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Überwachungen verdoppelt Genf nimmt mehr Islamisten ins Visier

Im Frühling 2018 überwacht der Kanton Genf 90 Islamisten – doppelt so viele wie noch vor einem Jahr. Gleichzeitig werden Massnahmen für eine bessere Integration der Muslime unternommen.

Legende: Video Bessere Integration von Muslimen abspielen. Laufzeit 4:32 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 24.04.2018.
Legende: Video Einblick in neue Imam-Ausbildung abspielen. Laufzeit 6:00 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 25.04.2018.

Die Zahl der überwachten Islamisten im Kanton Genf hat sich innert einem Jahr verdoppelt. Dies bestätigt der Genfer Sicherheitsdirektor Pierre Maudet gegenüber «Schweiz aktuell».

Im März 2017 hatte der Kanton noch 42 Personen als potentiell gefährlich eingestuft und überwacht, im März 2018 sind es nun bereits 90 Personen.

Radikalisierung in Quartiertreffs oder Sportklubs

«Es handelt sich um verschiedene Grade der Überwachung von Islamisten. Wir haben uns verbessert, diese zu entdecken. Doch die Tendenz bereitet mir Sorgen», sagt Maudet.

Maudet betont jedoch, dass seit Sommer 2016 kein Islamist aus Genf in den Krieg nach Syrien oder in den Irak gezogen sei. Er erklärt, dass die Radikalisierung heute nicht mehr in Moscheen passiere. «Gefährdet sind viel mehr Quartiertreffs und Sportklubs, wo sich Junge potentiell radikalisieren.»

Mehr Rechte für islamische Gemeinschaften

Gleichzeitig plant der Kanton Genf ein neues Religionsgesetz. Konkret soll es künftig möglich sein, dass die Behörden neu auch für muslimische Gemeinschaften die freiwillige Religionssteuer einzieht – und nicht nur für die Landeskirchen, wie bisher.

Das neue Laizitätsgesetz muss noch vom Kantonsparlament verabschiedet werden. Für Staatsrat Maudet ist dies eine Massnahme zur besseren Integration der muslimischen Gemeinschaften in Genf. «Wir wollen damit auch den Einfluss der Geldgeber aus dem Nahen Osten auf muslimische Gemeinschaften in Genf reduzieren», sagt Maudet.

Ausbildung für Imame

Seit letzten Herbst bildet der Kanton Genf auch zehn Imame aus den verschiedensten muslimischen Glaubensrichtungen an der Universität Genf aus.

Die Premiere in der Romandie verläuft bisher erfolgreich. Gelehrt wird primär über das Schweizer Rechtssystem, aber auch praktische Integration in die Genfer Gesellschaft.

Der neue Imam der grössten Moschee im Kanton, Noureddine Ferjani, zieht eine positive erste Bilanz der Ausbildung. Dank dem Kurs verstehe er die Schweizerische und die Genfer Gesellschaft besser, so Ferjani. «Die Ausbildung gibt uns neue Ideen, wir hören auch Kritik. So können wir Genfer Imame uns verbessern und weiterentwickeln.»

Legende: Video Koran und Demokratie abspielen. Laufzeit 5:05 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 24.04.2018.

«Schweiz aktuell»-Serie

«Schweiz aktuell»-Serie

Die dreiteilige «Schweiz aktuell»-Serie über die Ausbildung der Genfer Imame startet heute Dienstag um 19 Uhr auf SRF 1.

21 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Diese sich im Vormarsch befindende islamistische Parallelgesellschaft kann nicht mehr aufgehalten werden! Viele Angekommene aus völlig fremden Kulturen werden sich nie integrieren! Im Gegenteil, sie wollen (wie in früheren Jahrhunderten es die Christen taten) den Islam in Europa breitfächerig installieren! Dass solche religiöse Rechthaberein immer Probleme (sogar Kriege) brachten, müssten die Gutmenschen, die immer nach Integration rufen, endlich einsehen und nicht Millionen dafür bereitstellen!
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  • Kommentar von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
    An alle die sich hier gegen die Integration von Muslimen aussprechen, wollt ihr lieber eine radikalisierte Parallelgesellschaft?
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    1. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      An Herr Steiner: Ich bin sehr für eine gute Integration von Muslimen doch sind es Viele aus dieser Gruppe die sich schlecht integrieren. Dies sagen übrigens auch muslimische Kollegen und Bekannte von mir. Es waren auch Muslime aus meinem Umfeld die sagten dass es in der Schweiz bereits Parallelgesellschaften gibt und zwar nicht nur bei Muslimen.
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  • Kommentar von Edi Steinlin (Chäsli)
    Bei einem sehr hohen Prozentsatz der Muslime sprechen die Ehefrauen kein Deutsch. Die Sprache ist das wichtigste Element in der Integration und die findet vor allem in den Köpfen unserer Politikern/innen statt.
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    1. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      an Herr Steinlin: Vielleicht ist man bisher mit Einbürgerungswilligen zu freundlich umgegangen. Jeder Einbürgerungswillige sollte gewisse Verpflichtungen einhalten müssen. Z.B. Die Amtssprache seines Wohnkantons erlernen, einen Crash-Kurs in Schweizer Kultur und Gesetze besuchen sowie sich eine Arbeit suchen oder eine Annehmen die man ihm beschafft. Wenn man dies nicht erfüllt, auch im Nachhinein nicht einhält, sollte man nicht hier sein.
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Die aktuellen Bedingungen für eine ordentliche und auch eine erleichterte Einbürgerung beinhalten Sprachkompetenzen mündlich mindestens auf dem Referenzniveau B1 und schriftlich A2 und Kenntnisse über die Schweiz in Geografie, Geschichte, Politik, Gesellschaft.
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