2014.

Das Baby, welches eine hochschwangere Syrerin während ihrer Rückschaffung tot zur Welt brachte, starb bereits 10 bis 12 Stunden vor der Ankunft der Mutter im italienischen Domodossola. Das berichten Lokalmedien aus dem Ossola-Tal mit Bezug auf den Obduktionsbericht. Eine offizielle Bestätigung der italienischen Behörden liegt noch nicht vor.

Am letzten Samstag war die im siebten Monat schwangere Frau mit ihrer Familie aus Frankreich durch die Schweiz nach Italien zurückgeschafft worden. Auf der Rückfahrt von Vallorbe (VD) nach Brig (VS) erlitt die Frau starke Blutungen.

Am Bahnhof von Domodossola brach sie zusammen und wurde ins dortige Spital gebracht. Dort gebar sie ihr Kind. Es war tot.

Starb das Kind in Frankreich?

Ihr Mann beschuldigte darauf die Schweizer Grenzwacht-Beamten, seiner Frau über Stunden medizinische Hilfe vorenthalten zu haben.

Ob das Baby damit noch in der Schweiz oder bereits in Frankreich starb, wird derzeit abgeklärt. Es wurde inzwischen in Domodossola unter grosser Anteilnahme beerdigt.

Grenzwache unter Druck

Ein Schweizer Militäruntersuchungsrichter ermittelt in dem Fall. Er wird entscheiden, ob ein Strafverfahren gegen die betroffenen Grenzwacht-Beamten eingeleitet wird. Die Angehörigen des Grenzwachtkorps werden nach dem Militärstrafgesetz beurteilt.

Der Grenzwacht könne wohl fast keine Straftat nahelegt werden, sagte Brigitte Tag, Strafrechtsprofessorin an der Universität Zürich, in der «Tagesschau». «Der Fötus ist (im Strafrecht) nur gegen den vorsätzlichen Abbruch geschützt. Man müsste also davon ausgehen, dass das Grenzwachtcorps vorsätzlich die Schwangerschaft unterbrechen wollte. Zumindest nach den Unterlagen, die uns vorliegen, liegt das nicht nahe.»

Konsequenzen gefordert

Konsequenzen gefordert

Der Ehemann der Syrerin beschuldigt die Schweizer Grenzwache, seiner Frau medizinische Hilfe vorenthalten zu haben. Die Schweizer Flüchtlingshilfe fordert ebenfalls Konsequenzen. Hier mehr.

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41 Kommentare

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  • Kommentar von H. Frühling, Bern / Zürich
    Alle die untauglichen Versuche, das Problem wegzuschreiben scheitern immer am selben Punkt: Als ärztliche Hilfe notwendig gewesen war, wurde sie nicht gewährt! Das ist kein gutes Zeugnis für diejenigen, die für die Organisation der Hilfe verantwortlich gewesen sind. Das färbt auch sich halt jetzt auf die Schweiz ab.
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    1. Antwort von W. Helfer, Zürich
      H. Frühling. Glauben Sie wirklich, wenn die Frau stark blutend am Boden lag, dass man ihr medizinische Hilfe verweigert hätte? Ich glaube das nicht. Auch glaube ich nicht, dass der Mann gezwungen wurde, seine Handyaufnahmen zu löschen. Wenn es tatsächlich so gewesen sein sollte, ist es ganz klar zu verurteilen. Das traurige ist aber, dass es schon so verurteilt wird ohne die Fakten zu kennen. Sie scheinen die Fakten schon zu kennen. Woher?
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      W. Helfer, Zürich Was sie glauben ist zweitrangig. Halten sie sich an die Tatsachen und sie werden nicht im Trüben fischen!
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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    Die Fragen sollten erlaubt sein. Warum wirft man den Eltern keine Verantwortungslosigkeit vor? In Mailand wären sie ja in Sicherheit gewesen u hätten die Geburt abwarten können. Warum weitere Reisestrapazen? Wurden sie von I gezwungen, weiter zu reisen? Warum via CH - F? Angeblich wollten sie ja zu Verwandten nach DE u hätten den falschen Nachtzug erwischt.? Warum spielt sich die Familie in den Medien so auf? Wer steckt hinter dieser Inszenierung?
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  • Kommentar von Paul Reinmann, Solothurn
    Assad terrorisiert sein Volk. Russland und China liefern ihm Waffen und verhindern eine UNO-Resolution....wer ist schuld am Tod dieses Babys? Die Schuldigen heissen: Xi Jinping , Putin, Assad
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    1. Antwort von W. Helfer, Zürich
      Nein P.R. Das Baby ist gestorben, weil die Eltern mehr als einfach nur Sicherheit von Leib und Leben wollten. Das hätten sie ja in Mailand gehabt. Es lag in der Verantwortung der Eltern und die hätten es verhindern können. Und wer in Syrien die eigentlichen Aggressoren sind ist auch längst bekannt.
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