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Schweiz Umweltverbände zu Klimagipfel: Schweiz macht viel zu wenig

Wesentlich mehr Geld für Klimafinanzierung, viel stärkere Emissionssenkungen: Das fordern Umweltverbände und Hilfswerke von der Schweiz. Die jetzige Verhandlungsposition des Landes am Klimagipfel in Paris sei schlicht ungenügend.

Legende: Video Ziele für die Klimakonferenz abspielen. Laufzeit 1:34 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 26.11.2015.

Umweltverbände und Hilfswerke kritisieren die Verhandlungsposition, mit der die Schweizer Delegation an den Klimagipfel von Paris reist, scharf. Dabei stören sie vor allem zwei Punkte: Die Klimafinanzierung und die Reduktionsziele bei Emissionen.

Mit der Klimafinanzierung sollen Massnahmen zu Emissionssenkungen und Anpassungen an den Klimawandel bezahlt werden. Statt dafür zusätzliche Gelder bereitzustellen, wie dies andere Länder tun, nehme die Schweiz einfach Gelder aus dem bereits gesprochenen Budget für Entwicklungszusammenarbeit. «Dieses Geld ist für die Bekämpfung der jetzigen Armut bestimmt», kritisiert Jürg Staudemann von der Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Hilfswerke, Alliance Sud. Klimafinanzierung solle aber neue Armut verhindern.

Eine Milliarde pro Jahr für Klimafinanzierung

Für die Klimaallianz Schweiz, der neben Alliance Sud auch WWF und Greenpeace angehören, ist deshalb klar: Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Stärke sollte die Eidgenossenschaft ab 2020 jährlich eine Milliarde Franken für die Klimafinanzierung einsetzen. Allein für kommendes Jahr fordert die Klimaallianz, dass 600 Millionen Franken bereitgestellt werden. Das liegt weit über den Plänen des Bundesrates. Dieser hatte für die Zeit von 2015 bis 2017 insgesamt 100 Millionen Dollar zugesagt.

Bei den Reduktionszielen fordert die Klimaallianz, dass die Schweiz alle Emissionssenkungen im Inland macht – und zwar mindestens 60 Prozent bis ins Jahr 2030. Zudem müsse die Schweiz bis 2050 vollständig aus fossilen Energien aussteigen.

Patrick Hofstetter von WWF Schweiz sieht aber ein «sehr gutes Signal» darin, dass die Verhandlungen in Paris bereits am Sonntag beginnen. Offizieller Eröffnungstag der Konferenz ist der Montag mit einer langen Rednerliste, auf der auch Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga steht. Hofstetter selbst gehört zur rund 20-köpfigen Schweizer Delegation.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von gabi bossert (goba)
    Jeder Einzelne müsste seinen Energiekonsum massiv einschränken. Niemand will Das. Ich bin gespannt, ob in Paris die Wirtschaftsorientierte Wissenschaft das Geoengineering zum Thema macht. Die Macht des Menschen mechanisch in das Klima einzugreifen und die Weltweite Erwärmung zu beeinflussen. Technologien sind seit Jahrzehnten vorhanden und das Geschäft wittern schon Einige. Die Konsequenzen könnten verheerend sein, aber Niemand müsste verzichten. Und genau deshalb könnte es wahr werden.
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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Am Meisten macht China, Es baut Atomkraftwerke dass sich die Balken biegen. Ich weiss nicht, ob man einfach ein neues Klima kaufen kann. Weniger Konsum von Gütern und Dienstleistungen und Energie wäre die einfachste Lösung.
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    1. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      Die einfachste+effizienteste Lösung wäre die Einsicht zur Reduktion der Bevölkerung, weltweit, auch bei uns. Schluss mit Zuwanderung und Geburtenüberschüssen. Kein Land sollte mehr Menschen zulassen als es ernähren+versorgen kann. Es ist doch schwachsinnig, wenn wir in Entwicklungsländern auf mehr Flächen anbauen als uns selber zur Verfügung stehen. Wir füttern hier Flüchtlinge durch, welche wegen unsrer Überbevölkerung enteignet u.in den Ruin getrieben wurden. Hauptproblem Wasser wird folgen!
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