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Schweiz Umstrittenes Kopftuchverbot – St. Gallen steht alleine da

Der Kanton St. Gallen sorgt mit einem Kopftuchverbot in der Schule für Kritik. Schulleiterverband, Lehrerverband und der höchste Erziehungsdirektor der Deutschschweiz halten nichts davon. Eine St. Galler Schule verwehrt zwei somalischen Mädchen den Unterricht, weil sie ein Kopftuch tragen.

Legende: Video Unterrichtsverbot wegen Kopftuch: Behörden üben Kritik (10vor10) abspielen. Laufzeit 02:40 Minuten.
Aus News-Clip vom 07.06.2013.

Zwei somalische Mädchen dürfen die Primarschule in Heerbrugg nicht besuchen – weil sie ein Kopftuch tragen. Das sorgt für Ärger. Der Schweizer Schulleiterverband, der Lehrerverband und auch der Präsident der Erziehungsdirektorenkonferenz der Deutschschweiz äussern Kritik.

«Eine Kopfbedeckung, zum Beispiel eine Kippa oder ein Kopftuch, stört den Unterricht nicht. Es gibt deshalb keinen Grund, diese zu verbieten». Der höchste Erziehungsdirektor der Deutschschweiz distanziert sich vom Vorgehen seines Amtskollegen im Kanton St. Gallen. Dieser hatte den Schulen im Kanton in einem Kreisschreiben empfohlen, Kopfbedeckungen aller Art im Unterricht zu verbieten.

Beat Zemp, Präsident des Schweizer Lehrerverbandes, kritisiert das Vorgehen der betreffenden Schule. Ein Schulausschluss sei kontraproduktiv für die Integration, sagt er gegenüber «10vor10». Und auch der Verband der Schulleiter ist empört über das Vorgehen im Kanton St. Gallen. Dieses Vorgehen sei in der Schweiz einzigartig.

Die Heerbrugger Schulleitung trifft sich am Montag zu einer Sitzung, an der sie das Vorgehen besprechen will. Schulratspräsident Walter Portmann fühlt sich in der Sache als Sündenbock. «Wir haben nur eine Empfehlung des Erziehungsrates umgesetzt.» Portmann will sich dafür einsetzen, dass somalischen Mädchen mehr Zeit erhalten, um sich an die hiesigen Gepflogenheiten zu gewöhnen. Und hofft, dass das Bundesgericht einen Grundsatzentscheid fällen wird.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Zare Petric, Gossau
    Find ich gut so. Denn wie der Typ da im Video sagt, durfte ich während meiner Schulzeit auch keine Mützen während dem Unterricht tragen.... Also warum sollten andere etwas am Kopf haben und ich nicht?
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  • Kommentar von Otto Würz, Winterthur
    Die Debatte erinnert mich an die Minarett-Abstimmung. In beiden Fällen wurden elementare Regeln der Religionsfreiheit missachtet. Wer Minarette verbietet, muss auch Kirchen verbieten. Wer Kopftücher verbietet, muss auch Kreuze um den Hals verbieten. Die Schweiz ist kein Christenstaat, sondern ein Land in dem Religionsfreiheit herrscht - garantiert durch die Verfassung. Es geht nicht an, irgendeine Religion zu bevorzugen und andere zu benachteiligen.
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  • Kommentar von jean passant, thun
    In Genf kämpft eine Lehrerin seit Jahren um das Recht im Unterricht ein Kopftuch tragen zu dürfen. Der IZRS möchte durchsetzen, dass die Schweizer Armee für Muslime nicht nur 1 Gebet pro Tag, sondern die verlangten 5 zulässt. Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte erwog zum Thema : "es gibt politische Strömungen, die der gesamten Gesellschaft ihre religiösen Symbole und ihr Ideal einer auf Religionsregeln basierenden Gesellschaft aufzudrängen versuchen". Der Fall ist eigentlich klar.
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