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Schweiz Unispital Basel schickt Oberärzte an die Front

Die Notfallstation des Unispitals Basel setzt auf ein neues Konzept. Nach einem Vorbild aus Kalifornien kümmert sich künftig speziell geschultes Fachpersonal um die Erstdiagnose bei Notfallpatienten.

Legende: Video Neues Konzept für Notfallpatienten abspielen. Laufzeit 1:25 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 16.01.2013.
Signaltafel Notfallstation.
Legende: Basel setzt auf ein neues Behandlungskonzept bei den Notfallpatienten. Keystone

Stundenlanges Warten bis man auf der Notfallstation endlich einen Arzt zu Gesicht bekommt, wer kennt das nicht. In Basel soll das bald Vergangenheit sein. Mit dem neuen «Notfall-Flusskonzept» soll der Betrieb schneller und effizienter werden.

Wichtigster Punkt des neuen Konzepts: Oberärzte und Spezialisten der Notfallpflege stellen die erste Diagnose und bestimmen den weiteren Behandlungsverlauf.

Rund ein Drittel der Notfallpatienten soll dadurch wesentlich schneller ärztliche Hilfe erhalten und insbesondere früher erfahren, ob eine Operation nötig oder eine Heimkehr am gleichen Tag möglich ist.

Mehrkosten vs. Effizienz

Zum neuen Konzept zählen auch ein Team von Orthopäden für Knochenbrüche und Verletzungen am Bewegungsapparat sowie eine zentrale Überwachungseinheit für schwer Kranke.

Mehrkosten für zusätzliche Fachärzte sollen durch den Abbau von Doppelspurigkeiten im bisherigen Behandlungskonzept wettgemacht werden. Damit reagiert das Universitätsspital Basel (USB) auf akut steigende Fallzahlen.

Über die Festtage verzeichnete das USB einen Ansturm von täglich 180 Patienten. Mit jährlich 45'000 Notfällen stösst das Spital an die Kapazitätsgrenze. Nach Ansicht von Roland Bingisser, dem Chefarzt der Notfallstation, soll das Wartezimmer bald nur noch für die Angehörigen reserviert sein.

Erste Erfahrungen sind positiv

Seit Jahresbeginn wird das neue Konzept in der Traumatologie bereits erfolgreich angewendet, bis Mitte 2014 soll es bei allen Notfallpatienten angewendet werden.

In Bern und Zürich wird das neue Modell aus Kalifornien mit Interesse verfolgt. Bei dringenden Fällen werden sowohl in Bern als auch in Zürich bereits jetzt administrative Abläufe zurückgestellt. Eine Erstdiagnose durch den Oberarzt ist aber noch Zukunftsmusik.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    "Oberarzt anstatt Portier": was auf den ersten Blick wie ein echter Fortschritt aussieht, liest sich nachher ganz anders. Die Story ist wieder einmal reisserisch aufgebaut und für SRF eher peinlich. Abgesehen davon: als ich Notfallmässig im Inselspiatl ankam, war die Betreuung von der ersten Minute an auf Top-Niveau. Von langer Warterei konnte keine Rede sein.
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  • Kommentar von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
    Sollte auch in allen Spitälern eingeführt werden. Denn das letzte Wort hat immer der Oberarzt und es nützt nichts, wenn zuerst die Sekretärin und dann der Assistenzarzt und zuletzt noch der Oberarzt über das Leiden informiert werden muss. In dieser Zeit kann ein Patient sogar sterben, was schon passiert ist. Wenn schon Kosten sparen dann am richtigen Ort und zudem hat der Patient den richtigen Ansprechpartner.
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    1. Antwort von Margrit Holzhammer, 8903 Birmensdorf
      Frau Eberhard, oft ist es das Pflegepersonal, welches zuerst mit dem Patienten in Kontakt kommt und dann eine Entscheidung trifft. NUR, vom Pflegepersonal spricht ja niemand (auch Sie nicht), das hat ganz selbstverständlich zu funktionieren...... Mann/Frau sollte das Pflegepersonal in diesem Land nicht unterschätzen!!!
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  • Kommentar von Margrit Holzhammer, 8903 Birmensdorf
    Auf einer Notfallstation eines grösseren Spitals arbeitet seit eh und je geschultes Fachpersonal. Dieses Fachpersonal ist sehr wohl in der Lage eine Ersteinschätzung vorzunehmen. Es hat sich in den letzten Jahren eingebürgert, dass Mann/Frau wegen jedem Boboli eine Notfallstation aufsuchen und sich noch beschweren, wenn sie eine zeitlang warten müssen. Es geht nichts über einen guten Hausarzt. Notfallstationen sind für Notfälle und nicht für eingeklemmte Fü..e!
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    1. Antwort von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
      Frau Holzhammer ich unterschätze das Pflegepersonal überhaupt nicht. Jedoch das Pflegepersonal kann nicht entscheiden sondern muss die Anweisungen des Arztes befolgen deshalb ist die Lösung mit dem Oberarzt eine gute vorallem für die Patienten.
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    2. Antwort von Margrit Holzhammer, 8903 Birmensdorf
      Frau Eberhard, ich komme aus der Spitalbranche und weiss haargenau wie es dort zu und her geht.
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