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Schweiz UKW Ade – Digitales Radio im Vormarsch

Erstmals wird in der Schweiz häufiger digitales als analoges Radio gehört. Warum die Schweiz auf DAB+ setzt, und nicht auf Internetradio, erklärt Thomas Saner von der SRG.

DAB+
Legende: Im 15. November wechselt die SRG vollständig von DAB auf DAB+. SRF

Erstmals hören in der Schweiz mehr Leute Radio über DAB+ oder Internet als über UKW. Die digitale Radionutzung liegt bei 53 Prozent, wie eine neue Studie zeigt. Sie ist von den Privatradios und der SRG in Auftrag gegeben worden. Ob die Schweiz damit beim ihrem Umstiegsziel auf Kurs ist, erklärt Thomas Saner im Gspräch. Er ist bei der SRG für den Umstieg auf die digitale Radiotechnologie zuständig.

SRF News: Worauf ist diese Entwicklung zurückzuführen?

Thomas Saner: In den letzten acht bis zehn Jahren sind massive Marketing-Anstrengungen unternommen worden. Man hat die Netze ausgebaut, die SRG sowie die Privatradios haben neue Programme auf DAB lanciert: Das Angebot ist attraktiver geworden. Auch die Empfangsart bietet mehr. Auf DAB+ hat man üblicherweise einen besseren Empfang. Es klingt gut. Zudem muss ich nicht lange nach meinem Programm suchen, was beim Internetradio nicht immer der Fall ist.

2024 schaltet die Schweiz UKW ab. Dann gibt es nur noch DAB+ und Internetradio. Ist man beim Umstieg auf Kurs?

Die Zahlen der Studie zeigen, dass wir voll auf Kurs sind. Im Vergleich mit Norwegen, wo UKW im nächsten Jahr abgestellt werden soll, sind wir schon fast bei den gleichen Zahlen. Das heisst, wir werden UKW in einer deutlich besseren Ausgangslage als Norwegen abschalten.

In Deutschland wird intensiv darüber diskutiert, ob man überhaupt auf DAB umstellen oder nicht lieber gleich auf Internetradio setzen soll. Warum hat sich die Schweiz für DAB entschieden?

DAB ist vor allem für Leute ein vollständiger Ersatz, die gewohnt sind, in der klassischen Art Radio zu hören. Für Einsteiger bietet es die Möglichkeit, mehr und neue Programme zu entdecken. Ausserdem zeigen die Zahlen, dass Internetradio vor allem zu Hause gehört wird, wo diese Art der Verbreitung dank WLAN meistens gut funktioniert. Unterwegs sieht das anders aus. Wenn man etwa versucht, mit dem Handy am Zürichsee entlang Radio zu hören, dann weiss man, wie das etwa funktioniert. Bei Mobilnetzen kann es sein, dass es um fünf Uhr problemlos funktioniert, dass ich aber um sieben Uhr, wenn alle zur Arbeit fahren, nichts mehr höre.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Wer weiss es noch als es hiess: "Hier ist der Schweizerische Landessender Beromünster, Sottens und Monte Ceneri: Es folgt nun das Wunschkonzert"
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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Eine robuste Technologie wird voreilig entsorgt. Bei den Autos, vor allem der unteren Preisklasse, sind DAB Radios oft gar nicht erhältlich. Im Gegensatz zum UKW braucht DAB immer ein paar Sekunden Zeit zum puffern. Im Krisenfall ist das Risiko gross, dass das Netzwerk, welches die DAB-Sender verknüpft zusammenbricht. Kann auch durch einen Virus passieren. Und dann fahre ich oft durch Täler, wo UKW geht, DAB aber keine Verbindung mehr hat. Zum Glück stellen die Deutschen UKW nicht ab!
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  • Kommentar von Mike Steiner (M. Steiner)
    Ich bin ja ein fan von DAB. Gerade im auto. Umso unverständlicher für mich, warum auch 7 jahre nach einführung von DAB+ und gar 16 jahre nach einführung der DAB-technologie in diesem land auch heute noch nur eine handvoll strassentunnels erschlossen sind. Wie man da von 'auf kurs' sprechen kann, ist mir ein rätsel. Es nervt.
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