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Bohren für Erdwärme Trotz vieler Risiken: Fracking auch in der Schweiz

Bohrturm auf der Baustelle des Projekts "Deep Heat Mining" in Basel im Jahr 2006
Legende: Auch beim abgebrochenen Geothermieprojekt in Basel kam Fracking zum Einsatz. Keystone
  • Trotz Erdbebengefahr und anderer Risiken soll Fracking erlaubt sein.
  • Im Vordergrund steht dabei die Gewinnung von Erdwärme.
  • Die Förderung von Gas lehnt die Landesregierung aus klimapolitischen Gründen ab.

Beim Fracking wird das Gestein im tiefen Untergrund hydraulisch aufgebrochen, um die Durchlässigkeit zu erhöhen. Die Regierung sieht keinen Grund, diese Technologie grundsätzlich zu verbieten. Das schreibt er im Bericht «Fracking in der Schweiz», den er am Freitag verabschiedet hat.

Von Erdbeben bis Gewässerverschmutzung

Der Bundesrat lehnt ein generelles Verbot des Fracking ab. Die Methode birgt allerdings viele Risiken: Das Aufbrechen des Gesteins kann Erdbeben auslösen, so wie in Basel im Dezember 2006 im Zusammenhang mit einer Geothermie-Bohrung. Gemäss dem Bericht können chemische Zusatzstoffe zur Fracking-Flüssigkeit Grund- und Oberflächenwasser verschmutzen. Eine weitere Gefahr sind Schadstoffe wie Schwermetalle oder radioaktive Substanzen, die aus der Tiefe gefördert werden können.

Der Bundesrat ist jedoch überzeugt, dass diese Risiken auf ein vertretbares Mass gesenkt werden können. Voraussetzung dafür sei, dass die bestehenden umweltrechtlichen Vorschriften korrekt umgesetzt würden. Zudem hat er im Bericht Grundsätze für das Fracking festgelegt.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Steiner (Michael Steiner)
    Eine grossartige Technologie, hoffentlich kann sie in der Schweiz in Zukunft erfolgreicher angewendet werden als das bisher leider der Fall war.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Diese Technologie hat eigentlich nichts Grossartiges an sich. Es ist eher eine potenziell problematische Technologie.
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  • Kommentar von Severin Heck (Selber denken und prüfen)
    Leben beinhaltet immer 'Risiken'. Statistisch gesehen ist Suizid und Krankheit an 5 mal Wahrscheinlicher, als alle anderen Lebensrisiken zusammen, von Mord (daheim bleiben aus Angst?!), Verkehr (4 mehr Suizide), Sport, Daheim Werken und rumbasteln usw. Das gilt auch Für Technik. Technik Katastrophen wird es immer geben und Risiken gehören dazu. Aber wenn man diese Risiken nicht eingeht, würde die Menschheit frieren, an Krankheiten leiden und von Wölfen gefressen werden... No Risk no progress
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Zum Glück haben wir in der Technik diese rüde Philosophie der Explorer- und Abenteurer - Generation grösstenteils hinter uns.
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  • Kommentar von Severin Heck (Selber denken und prüfen)
    Ist ein absolut Richtiger Entscheid. So lange kein Öl gefördert wird, werden auch keine Tenside benötigt. Diese werden ja häufig kritisiert. Erdwärme ist auch eine Endliche Energiequelle aber es wäre Fahrlässig diese Technologie nicht zu nutzen. Vor allem in einem Land, das mit seiner Tunnelbau - Tradition über Jahrhunderte hinweg Know-How in Innovativen Bohr- und Erdbearbeitungstechnologien gesammelt hat. Solche Innovationen zu verbieten wäre kriminell.
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    1. Antwort von Mike Steiner (M. Steiner)
      Ich finde den jetzigen Entscheid kriminell. Denn auch bei Erdwärme-Fracking kommt man NICHT ohne Chemikalien aus (Quelle auf die Schnelle: http://www.deutschlandfunk.de/fracking-fuer-die-geothermie.676.de.html?dram:article_id=237239). Die VErschmutzung von Wasserspeichern ist vorprogrammiert. Wer ans Gegenteil glaubt, ist wohl wahnsinnig.
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    2. Antwort von Peter Sprecher (b8ilys)
      Da redete man erst noch von einer CO2 Halbierung und riskiert jetzt eine Wasserverschmutzung! Sauberes Wasser ist eine Lebensgrundlage, bitte schätzt das, und riskiert NICHTS!
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    3. Antwort von Alfred Schläpfer (191.5yenokavan)
      Jahrhundertelanges Know-how im Tunnelbau? Tempi passati. Die Mehrheit der Mineure bei den letzten Tunnelbauten waren Nicht-Schweizer. Und bei der zweiten Gotthardröhre werden wir ganz bestimmt nur noch die zweite Geige spielen. Switzerland first. Trump lässt grüssen.
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    4. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @heck: Die Schweiz kauft sogar die Tunnelbohrmaschinen für ihre Tunnels in Deutschland ein.... soviel in Sachen Technologie. Dann ist noch nicht ganz klar, was man wirklich mit der Wärme will.... für einen effizienten Kraftwerksbetrieb ist das jedenfalls nichts. Eher um KEV-Subventionen zu erhalten.... (was ja typisch Leuthard wäre).
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    5. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Was für Chemikalien werden denn eingesetzt beim "Aufbrechen von Gestein" wenn Fracking für Geothermie eingesetzt wird? Die Geheimniskrämerei darum herum lässt mich vermuten dass es nichts erfreulicheres ist als es die Tenside wären.
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    6. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Schläpfer, die Mehrheit der Mineure waren zu allen Zeiten Nicht-Schweizer. Das hat mit dem Know-How im Tunnelbau wenig zu tun. In der Hinsicht hat sich gar nichts geändert.
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    7. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Ducrey, mit der Wärme will man Wärme. Schon vergessen? ;-))
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