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UNO-Kinderrechtstag Petition fordert Verbot von Körperstrafen

Legende: Audio Die Ohrfeige soll geächtet werden abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
01:57 min, aus HeuteMorgen vom 20.11.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eines von fünf Kindern erlebt im Elternhaus schwere Gewalt. Das zeigt eine Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften.
  • Ein neuer Verein lanciert deshalb eine Petition mit dem Ziel, ein ausdrückliches Verbot von Schlägen und psychischer Gewalt im Zivilgesetzbuch festzuschreiben. Davon erfasst würden etwa auch Ohrfeigen.
  • Kinder- und Jugendpsychologe Allan Guggenbühl ist skeptisch, ob damit Kinder tatsächlich besser geschützt würden.

Keine Ohrfeige, kein Klaps auf den Hintern: Kinder hätten ein Anrecht auf eine gewaltfreie Erziehung, sagt Andreas Brunner, ehemaliger leitender Oberstaats-Anwalt des Kantons Zürich und Mitinitiant der Petition: «Es geht um einen gesellschaftlichen Wandel hin zur Ächtung der Körperstrafen.» Das Motto müsse sein: «Wer fährt, trinkt nicht, wer Kinder hat, schlägt nicht.»

Andreas Brunner will ein ausdrückliches Verbot von Körperstrafen und psychischer Gewalt, festgeschrieben in einem Artikel im Zivilgesetzbuch. Das sei nötig, denn laut einer aktuellen Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften erlebe eines von fünf Kindern im Elternhaus schwere Gewalt. 42 Prozent der Kinder seien schon einmal geohrfeigt worden

Parlament lehnte ähnlichen Vorstoss ab

Im vergangenen Mai wurde eine fast identisch lautende Motion von SP-Nationalrätin Chantal Galladé vom Parlament abgelehnt. Auch der Bundesrat stellte sich gegen den Vorstoss. Ein Gewaltverbot im Zivilgesetzbuch sei unnötig, da der Kinder- und Jugendschutz bereits in der Bundesverfassung verankert sei.

Auch der Kinder- und Jugendpsychologe Allan Guggenbühl ist skeptisch, ob ein neuer Gesetzes-Artikel den Kindern tatsächlich mehr Schutz bieten könnte. Gewalt gegen Kinder sei zwar nach wie vor ein grosses Problem, räumt er ein. Aber in der Praxis gehe es darum, Eltern zu helfen, ohne «gleich mit dem Gesetz zu kommen». Denn in vielen Fällen seien die Eltern keine Monster, sondern überfordert.

Legende: Video Was sind die Kinderrechte? abspielen. Laufzeit 05:11 Minuten.
Aus Clip und klar! vom 20.11.2017.

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87 Kommentare

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  • Kommentar von Daniela Zuber (DaZu)
    "Eins hinter die Löffel geht halt schneller" als sich mit dem Kind auseinander zu setzen. Viele Konflikte haben auch mit dem elterlichen Verhalten zu tun. Den Kindern zuhören und sie ernst nehmen. Bloss wollen sich sehr viele Eltern nicht mit sich selbst auseinander setzen. Es ist anstrengend Kinder zu erziehen. Viele Gespräche, herausfinden wo Probleme sind oder grad am entstehe. Es brauch ganz viel Gespühr! Nicht immer das was als erstes ersichtlich ist, ist das wahre Problem.
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    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      D. Zuber da gehe ich mit Ihnen einig, es braucht nicht nur Gespür sondern auch Einfühlungsvermögen. Mag sein, dass es jedoch Eltern gab/gibt, die vielleicht Krankheitshalber mehr belastet waren, darum seiner selbst mittragen müssen. Vor 60-70 Jahren war eine andere Erziehungsmetode als heute. Die nächsten Generation werden es wieder anders machen. Da immer mehr Möglichkeiten um Rat zu holen. Unsere Kinder erziehen ihre Kinder heute anders in gewissen Punkten einfach neuzeitlich angepasst.
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Nur so viel: das Leben ist keine Einbahnstrasse, da durch Veränderungen auch Widersprüchlichkeiten entstehen können. Weil man sich entwickelt und der Neuorientierung zuerst stellen muss. Darum denke ich findet man in jedem Menschen eine gewisse Widersprüchlichkeit, durch all die Veränderungen des Weltgeschehens.
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    die meisten bewegen sich in Widersprüche,zähle mich auch dazu, da die Welt nicht stehen bleibt. Das Leben besteht aus Widersprüchlichkeit,durch Veränderungen gibt es andere Sichtweisen.Je nachdem orientiert man sich neu, so dass die Gewalt nirgends eine Chance bekommt, nicht nur im Elternhaus,sondern jeder kann seinen Beitrag für Frieden leisten,ohne Vorverurteilungen.Man könnte z.B. Gewaltspiele verbieten,bin mir nicht sicher,wie viele Kinder Zugang haben. Am besten lebt man den Frieden vor.
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