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Schweiz Trotz Jubiläum – keine Feierstimmung bei Genfer Populisten

Heute vor zehn Jahren hat Eric Stauffer das Mouvement Citoyens Genevois – kurz MCG – gegründet. Innert kurzer Zeit stieg die populistische Partei zur zweitstärksten Kraft im Kanton Genf auf. Seit 2013 hat sie einen Sitz in der Regierung. Doch in Feierlaune ist man beim MCG nicht.

Legende: Video 10 Jahre MCG abspielen. Laufzeit 02:09 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.06.2015.

Vor ein paar Jahren noch feierten die Parteimitglieder des Mouvement Citoyens Genevois (MCG) laut und überschwänglich. Heute ist MCG-Parteigründer und Ehrenpräsident Eric Stauffer nicht in Festlaune.

Er begründet: «Wir sind etwas ausgelaugt, haben eine Wahlkampagne nach der anderen gefahren. Deshalb haben wir nun entschieden: Wir machen das Fest im September – kurz vor den nationalen Wahlen.»

Stauffer hat wohl auch andere Gründe für die Zurückhaltung. Bei den Gemeindewahlen vor einem Monat hat das MCG zwar keine Schlappe eingefahren – aber Stauffer wurde als Gemeindepräsident von Onex abgewählt. Damit ist kein einziger Vertreter des MCG mehr in einer Gemeinde-Exekutive vertreten. Ein Dämpfer.

Einfache Rezepte kamen an

2005 hatte alles begonnen: Eric Stauffer lancierte die Partei und zog kurz danach mit neun Sitzen ins Kantonsparlament ein – ein grosser Erfolg.

Das MCG mache es ein bisschen wie die SVP mit ihrem Fokus auf die Ausländer, sagt der Politologe Pascal Sciarini. Das MCG fokussiere in Genf auf die Grenzgänger, habe in ihnen den Sündenbock gefunden. Sciarini: «So hat die Partei es geschafft, eine unzufriedene Wählerschaft zu erreichen. Das war das Rezept des MCG – und ist es auch heute noch.»

Bei Unzufriedenen auf Stimmenfang

Doch die Partei ist lange nicht mehr wegen ihren Wahlerfolgen in den Schlagzeilen. Das MCG macht vielmehr mit Skandalen auf sich aufmerksam – etwa, wenn Stauffer aus dem Parlament abgeführt wird oder ein Gegner von ihm mit einem Glas Wasser bespritzt wird.

Das MCG sei in einer schwierigen Situation, sagt der Politologe. Denn wenn die Partei ihr oppositionelles Profil behalte und als Protestpartei weitermache, mobilisiere sie zwar die Unzufriedenen – werde aber Mühe haben, sich mit anderen Parteien zu verbünden.

Zurzeit setzt das MCG seinen Weg als Einzelkämpfer fort – nächster Halt sind die National- und Ständeratswahlen im Herbst.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Auch wenn eine klartextsprechende Partei die zweitgrösste Kraft in einem Kanton ist, kann sie in den Medien nie mit Zustimmung rechnen. Da werden dauernd und immer wieder die gleichen negativen Momente (die es in ALLEN Parteien gibt!) aufgewärmt und aufgetischt! "Sie werde weiterhin Mühe haben, sich mit "anderen" Parteien zu verbünden!" Die Wähler der MCG wollen ja gar nicht, dass ihre gewählten Politiker anderen Parteien aus dem Mund sprechen und hinten nach höselen! Sie wollen Problemlösungen!
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