Trickser kassieren mit Bluff zu viel Fördergeld

Zu Unrecht können findige Personen eine Sondersubvention für ins Dach integrierte Solarzellen kassieren. «Das ist ganz klar illegal», sagt Frank Rutschmann vom Bundesamt für Energie zum Bluff. Das Bundesamt will zu viel ausbezahlte Subventionen zurückverlangen.

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Faule Tricks bei Solaranlagen

4:22 min, aus 10vor10 vom 2.12.2013

Der Bund zahlt für ins Dach eingebaute Solarzellen eine Sondersubvention. Diese Anlagen gelten als ortsbildverträglich, sind aber teurer als normale Solarzellen.

«  Ich gehe davon aus, dass 200 bis 300 solche Anlagen gebaut wurden »

Christian Wolf
MBR-Solar

Recherchen der Sendung «10vor10» zeigen: Trickser nutzen die zwei Tarife für einen Bluff: Sie montieren normale Solarzellen aufs Dach und fassen die Anlage mit einem Zierblech ein. Die so eingebettete Anlage wird dann zum höheren Sondertarif angemeldet. Bei einem einzigen grossen Bauernhofdach können so über 100‘000 Franken Fördergeld zu viel fliessen.

Bundesamt für Energie: «Das ist ganz klar illegal»

Stimmt die geschätzte Grössenordnung, geht es um schweizweit mehr als 20 Millionen Franken Fördergeld, die zu Unrecht ausbezahlt werden. Die Einschätzung selbst stammt von Christian Wolf. «Ich gehe davon aus, dass 200 bis 300 solche Anlagen gebaut wurden», sagt der Solarspezialist. Und er muss es wissen. Wolf ist mit seiner Firma MBR-Solar einer der grössten Monteure der Schweiz.

Das Bundesamt für Energie kennt den Bluff. «Es handelt sich gewissermassen um Schwarzfahrer», sagt Frank Rutschmann vom Bundesamt für Energie. Es gehe um eine illegale Optimierung der Fördergelder. Das Bundesamt spricht nur von «Einzelfällen», die so zu viel kassieren. Man werde bei diesen Fällen zu viel kassierte Fördergelder zurückverlangen und die Anlagen zurückstufen.

Monteur schreitet am Giebel eines Daches mit Solarzellen entlang.

Bildlegende: Auch Solarunternehmen, die den Schwindel mitgemacht haben, könnten in den Fokus des Bundes geraten. Keystone

Nervosität in der Branche

Die Recherchen von «10vor10» haben in der Solarbranche Nervosität ausgelöst. Offenbar gingen mehrere Solarfirmen davon aus, es handle sich um eine legale Optimierung der Fördergelder und haben den Bluff mit dem Zierblech ihren Kunden empfohlen. Auf 1.1.2014 will der Bund die Verordnung für die Solarförderung anpassen und das Schlupfloch ausdrücklich stopfen.