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Umfrage zur Gleichstellung Frauen fühlen sich zum Teil stark benachteiligt

  • Frauen in der Deutschschweiz fühlen sich bei der Gleichstellung von Frau und Mann in einzelnen Bereichen noch stark benachteiligt.
  • Nur jede zweite Frau schätzt den eigenen Arbeitgeber als familienfreundlich ein – und die Karriere-Chancen sehen zwei von fünf Frauen für beide Geschlechter gleich.
  • Dies hält eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Sotomo fest. Dafür wurden über 6000 Frauen befragt.
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Archiv: Gleichstellung in Unternehmen, ein Pilot-Projekt aus Bern
Aus Schweiz aktuell vom 14.09.2020.
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72 Prozent der befragten Frauen sind zudem der Ansicht, Männer hätten in der Schweiz insgesamt noch immer mehr Vorteile als Frauen. Dies ist im internationalen Vergleich einer der höchsten Werte in der westlichen Welt.

Klassische Rollenmuster zeigen sich gemäss Studie auch im Alltag zu Hause. So bleibe bei Paaren unabhängig von der Aufteilung der Erwerbsarbeit ein grosser Teil der Hausarbeit an den Frauen hängen. So stört sich beispielsweise jede vierte Befragte daran, dass ihr Partner «Schmutz und Unordnung zu Hause gar nicht erst sehen» würde.

Mütter weniger zufrieden

Trotz der Gleichstellungsdefizite ist die Mehrheit der Befragten mit ihrem Leben zufrieden. Eher weniger glücklich sind jedoch Mütter in Familienhaushalten. Sie beklagen vor allem, zu wenig Zeit für sich selber zu haben.

Die «annajetzt»-Studie erfolgte online zwischen dem 21. und dem 31. Januar 2021. Sie entstand im Auftrag der Frauenzeitschrift «annabelle». Es wurden über 6000 Frauen über 16 in der Deutschschweiz befragt.

Bütikofer: «Wir sind oft noch sehr traditionell unterwegs»

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Sarah Bütikofer ist Politikwissenschaftlerin und Mitautorin der Studie.

SRF News: Was sagen die Deutschschweizer Frauen über «ihre» Männer?

Sarah Bütikhofer (Politologin): Die Umfrage zeigt: Wir sind in vielen Fragen noch sehr traditionell unterwegs, vor allem in Familienhaushalten. Die Rollenverteilung ist oft klassisch, die Männer sind für die Finanzen, die Frauen für die Kinder zuständig. Die Frauen sind deswegen auch oft gestresst, sie wünschen es sich anders.

Wie sieht denn? die ideale Welt für die Schweizer Frau aus?

In der Arbeitswelt besteht Handlungsbedarf bei der finanziellen Absicherung, im Hinblick auf das Alter und beim Lohn. Gleicher Lohn für die gleiche Arbeit: Diese Forderung steht schon lange im Raum.

Bei der Erwerbs- und Betreuungsfrage für Eltern zeigt sich, dass sich viele Frauen wünschen, dass die Väter nur 80 Prozent arbeiten anstatt eben oft die 100 Prozent. Gleichzeitig wünschen sich aber auch viele Frauen für sich selbst, nur 50 Prozent zu arbeiten. Dies lässt aufhorchen und zeigt, dass in der Schweiz doch wenig darüber diskutiert wird, dass Frauen von mehr Arbeit und mehr Lohn deutlich profitieren würden. Aber, um hier etwas zu verändern, braucht es bessere Rahmenbedingungen. Das ist sicher ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag.

Das Gespräch führte Monika Erni (SRF1, Morgengast).

SRF 4 News, 01.03.2021, 10 Uhr;

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Peter  (Byron)
    Interessante Aussage: viele Frauen wünschen sich, dass Ihre Partner nur 80% arbeiten - für sich selber sehen Sie das gewünschte Arbeitspensum dann bei 50%...
    Auch wenn jetzt Steine auf mich prasseln, wie war das mit der Gleichstellung ? Und um das Argument der durch die Frauen geleisteten Kinderbetreuung schon mal etwas zu entkräften, es soll in der Schweiz auch ein paar kinderlose Partnerschaften geben ;-)
  • Kommentar von Roberta Meyer  (rm12)
    Ich finde es sehr interessant, dass praktisch alle Kommentare welche hier verfasst wurden, ausschliesslich von Männern stammen. Einerseits finde ich das sehr bereichernd und andererseits haben einige Männer scheinbar nach so einem Artikel gleich wieder das Gefühl, Frauen seien nie zufrieden mit dem Stand der Gleichberechtigung und fühlen sich als Mann gleich angegriffen oder übergangen. Dabei sagt ja im Artikel niemand, dass nur immer die Frauen benachteiligt sind, Männer sind dies durchaus auch
  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Die Mütter klagen zu wenig Zeit für sich selber zu haben und der Partner sieht Schmutz und Unordnung nicht. Das ist wohl eher ein innerfamiliäres Problem, als eines der Gesellschaft! Mangelndes Durchsetzvermögen in der Beziehung, soll also vom Staat kompensiert werden. Die Vorstellungen sind manchmal schon lustig! Eine Babypause von ein paar Jahren und in der Karriere bitte dieselben Chancen wie jene ohne so was. Da ist wohl Wunsch und Realität definitiv nicht mehr übereinander zu bringen!