Unia: «Saisonniers darf es nie wieder geben»

Die Gewerkschaft Unia will die Wiedereinführung eines Saisonnier-Statuts verhindern: Mit einer Tagung und einer Ausstellung in Bern hat sie auf die «unwürdige und menschenverachtende» Situation der Arbeiter hingewiesen.

Im Zusammenhang mit der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative wird aktuell wieder öffentlich über das Saisonnier-Statut diskutiert. Darum will die Unia auf die negativen Folgen dieses von 1934 bis 2002 geltenden Statuts hinweisen.

In einer nachgebauten Saisonnier-Wohnbaracke und mit zahlreichen Fotos wird die Lebenssituation der ausländischen Arbeiterinnen und Arbeiter erlebbar gemacht. «Die Botschaft ist klar: So ein Statut darf es nie wieder geben», teilte die Gewerkschaft mit.

Betroffene erzählen

Vor der Eröffnung der Ausstellung fand am Freitag im Berner Kulturzentrum Progr eine Tagung zur Migrationspolitik statt. Dort erzählten mehrere ehemalige Saisonniers von ihren Erfahrungen. Auch der Film «Verboten und versteckt – Saisonnierkinder erzählen» des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB) wurde gezeigt.

Die Ausstellung wird bis am 13. November auf dem Berner Waisenhausplatz zu sehen sein. Anschliessend ist sie vom 17. bis zum 23. November in Genf zu sehen.

Bis 2002 angewendet

Das Saisonnier-Statut wurde 1934 eingeführt. Unternehmer konnten Ausländerinnen und Ausländer für eine Saison anstellen. Diese durften während der Saison weder Beruf noch Wohnort wechseln, noch ihre Familie in die Schweiz mitnehmen. Das Statut fiel mit der Einführung der Personenfreizügigkeit im Jahre 2002.

Tausende Gastarbeiter, wie sie damals genannt werden, trugen so auf den grossen Baustellen, im Tourismus oder in der Landwirtschaft zum Wohlstand der Schweiz bei.

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