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Überfälle in der Westschweiz Hier haben die Gangster bereits zugeschlagen

Seit 2006 ereignen sich in der Westschweiz immer wieder Überfälle auf Geldtransporter, insgesamt sind es mittlerweile elf. Am Anfang misslingen noch viele Überfälle. Die Täter wurden jedoch immer professioneller – und schlagen häufiger zu. Die Polizei vermutet dahinter Banden aus Frankreich.

1 – Vue des Alpes NE: Am 17. August 2006 wurde ein Geldtransporter zwischen Neuenburg und La-Chaux-de-Fonds überfallen. Die Täter erbeuten Uhrenteile sowie Diamanten im Wert von 6.5 Millionen Franken. Sie werden später geschnappt und verurteilt, so auch der Fahrer des Geldtransporters, der beim Plan mitgewirkt hatte. Von der Beute fehlt nach wie vor jede Spur.

2 – Plan-les-Ouates GE: Am 29. August 2014 haben fünf maskierte und bewaffnete Täter einen gepanzerten Geldtransporter während des Fahrerschichtwechsels überfallen. Doch die Räuber gehen leer aus: Im Transporter befinden sich 400 Kilogramm Münzen im Wert von 30'000 Franken. Zu schwer für die Gangster – sie fliehen.

3 – Chêne-Bourg GE: Am 1. November 2014 scheitert ein Überfall auf einen Sicherheitsmann, der Geld von einer Wechselstube zu einem Geldtransporter bringen will. Der bewaffnete Angreifer wurde später auf der Flucht verhaftet, genau wie seine Komplizin.

4 – Bussigny GE: Zwei maskierte Männer haben am 30. Dezember 2015 Sicherheitsmitarbeiter bedroht und gefesselt, als diese die Einkünfte aus dem Weihnachtsgeschäft eines Geschäfts in einen Geldtransporter einluden – insgesamt 2.1 Millionen Franken. Der Haupttäter, ein brasilianisch-schweizerischer Doppelbürger, war Angestellter der Sicherheitsfirma. Er wurde verhaftet und verurteilt.

5 – Nyon VD: Sieben Täter haben am 24. Mai 2017 einen Geldtransporter bei Nyon überfallen. Sie erbeuteten Juwelen und Bargeld im Wert von zwischen 40 und 45 Millionen Franken. Die Täter hatten den Fahrer des Transporters gezwungen, nach Frankreich zu fahren. Dort öffneten sie den Transporter mit Sprengsätzen und flüchteten. Die Täter aus Lyon wurden auf der Flucht bei Annecy (F) verhaftet.

6 – Daillens VD: Der heutige Überfall auf einen Geldtransporter bei Daillens ist der zweite in der Nähe der Waadtländer Gemeinde. Bereits am 27. Januar 2017 haben drei Täter zwei Geldtransporter angegriffen und rund 6 Millionen Franken erbeutet, sie wurden jedoch kurze Zeit später verhaftet.

7 Chavornay VD: Im Februar 2018 schlugen die Gangster erneut im Waadtland zu. Sie nahmen die Tochter eines Fahrers als Geisel und riefen ihn während der Fahrt an. Sie drohten, sie würden seiner Tochter etwas antun. Auf einem Parkplatz in der Nähe von Chavornay schnappten sie sich die Beute zwischen 10 und 15 Millionen Franken und flüchteten. Diesen Mai schnappte die französische Polizei schliesslich die 15 Täter in der Region Lyon.

8 – Le Mont-sur-Lausanne VD: Hier schlagen die Täter zweimal zu. Am 12. April 2018 rammten die Täter einen Geldtransporter, um ihn zum Anhalten zu zwingen. Nachdem sie alle Fahrzeuge angezündet hatten, ergriffen sie mit der Beute die Flucht. Am 20. Juni 2019 wiederholte sich der Überfall auf der genau gleichen Strasse. Auch hier setzten die Täter die Fahrzeuge in Brand und flüchteten mit der Beute in unbekannter Höhe. Eine Person wurde verletzt.

