Trinken, rauchen, kiffen – und die Folgen?

Wer Alkohol, Tabak und Drogen konsumiert, kennt die Gesundheitsrisiken recht gut. Das zeigt eine Studie der Universität Zürich. Gesundheitskampagnen für Junge sollten deshalb über die reine Informationsvermittlung hinausgehen.

Junge Schweizer Männer trinken und rauchen – und das viel. Das hat die letztjährige Rekrutenbefragung ergeben. Je fast die Hälfte raucht regelmässig Zigaretten und trinkt so viel Alkohol, dass Fachleute von einem Risikoverhalten sprechen. Mehr als jeder Dritte konsumiert auch Cannabis.

Dabei wüssten die jungen Männer recht genau über die Gesundheitsrisiken Bescheid, sagt Jen Weng vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin an der Universität Zürich: Sie seien gut informiert und wüssten, welche Folgen Tabak-, Alkohol- und Drogenkonsum auf ihre Gesundheit hat. Reine Informationskampagnen griffen daher zu kurz. Denn: «Wissen allein reicht nicht», sagt Wen.

Breit abgestützte Kampagnen

Die Aufklärungsarbeit über die Risiken von Alkohol-, Tabak- und Drogenmissbrauch müsse deshalb kritisch überdacht werden. Das fordern die Forscher der Universität Zürich – und rennen damit beim Bundesamt für Gesundheit offene Türen ein. Gabriela Scherer ist Sektionsleiterin Tabak und Alkohol beim Bundesamt für Gesundheit. Sie sagt: «Die klassischen massenmedialen Informationskampagnen mit reiner Wissensvermittlung gibt es schon länger nicht mehr.»

Heute seien Kampagnen breit abgestützt und bestünden aus Aktionen, Veranstaltungen und Beratungen. Ausserdem umfasse Präventionsarbeit ein ganzes Bündel von Massnahmen – darunter sind auch Gesetze und eine entsprechende Preispolitik. «Man weiss, dass Faktoren wie Preis und Erhältlichkeit massgeblich den Konsum beeinflussen», sagt Scherer.

Sind Rekruten repräsentativ?

Laut Scherer hätten die verschiedenen Massnahmen zu Erfolgen geführt. Die Zahlen in der Studie der Universität Zürich seien ein bisschen irreführend, bemängelt sie. Wenn es um das Rauchen und Trinken gehe, seien Rekruten wohl nicht ganz repräsentativ, meint die Vertreterin des Bundesamtes für Gesundheit.

Gesamthaft habe sich die Zahl der jungen Raucherinnen und Raucher in der Schweiz in den letzten Jahren massiv verringert. Das sei aber kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Im Gegenteil. Scherer fordert: «Die Präventionsbemühungen müssen fortgesetzt werden.» Mit dieser Schlussfolgerung sind wiederum auch die Zürcher Forscher einverstanden.

(prus;snep)