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Schweiz Trotz Bevölkerungswachstum: Ausstoss von Treibhausgas sinkt

Die Schweiz habe die Kyoto-Ziele erreicht. Das berichtete das Bundesamt für Umwelt (Bafu) im Frühling. Eine Statistik des BFS doppelt jetzt nach: Gegenüber 1990 sank der Ausstoss von Treibhausgasen bis 2012 um 0,5 Prozent. Die Sache hat aber einen Haken.

Legende: Video «Erfolg beim CO2-Ausstoss» abspielen. Laufzeit 0:30 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 11.11.2014.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) berichtet in seiner aktuellen Umwelt-Gesamtrechnung, die Schweiz habe den Ausstoss von Treibhausgasen von 1990 bis 2012 um 0,5 Prozent reduziert. Diese Zahlen täuschen allerdings über einiges hinweg.

Die CO2-Emissionen aus der Verbrennung von Biomasse werden üblicherweise als klimaneutral betrachtet. Würde man diesen Anteil mitberechnen, hätte der Treibhausausstoss in dem Zeitraum um 3,2 Prozent zugenommen.

Hauptverursacher ist die Schweizer Wirtschaft: 65 Prozent der Treibhausgase gehen auf ihr Konto. Die Emissionen stiegen aber langsamer als das Wirtschaftswachstum, berichtet das BFS.

Dampfender Auspuff eines Autos
Legende: Autofahren = Mobilität. Aber auch: Mobilität = Treibhausgas-Emission und Belastung fürs Klima. Keystone

Mehr Mobilität, mehr CO2

Die übrigen 35 Prozent CO2 stammen von den Haushalten. Der Zuwachs lag 2012 bei 1,7 Prozent gegenüber 1990. Im Vergleich zum Jahr 2000 konnte der Ausstoss jedoch um 0,9 Prozent gesenkt werden.

Besonders stark belastet die Mobilität die Bilanz der Haushalte. Die Verkehrsemissionen stiegen über die 12 Jahre hinweg gesehen um 27,7 Prozent. Insbesondere wegen dem Bevölkerungswachstum und der verstärkten Mobilität. Dagegen sank dank besserer Technologien der Schadstoffausstoss durch Heizungen und Warmwasseraufbereitung.

Kyoto-Ziele bis 2020 nur im Inland realisieren

Im Frühling hatte das Bundesamt für Umwelt (Bafu) vermeldet, dass die Schweiz das Kyoto-Ziel erreicht habe. Dieses sieht vor, dass der CO2-Ausstoss zwischen 2008 und 2012 um 8 Prozent gegenüber 1990 zurückgehen muss. Die Schweiz senkte die Emissionen um 9 Prozent.

Für die zweite Periode unter dem Kyoto-Protokoll von 2013 bis 2020 hat die Schweiz angekündigt, die Treibhausgasemissionen um 20 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Das Ziel ist auch im revidierten CO2-Gesetz so festgeschrieben. Während aber das Kyoto-Protokoll ausländische Zertifikate zulässt, schreibt das CO2-Gesetz vor, dass das Ziel im Jahr 2020 ausschliesslich mit Massnahmen im Inland erreicht wird.

10 Kommentare

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  • Kommentar von B. Häfeli, Seon
    Das BAFU veröffentlicht eine geschönte CO2- Statistik und das SRF doppelt nach: "Erfolg beim CO2- Ausstoss" - will heissen: Liebe Schweizer, es ist alles im Butter. Wie sieht's denn aus, wenn wirklich seriös gerechnet wird, wenn die im Ausland produzierten Waren und Lebensmittel, die vielen Flüge usw. hinzukommen? Der Ressourcenverbrauch incl. Energieverbrauch von Herr und Frau Schweizer benötigt 3 Erden. Von einem Erfolg zu sprechen ist schon fast zynisch.
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  • Kommentar von M Jaeger, Wildwil
    Abgesehen davon dass CO2 kein Gift sondern ein Spurengas ist, das für das Pflanzenwachstum und somit für uns alle lebensnotwendig ist, wer berechnet eigentlich diese Zahlendurcheinander das wohl kaum einer seriösen Kontrolle standhält.
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    1. Antwort von J.Baltensperger, Zürich
      Alles ist Gift und nichts ist Gift, es kommt auf die Menge an. Die Erhöhung der CO2 Menge führt zur Klimaerwärmung - das ist erwiesen. Die Klimaerwärmung führt zu Veränderungen in der Natur welche negative Auswirkungen auf die Menschen haben. Menschliches Leid und hohe Kosten sind die Folge. Darum sollten wir den CO2 Ausstoss einschränken. Übrigens, Verbrennungsmotoren stossen auch andere schädliche Stoffe aus...
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  • Kommentar von Kurt E. Müller, Zürich
    "Die Verkehrsemissionen stiegen über die 12 Jahre hinweg gesehen um 27,7 Prozent. Insbesondere wegen dem Bevölkerungswachstum und der verstärkten Mobilität." Aufwachen, Ihr Grünen! Der Wachstumswahnsinn in der Schweiz muss aufhören. Hört nicht auf Euren ahnungslosen Vorbeter Glättli und stimmt JA zu Ecopop.
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    1. Antwort von Simon, Bündnerland
      Ich glaube, sie fahren weit aus mehr Auto (und stossen damit weit aus mehr CO2 aus), als jeder Asylberwerber, Herr Müller. Ecopop ist nicht nur falsch und schädlich, es löst auch kein einziges Problem.
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    2. Antwort von Kurt Farner, Täuffelen
      Ecopop, Ecopop, Ecopop, Ecopop - jedes Beitrag wird mit Ecopop beantwortet. Ich hab sowas von genug von diesem Ecopop-Fanclub! Bitte betrachtet diese Themen auch mal aus einer anderen Sicht.
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    3. Antwort von J.Baltensperger, Zürich
      Herr Müller, es ist der Atmosphäre völlig Wurscht, ob ein Deutscher mit seinem Auto von Hannover nach Hamburg fährt oder von Bern nach Zürich. Abgase sind Abgase und Umweltschutz ist ein globales Thema. ECOPOP löst hier gar keine Probleme. Im Gegenteil, dank ECOPOP werden die Pendlerströme aus dem Ausland massiv zunehmen, da Grenzgänger nicht zu den 0.2% zählen. Das verursacht dann wiederum viel unnötiges CO2...
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