9 La Sarraz VD: Am 23. August 2019 schlugen die Täter erneut zu. Sie schnitten zwei Geldtransportern den Weg ab, einem gelang gerade noch die Flucht. Die Täter gingen äusserst brutal vor, schossen auf den einen Geldtransporter und prügelten auf die Insassen ein. Die Täter erbeuteten Metallkisten mit Schweizerfranken und Euro in unbekannter Höhe.

Video
Wieder ein Überfall auf einen Geldtransporter
Aus 10vor10 vom 03.12.2019.
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8 Kommentare

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  • Kommentar von Nick Schaefer  (Nick Schaefer)
    Wann erlaubt der Waadtländer Staatsrat den Einsatz schwer gepanzerter Transportfahrzeuge? Wann erhöhen die Versicherungen die Prämie genügend, damit auch genügend Personal dabei ist? Wann werden Firmen, welche grosse Beträge verschieben, endlich auf Elektronische Zahlungsmittel umstellen? Wann werden wir eine Sozialpolitik haben, welche durch positive Erziehung und sinnvolle Lebensumstände für alle, genügend präventive Wirkung hat, um Gewalttäter, grosse Diebe, und Milliardäre zu integrieren?
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Der Bundesrat sieht keinen Bedarf, das Nachtfahrregime für schwere Motorfahrzeuge zu ändern.
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    2. Antwort von Nick Schaefer  (Nick Schaefer)
      @Planta: Trotzdem sehe ich regelmässig zwischen Mitternacht und 04:00 auf der Autobahn A3 schwere Lastwagen der Post und der Grossverteiler. Der Bundesrat wartet offensichtlich noch auf den ersten Toten, bevor er nicht nur den Lieblingskindern eine Sondergenehmigung gibt.
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    3. Antwort von N. Schmid  (Schmid)
      Na ja, wenn es unserer Gesellschaft nicht einmal gelingt arbeitsscheue Milliardärsöhne gleich zu besteuern (fehlende Erbschaftssteuer), wie ein hart arbeitender Familienvater (saftige Arbeitssteuer) kann man diesbezüglich wohl nicht viel erwarten.
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  • Kommentar von Nick Schaefer  (Nick Schaefer)
    Für mich kaum nachvollziehbar, in welchem Milieu die 15 bis 30 Täter stecken, dass sie gemeinsam auf diese idiotischen Ideen kommen. Eine oder zwei Personen, das kann man noch nachvollziehen. Aber eine derart grosse Tätergruppe, welche sich mit dieser extremen Gewalt zusammentut, obwohl die Chancen 1:100 stehen, damit davonzukommen. Ein wenig bessere Schulen und integrative Sozialpolitik würden unserer Gesellschaft so viele dieser Probleme nehmen. Wohingegen die ganz grossen Diebe und die 1% ...
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    1. Antwort von N. Schmid  (Schmid)
      Sind die Räuber denn erwischt worden? In den 1990ern waren ex-Geheimdienstagenten aus Rumänien an ähnlichen Aktionen in Deutschland beteiligt. Wenn ich mich richtig entsinne, sind die grösstenteils davon gekommen.
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  • Kommentar von M. Suter  (1905)
    Wo leben wir eigentlich, kann da nicht mehr gehandelt werden? Verstärkte Grenzkontrollen und bei den Wahlen daran denken!
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    1. Antwort von Nick Schaefer  (Nick Schaefer)
      Wir leben in einem Land, wo die 10% ärmsten der Bevölkerung keine Stimme haben - auch die linken Parteien kümmern sich nicht darum. Was wir als "Nation" und "Land" bezeichnen, ist schlicht eine Fiktion. Denn in einer Nation würde man die eigene Verfassung respektieren, und das Wohl der Gemeinschaft am Wohl der Schwächsten messen. In Frankreich ist es noch viel schlimmer.
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