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Schweiz Ueli Maurer: «Ich habe viele positive Reaktionen erhalten»

Am Mittwoch wählt die Vereinigte Bundesversammlung den Nachfolger von Bundespräsident Maurer. Dieser drückte dem Amt erst in den letzten Monaten seinen Stempel auf. Umso markanter wird der Wechsel vom SVP-Mann Maurer zum Freisinnigen Burkhalter.

Legende: Video Ueli Maurer zieht Bilanz abspielen. Laufzeit 3:32 Minuten.
Vom 02.12.2013.

Die Schweiz müsse sich wehren gegen die Grossen der Welt. Die Schweiz sei allein deshalb unter Druck, weil sie besser sei als alle anderen. Bundespräsident Ueli Maurer hat im zu Ende gehenden Jahr kaum eine Gelegenheit ausgelassen, um seine rechtskonservative Sicht der Welt kundzutun.

Er gehöre zu einer politischen Minderheit – da werde man besonders scharf beobachtet, hält Maurer gegenüber SRF fest. Alles in allem zieht er ein positives Fazit seines Präsidialjahres: «Ich habe viele positive Reaktionen von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern erhalten – und aus dem Ausland.»

Darbellay voll des Lobes für Maurer

Natürlich ist Bundespräsident Maurer auch angeeckt: Bei den Themen Zuwanderung und EU habe Maurer die Grenzen der Kollegialität im Bundesrat geritzt, heisst es bei der SP. In der politischen Mitte aber hält sich die Kritik in Grenzen.

Gar ausgesprochen positiv urteilt CVP-Präsident Christophe Darbellay. Ihm habe Maurers David-gegen-Goliath-Rhetorik nicht schlecht gefallen. «Ich erwarte, dass jemand aus dem Bundesrat diese Worte endlich ausspricht – und das hat der Maurer gemacht», so das Lob von Darbellay.

Alles wird anders

Nun wird alles ganz anders: Nächstes Jahr übernimmt Aussenminister Didier Burkhalter das Amt des Bundespräsidenten. Der Wechsel vom volkstümlichen Eishockey-Fan zum feinsinnigen Film-Liebhaber könnte kaum einschneidender sein: Darbellay spricht von einem Stilwechsel. «Herr Burkhalter ist ein diskreter Mann, kein Wort ist lauter als das andere.»

Doch nicht nur die Tonalität wird ändern, sondern auch der Inhalt: SVP-Mann Maurer warnt vor fremden Richtern und sympathisiert mit der Masseneinwanderungs-Initiative seiner SVP. FDP-Mann Burkhalter dagegen bekämpft die Initiative und möchte den EU-Gerichtshof als Gutachter einspannen im Streitfall zwischen der Schweiz und der EU.

Heisse Verhandlungen mit Brüssel

Im nächsten Jahr will der Bundesrat einig werden mit Brüssel, was die institutionellen Fragen betrifft. Die Verhandlungen dazu führt Didier Burkhalter. Das Bundespräsidium werde ihm im Ausland die Türen etwas einfacher öffnen, ist SP-Präsident Christian Levrat überzeugt: «Für uns kann das nur positiv sein.» Einfach wird das Jahr 2014 nicht für Burkhalter: Hierzulande hat seine Europapolitik viele Gegner.

Kurz seiner Wahl gibt sich der künftige Bundespräsident selbst ziemlich verschwiegen: «Ich freue mich über alles, was im Leben kommt», meint Burkhalter. Er sei sich der grossen Verantwortung für die ganze Schweizer Bevölkerung bewusst. Die Wahl ist am Mittwoch, in der Silvesternacht übernimmt Burkhalter offiziell das Amt von Maurer.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Immerhin haben uns NUR + AUSCHLIESSLICH Leute wie der Ueli in den letzten 21 Jahren unnötige Mitgliederbeiträge von 252 Milliarden Fränkli an die EU eingespart. Das ist zwar pro Kopf und Jahr nicht sehr viel – in der Summe aber beachtlich + 1 guter Verwalter wird immer zuerst fragen, was es koste. Solange Russland, China + Schurkenstaaten nicht automatisch EU Recht übernehmen, braucht CH als SOUVERÄNER Staat da nicht vorzupreschen. LIEBER ANSCHLUSS AN CHINA, NICHT AN FAULE VERLIERER.
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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    U. Maurer hat die CH als BR-Präsident sehr gut vertreten. Er hat jeweils FÜR die CH geredet und nicht wie Andere GEGEN die CH. Ich hoffe sehr, dass für D. Burkhalter die CH auch wichtiger ist und sie nicht schlecht redet, weil er lieber in der EU sein möchte.
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    1. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      H. Helfer Diese Meinung teile ich mit Ihnen. Er brauchte klare Worte für die Schweiz. Es wurde von U. Maurer auch nicht soviel berichtet, in den Medien. Vielleicht wollte er dies auch nicht. Wenn ich jetzt sehe wie schon drei Themen alleine für D. Burkhalter aufgeschaltet sind, muss man nicht viel überlegen wohin dies führt bei dieser Medien Präsenz. Meine Hoffnung ist nur, dass sich Menschen, je länger, je mehr, nicht Manipulieren lassen, sondern selbst Beurteilen können, was richtig ist.
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Naja, erzählt hat der Maurer viel von den eidg. Werten; aber was hat er eigentlich geleistet?
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    3. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      A. Planta Lesen Sie seitlich die Themen des Jahres! Was er geleistet hat, wird leider immer zum Kampf, mit andern Parteien, da er als alleiniger, fast keine Chance hat, um im Bundesrat durch zu kommen. Haben Sie nicht in einem Komm. geschrieben betreffend Konstruktive Zusammenarbeit, weiss nicht vielleicht würde U. Maurer gerne auch davon profitieren, wie z. B. E.W. Miteinander wäre man Stark und nicht gegeneinander.
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    4. Antwort von Albert Planta, Chur
      Marlies Artho, Schmerikon Ein Stück weit ist er sicher zur konstruktiven Mitarbeit bereit. Aber nicht aus innerer Überzeugung sondern wegen dem eigenen Unvermögen.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Danke an BR Maurer, dass er in seinem Jahr als BP die Interessen der meisten Schweizer und nicht die der abgehobenen Schweizer Elite vertreten hat und den Mut hatte, auch mal Tacheles zu reden. Dieses selbstbewusste aber bodenständige Auftreten war eine Wohltat angesichts der Tatsache, dass uns sonst ein Haufen harmoniesüchtiger "Sir, may I have another"-Bücklinge vertritt bzw. regiert.
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