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Tunnelfreunde aufgepasst Am Gotthard wird ab 2020 wieder gebohrt

6 Mio. Tonnen Ausbruchsmaterial und weitere Superlative: In gut zwei Jahren geht’s los mit den Bauarbeiten zur zweiten Strassenröhre.

Bauarbeiter im Gotthard-Strassentunnel, 2016
Legende: Bald wird wieder in die Hände gespuckt: Das nächste Mammutprojekt am Gotthard steht vor der Tür. Keystone

Kaum ist der Hype um die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels verklungen, steht schon das nächste gigantische Bauprojekt am Schweizer Schicksalsberg an. 2020 soll es losgehen mit dem Bau der zweiten Gotthard-Strassenröhre. Die Eröffnung soll allerdings frühestens Ende 2027 erfolgen.

Ohnehin dürfte der Bau der zweiten Gotthard-Strassenröhre eher etwas für eingefleischte Tunnelfreunde sein. Schliesslich steht 70 Meter entfernt bereits die andere Röhre, durch die schon lange Autos fahren. Zudem umwehte den Bau des Gotthard-Basistunnels für den Schienenverkehr ein verkehrspolitisch anderer Wind.

Nichtsdestotrotz: Die Tunnelbauer stehen bereits Schlange, um den prestigeträchtigen Auftrag zu ergattern – und die nackten Zahlen beeindrucken:

  • Der Gotthard-Strassentunnel soll 70 Meter östlich der alten Röhre gebaut werden und ebenso 16‘918 Meter lang sein.
  • Über 6 Millionen Tonnen Ausbruchmaterial dürften anfallen.
  • Rund 2,8 Millionen Tonnen Gestein werden für die Verbesserung und Renaturierung der Flachwasserzone im Urnersee verwendet.
  • Etwa 2,5 Millionen Tonnen werden im Raum Airolo unter anderem zur Geländemodellierung und für die Teilüberdeckung der Autobahn gebraucht.

Das Projekt hat heute eine erste wichtige Hürde genommen. Der Bundesrat genehmigte das «generelle Projekt» für den Bau. Der avisierte Startschuss für den Tunnelbau könnte allerdings durch Beschwerden oder eine längere Planungsdauer verschoben werden.

Nach Abschluss der Arbeiten wird der Nord-Süd-Verkehr in die zweite Röhre verlegt, der alte Tunnel gesperrt und komplett saniert. Die beiden Röhren am Gotthard werden nicht vor 2030 gemeinsam in Betrieb genommen. Die zweite Gotthard-Strassenröhre wurde im Februar 2016 vom Stimmvolk angenommen.

Deutliche Erhöhung der Sicherheit

Durch den Wegfall des Gegenverkehrs im Gotthard-Strassentunnel wird gegenüber heute ein erheblicher Sicherheitsgewinn erreicht, indem Frontal- und Streifkollisionen verhindert werden, schreibt der Bundesrat. Neben der Fahrspur ist in beiden Tunnelröhren ein durchgehender seitlicher Pannenstreifen vorhanden. Im Falle eines schweren Ereignisses können die Tunnelbenutzer in die Querverbindungen flüchten und eine Intervention der Rettungskräfte ist über die andere Tunnelröhre möglich.

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