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Schweiz Trennung mit Beigeschmack – Mader muss gehen

Regula Mader ist ab sofort nicht mehr Direktorin der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern. Mader und der Kanton trennen sich im gegenseitigen Einvernehmen. Dabei spielen vermutlich auch politische Interessen innerhalb des Kantons eine nicht unwesentliche Rolle.

Legende: Video «Umstrittene Direktorin tritt ab» abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 22.02.2013.

Regula Mader war in den letzten Monaten im Zusammenhang mit Personalfragen stark in die Kritik geraten. Der Kanton habe mit ihr eine Austrittsvereinbarung getroffen. Diese sehe keine Abgangsentschädigung vor, heisst es in einer Mitteilung des Kantons.

Streit um Personal und Ausrichtung

Während der Amtszeit Regula Maders durchlebte die Institution turbulente Zeiten. Für Schlagzeilen sorgte zunächst die Freistellung des ärztlichen Direktors, Werner Strik. Die UPD-Geschäftsleitung unter dem Vorsitz von Mader wollte sich von ihm trennen.

Als Gründe wurden ungenügende Leistungen und mangelnde Kooperation vorgebracht. Die für das Arbeitsverhältnis zuständige Universität Bern lehnte eine Freistellung Striks aber rundweg ab.

So landete der zunehmend ausufernde Personalstreit auf dem Pult der Kantonsregierung. Diese kam letztlich zum Schluss, dass die Gründe für eine Kündigung Striks nicht ausreichend seien. Der zuvor freigestellte ärztliche Direktor konnte an die UPD zurückkehren.

Hochstaplerin und politische Ränkespiele

Für Wirbel sorgte auch ein Artikel in der «Weltwoche», wonach die UPD in ihrem Kader eine Titelschwindlerin beschäftige. Der Verdacht erhärtete sich, und die als Chefin des Qualitätsmanagements tätige Frau wurde im vergangenen Januar entlassen.

Allen voran bürgerliche Kreise schossen scharf auf die Sozialdemokratin Mader, die vor ihrem Amt als UPD-Direktorin in der Stadt Bern als Regierungsstatthalterin tätig war. Mit ihr geriet zunehmend auch der oberste politische Verantwortliche, SP-Regierungsrat Philippe Perrenoud ins Schussfeld.

Der Konflikt wurde teilweise hochemotional in der Öffentlichkeit via Medien ausgetragen. Das Sperrfeuer soll Mader so zugesetzt haben, dass sie im vergangenen November krankgeschrieben wurde.

Vielschichtiger Konflikt

Maders Parteikollege, Gesundheits- und Fürsorgedirektor Philippe Perrenoud, steht im Hinblick auf die nächsten kantonalen Wahlen unter Druck. Die Bürgerlichen, die 2014 wieder die Mehrheit in der Berner Kantonsregierung erringen möchten, schielen schon seit längerem auf Perrenouds Regierungssitz.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Fritz Frei, Buriram
    So geht es fast immer aus: Wenn ein Vorgesetzter einen streitbaren Mitarbeiter hinauswirft, trifft ihn (in diesem Fall sie) innert kurzer Zeit dasselbe Schicksal. Denn streitbare Mitarbeiter haben meist Sympathisanten, auch auf höherer Ebene. Ausserdem wirft ein "brutaler" oder ungerechtfertigter Rauswurf vor allem auf die Souveränität und moralische Kompetenz der Macht ausspielkenden Person ein schiefes Licht. Wenn der Rauswurf misslingt, hat die Person ihre Glaubwürdigkeit völlig verloren...
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  • Kommentar von J.Sand, Zürich
    Wer die Weltwoche liesst wird über diesen SRF-Bericht mit Gewissheit lächeln. Die Recherchen der WW waren wieder einmal so fundiert, dass auch der härteste Filz reissen musste. Der Schlusssatz, "die Bürgerlichen schielen schon lange auf den Regierungssitz Perrenouds" lässt die Sympathie des zur "Ausgewogenheit" verpflichteten Staatssenders klar erkennen. Wären Mader/Perrenoud keine Sozialdemokraten, wüsste die ganze Schweiz über diesen Skandal exakt Bescheid.
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    1. Antwort von Vreni Müller, Chur
      Sie haben absout Recht. Stellen sie sich mal vor, Frau Mader wäre SVP Mitglied gewesen??? EIN RIESENSKANDAL !!! Weil sie eine Genossin ist, wird alles totgeschwiegen!
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    2. Antwort von Peter Niedermann, Zürich
      Man kann es noch deutlicher sagen: Der linke Berner Filz hat monatelang versucht, die in jeder Hinsicht heillos überforderte SP-Flasche Mader zu retten. Und die meisten Medien schwiegen - genau aus einem Grund: Einmal mehr war es die WELTWOCHE, die den Skandal aufgedeckt hat. Da verlieren die Journis im linken Mainstream inkl. Staatsradio wie immer das Rückgrat und gehen in Deckung. Genau wie Mader, die sich krank schreiben lässt, um so lange wie nur möglich abzocken zu können. Peinlich.
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  • Kommentar von Stefan, Eglisau
    Wer genau hat diesen Skandal genau auf die "Agenda" gebracht? Richtig.... der kluge Leser weiss es !! Es ist schon erstaunlich ,in Bern werden die Sozis wieder ungeschoren davon kommen wenn sie untereinander "Soi Häfeli- Soi Deckeli" spielen, alles wird unter den Teppich gewischt und schon Montags oder sicher spätestens am Dienstag ist das in den Medien kein Thema mehr!! Und von wegen keine Abgangsentschädigung.... wers glaubt ist selber schuld.
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